(Ausgebaut ab dem 7. Abschnitt, Fokus auf den Stellenabbau)
Zürich (AWP) - Der Buntmetallhersteller Swissmetal sieht derzeit keine Abschwächung der Nachfrage. "Wir stellen derzeit aber eine erhöhte Volatilität im Bestellungseingang fest", sagte Swissmetal-CEO Martin Hellweg in einem Interview mit der Handelszeitung (Ausgabe 19.02.) auf die Frage, wie Swissmetal ins neue Jahr gestartet sei.
Intern befinde sich Swissmetal in der finalen Phase eines herausfordernden industriellen Umbaus. Dabei werden zwei Werke in Reconvilier fusioniert und fünf Extrusionspressen ausgeschaltet, da eine neue Presse diese Volumina übernehmen wird. In dieser Zeit des Umbaus könne es zu "Hickups" kommen, erklärte Hellweg. Die heikle Phase sollte aber bis im Sommer 2008 abgeschlossen sein.
Für 2008 zeigt sich Hellweg zuversichtlich. Der Umsatz sei abhängig von der Nachfrage aus den Abnehmermärkten. Dort sehe er aber momentan keine wesentlichen Veränderungen. Und auch in den USA sei kein Abschwung spürbar.
"Auf der Bottomline passiert aber Dramatisches", so Hellweg. Durch den jüngsten Personalabbau werde bei gleichem Output ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart. Mit dem erfolgten industriellen Umbau und den Investitionen sollten diese Ersparnisse teilweise 2008 und in vollem Umfang dann 2009 realisiert werden können.
Zum Ergebnis 2007 darf Hellweg noch keine konkreten Angaben machen, da der detaillierte Jahresabschluss erst am 22. April 2008 veröffentlicht wird. Mit Verweis auf die Anfang Februar kommunizierte Umsatzsteigerung von 22% fügte der CEO aber an: "Ein grosser Umsatz hat üblicherweise in unserem von Fixkosten geprägten Geschäft einen positiven Einfluss auf das Ergebnis."
Auf die Frage nach den Akquisitionsabsichten in Europa sagte Hellweg, dass Feld sei mittlerweile auf die gesamte westliche Welt ausgeweitet worden. Nicht nur in Europa sondern auch in Nordamerika gebe es sehr attraktive Kandidaten. Expandieren will Swissmetal aber auch in Asien.
Der Personalabbau bei Swissmetal ist vorbei. "Das Restrukturierungsprogramm ist mit der Novemberrunde abgeschlossen", sagte der Chef des Buntmetallherstellers, Martin Hellweg.
Bis Ende November hat Swissmetal an den beiden Schweizer Standorten Reconvilier BE und Dornach SO insgesamt 105 Stellen abgebaut, wie Konzernsprecher Sam Furrer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Bereits in den beiden Vorjahren hatte das Unternehmen unter anderem als Folge des Streiks in Reconvilier Arbeitsplätze gestrichen.
Ohnehin habe Swissmetal flexible Arbeitszeiten in seinen Werken Dornach und Lüdenscheid (D). Dadurch könne das Unternehmen auf das wenig erfreuliche "Hire and Fire" bei Nachfrageschwankungen von ungefähr plus/minus 10% verzichten. Bei der bald anstehenden Abstimmung zur Verlängerung der Regelung in Dornach stünden die Chancen gut, dass diesmal auch Reconvilier mitmache.
Dennoch herrsche bei Swissmetal noch nicht Friede, Freude, Eierkuchen, sagte Hellweg: "Wir durchlaufen zurzeit einen schwierigen Prozess, weil Mitarbeiter, die uns in Kürze verlassen werden, und jene, die bleiben, für einige Zeit miteinander arbeiten müssen. Jeder vierte Mitarbeiter wird uns ja verlassen."
Nach Ablauf der Kündigungsfristen werde das Unternehmen rund 470 Mitarbeiter in der Schweiz haben, sagte Swissmetal-Sprecher Furrer weiter.
cf/are