A wie «Apple»

Der digitale Index der gehobenen Internetsprache – erstellt von der «Handelszeitung» und jede Woche mit einem neuen Begriff.
HZ Redaktion

Wenn Unternehmen zu Religionen werden: Meistern Sie die Kunst der sinnfreien Internet-Kommunikation.

*Digitaler Index der gehobenen Internetsprache

Mit wöchentlich erweitertem Inhalt:

4.0, Apple, Arbeit 4.0, Big Data, Blog, Blockchain, Bot, Cloud, Content, Crowd, Digitale Demenz, digital detox, Digital Native, Disruption, Einhorn, Emoji, Evangelist, Facebook, Filterblase, Fintech, Gamification, Hashtag, Heavy User, High Touch, Hub, Insurtech, Influencer, Inkubator, IoT, kannibalisieren, Key Performance Indicator, Listicle, LOL, Meme, Natel, Native Advertising, Ökosystem, PDF, Peer to Peer, Permanent betaPivot, Plattform, Roboter, QR-Code, Selfie, Sharing Economy, Silver Surfer, Smartwatch, Smart home, Smartifizierung, Social Media, Troll, Twitter, Usability, viral, youtube

Das Nachschlagewerk für den Bullshit, der uns in der modernen Geschäftswelt tagtäglich um die Ohren fliegt.

Ap|ple

Apple, Inc. 1. Unternehmung aus Cupertino, USA. 2. Religion. A. ist eine 1976 vom Guru Steve Jobs und dessen Ministranten Steve Wozniak gegründete Bewegung, in deren Zentrum die Verehrung eines lange Zeit farbigen, aber seit 1999 wie durch ein Wunder erblassten Apfels steht. Mit dem Baum der Erkenntnis hat dieser wenig zu tun, verlangt die Organisation von ihren Jüngern doch blinden Gehorsam. A. stand Mitte der 1990er Jahre vor dem Aus. Jobs war von seinen Aposteln vertrieben worden, doch diese wussten mit dem Apfel nichts mehr anzufangen. Erst die Rückkehr des stets schwarz gekleideten Jobs führte zu einem neuen Aufschwung. In gewissen Subkulturen (Millennials) gilt A. inzwischen als dominant. Seit dem Tod des Günders im Jahr 2011 tauchten aber kaum noch neue A.-Reliquien auf. Der Klerus beschwört weiterhin die Magie des Apfels, doch erste Zweifel machen sich breit.

Ar|beit 4.0, die

Berufliche Tätigkeit, körperliches oder geistiges Schaffen, geleistete Anstrengung in der digitalen Wirtschaft. Nicht zwingend mit Geld entlöhnt (Praktikum, Startups). Von Behörden offiziell als Synonym für «Zukunft der Arbeit» gebraucht.

Das Suffix #4.0 zeigt lustige Zeiten an. Erinnert sei an die erste industrielle Revolution (Arbeit 1.0), als entwurzelte Bauern immer mal wieder Webstühle zu Kleinholz verarbeiteten. Im Taylor­ismus (Arbeit 2.0) war dann fröhliches Schrauben-(durch-)drehen à la Charlie Chaplin angesagt. Mit den Computern (Arbeit 3.0) kam später erneut blindwütige Gewalt gegen wehrlose ­Gegenstände auf (Mit-der-Tastatur-gegen-den-Bildschirm-Dreschen). Laut der Deutschen Telekom wird Arbeit 4.0 ähnlich abwechslungsreich: «Maschinen ersetzen Mitarbeiter. Unternehmen lösen sich auf. Arbeitnehmer verweigern Hierarchien. HR muss handeln.» Na dann, viel Spass.

Der Index wird Woche für Woche um einen Begriff erweitert. Einsendungen von Begriffen (und optional auch den dazugehörigen Lexikoneinträgen) nehmen wir gerne entgegen: Ein Mail an digi@handelszeitung.ch genügt.

Stichworte
MEHR ZUM THEMA:
A wie «Apple»

Digitaler Index

V wie «viral»

Digitaler Index

Q wie «QR-Code»

Digitaler Index

M wie «Meme»

Digitaler Index

Kommentare

Hinweis der Redaktion
Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht oder gekürzt zu publizieren. Dies gilt namentlich für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde oder pornografische Beiträge sowie Kommentare, die anderweitig gegen geltendes Recht verstossen. Über Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.