(Mit weiteren Angaben zum Geschäftsverlauf)
AMSTERDAM (awp international) - Der niederländische Anbieter von Funktechnik Smartrac hat im zweiten Quartal bei steigenden Umsätzen einen Gewinneinbruch erlitten und seine Jahresziele bekräftigt. "Wir hatten ein sehr herausforderndes erstes Halbjahr und sind trotzdem gewachsen", sagte Unternehmenschef Christian Fischer am Donnerstag. Für das zweite Halbjahr erwartet das Unternehmen eine Verbesserung, besonders im amerikanischen Geschäft mit elektronischen Pässen. Daher peilt Smartrac für 2009 weiterhin schwarze Zahlen sowie organisches Wachstum an. Vorbörslich stieg die Aktie um 0,54 Prozent auf 11,26 Euro.
Der Umsatz erhöhte sich im zweiten Quartal von 22,5 auf 29,7 Millionen Euro, wie das im TecDAX notierte Unternehmen mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 29,1 Millionen Euro gerechnet. Der Überschuss schmolz von 3,68 Millionen Euro auf 261.000 Euro, verglichen mit der Analystenschätzung von 600.000 Euro.
Der Umsatz stieg von Januar bis Juni von 49,61 Millionen auf 59,09 Millionen Euro. Gleichzeitig brach das operative Ergebnis (EBITDA) wegen des gestiegenen Anteils des margenschwachen Mikrochip-Geschäfts und hoher Kosten für die Produktionsverlagerung nach Malaysia ein. Nach 11,57 Millionen Euro vor einem Jahr erwirtschaftete Smartrac 6,61 Millionen Euro. Der Überschuss schrumpfte im ersten Halbjahr von 8,2 auf 1,8 Millionen Euro.
Jüngst lasteten Kosten für den Ausbau in Übersee auf der Profitabilität. 2008 baute Smartrac die Produktionskapazität der vier Fabriken in Ayutthaya, Thailand, von 15 Millionen Einheiten auf 24 Millionen aus. Zusätzlich wurde eine Fabrik in den USA gebaut. Damit verfügt Smartrac über Produktionsstätten in Asien, Europa und Nordamerika. In der Krise sind diese Kapazitäten nicht ausgelastet.
Liquiditätssorgen hat Smartrac nicht. Erst jüngst wurde mit der Deutschen Bank und der Berenberg Bank ein syndizierter Kreditvertrag über 65 Millionen Euro abgeschlossen. Rund 50 Millionen Euro würden zur Refinanzierung der 2008 erfolgten Sokymat-Akquisition verwendet. Die restlichen 15 Millionen Euro seien für organisches Wachstum und Akquisitionen vorgesehen.
Smartrac wurde 2000 gegründet und beschäftigt 2.800 Mitarbeiter. Das Unternehmen baut RFID-Einlagen für Reisepässe mit integriertem kontaktlosem Chip sowie für kontaktlose Kreditkarten. In Deutschland ist das Unternehmen in Stuttgart, Regensburg, Salzkotten und Reichshof-Wehnrath aktiv./fn/tw