PARIS/LONDON (AWP International) - Der gescheiterte Rettungsplan für die US-Autobauer und negative Aussagen aus dem US-Bankensektor haben am Freitag die Börsen in Europa auf Talfahrt geschickt. In den ersten Handelsminuten fiel der EuroSTOXX 50 um 4,17 Prozent auf 2.381,76 Punkte. Alle 50 Werte notierten mit Verlusten. Der Londoner FTSE 100 gab um 3,40 Prozent auf 4.239,31 Punkte nach und der französische CAC-40-Index büsste 4,28 Prozent auf 3.164,62 Zähler ein. Am Nachmittag dürften neue Konjunkturdaten aus den USA wie Erzeugerpreise, Einzelhandelsumsatz und Verbrauchervertrauen in den Blick rücken.
Alcatel-Lucent zählten mit einem Abschlag von 9,34 Prozent auf 1,68 Euro zu den schwächsten Werten im EuroSTOXX 50. Der Finanzchef des hochverschuldeten amerikanisch-französischen Telekomausrüsters informierte, dass ein Nettogewinn derzeit nicht in Sicht sei. Für 2009 habe sich der Konzern als Ziel gesetzt, die Gewinnschwelle im operativen Geschäft zu erreichen. Dafür kündigte er einen harten Sparkurs an.
In Grossbritannien führten die Bankenwerte die Verliererliste an: Royal Bank of Scotland (RBS) büssten 10,74 Prozent auf 59,00 Pence ein. Barclays verloren 9,31 Prozent auf 146,125 Pence und HBOS gaben um 9,36 Prozent auf 79,40 Pence nach. In den USA hatte der Chef der US-Bank JPMorgan , Jamie Dimon, am Donnerstagabend mitgeteilt, er sehe im laufenden vierten Quartal weiterhin keine Entspannung. Der November sei ein "schrecklicher" Monat im Handelsgeschäft gewesen und auch der Dezember laufe schlecht. Die Bank of America informierte, dass sie nach der Integration von Merrill Lynch einen Stellenabbau von 30.000 bis 35.000 Arbeitsplätzen in den kommenden drei Jahren plane./ck/gl