NEUBRANDENBURG (AWP International) - Mit Beginn der Frühschicht haben am Montag zahlreiche Beschäftigte des Callcenters der Bertelsmann-Tochter Arvato gegen die ihnen angebotenen Arbeitsverträge protestiert. Nach Angaben eines Sprechers der Gewerkschaft ver.di sollen die Mitarbeiter Einkommenseinbussen von bis zu 30 Prozent hinnehmen. Die Telekom hatte die Callcenter in Rostock, Neubrandenburg, Stralsund und Schwerin mit insgesamt 1000 Beschäftigten vor rund einem Jahr an Bertelsmann verkauft. Die Gewerkschaft fordert den Abschluss von Tarifverträgen, die Arbeitnehmer sollten die neuen Arbeitsverträge nicht akzeptieren.
"Ein Jahr nach dem Verkauf des Centers des Telekom an die arvato AG läuft die Bestandssicherung aus, die Leute sollen neue Arbeitsverträge unterschreiben, wovon wir dringend abraten", sagte ver.di-Sprecher Peter Pohlmann, der am Eingang Flugblätter verteilte. Stattdessen sollte arvato mit ver.di in Tarifverhandlungen eintreten, die es bisher nicht gab. Die Arbeit in dem Callcenter von arvato wurde durch die Aktion nicht beeinträchtigt, hiess es. In Neubrandenburg seien von den rund 400 Beschäftigten rund 150 Leiharbeiter.
"In Rostock und Neubrandenburg sollen die festangestellten Mitarbeiter knapp ein Drittel weniger verdienen, zwei Stunden länger - nämlich 40 Stunden - arbeiten und weniger Urlaub bekommen", sagte Pohlmann. Gleiches befürchte man für die kleineren Standorte Stralsund und Schwerin. So müsse ein Mitarbeiter, der bisher 35 000 Euro brutto im Jahr bekam, eine Absenkung auf 25 000 Euro brutto im Jahr befürchten. Langfristig gebe die Arvato-Geschäftsleitung ein Durchschnittsverdienst von rund 15 000 Euro brutto im Jahr für Callcentermitarbeiter vor./ww/DP/mur