20.01.2011 | 05:30
 

Richard Olsen gründete die Devisenplattform Oanda und leitet auch die Zürcher Vermögensverwaltungsfirma Olsen. Der studierte Jurist und Ökonom ist spezialisiert auf High Frequency Finance. Er ist Gastprofessor am Centre for Computational Finance und Economic Agents an der britischen Universität Essex.

Seit 25 Jahren versuchen Sie, Investments in Währungen effizienter zu gestalten. Ist dies angesichts der heutigen Verwerfungen nicht eine «mission impossible»?

Richard Olsen: Das glaube ich nicht. Die jetzigen Verwerfungen zeigen aber einmal mehr, dass wir die ökonomischen Zusammenhänge hinter den Devisenmärkten zu wenig verstehen. Insbesondere wird ausgeblendet, dass die Wirtschaft nicht statisch, sondern ständig in Bewegung ist. Es verhält sich wie mit der klassischen Physik vor 1900: Erst Einsteins Relativitätstheorie, die der Dynamik Rechnung trug, brachte den Durch-bruch.

Die Ökonomie bräuchte also einen neuen Albert Einstein?

Olsen: Sie braucht neue Ideen. Allerdings bestehen bereits neue wissenschaftliche Modelle und Algorithmen, die der Dynamik Rechnung tragen. Jetzt kommt es darauf an, sie anzuwenden.

Dann greift auch der Ansatz des jüngsten Krisengipfels zum starken Schweizer Franken zu kurz?

Olsen: Das Problem ist, dass versucht wird, direkt auf den Wechselkurs Einfluss zu nehmen. Damit wird aber das ganze Währungssystem weiter destabilisiert.

Was würden Sie denn als Experte den Schweizer Währungshütern und Politikern raten?

Olsen: Zielführend wäre es sicher, erst einmal die massiven Kursausschläge beim Franken zu dämpfen. Das könnte etwa dadurch erreicht werden, dass die Exportfirmen ihr Kursrisiko dynamisch absichern. Also jetzt Euro zukaufen, solange er so günstig ist - und dann verkaufen, wenn der Franken wieder fällt. Dies würde den Frankenkurs ganz wesentlich stabilisieren. Ein solches Tool könnte den Schweizer Firmen auch als Dienst angeboten werden.

Wird der Franken zum Euro noch stärker?

Olsen: Der Franken ist zum Euro innerhalb der letzten fünf Wochen stark angestiegen. Das kann unmöglich in diesem Tempo weitergehen. Eine Erholung des Euro-Kurses ist deshalb wahrscheinlich.

Doch dass die Länder der Euro-Zone sich nun nicht darüber einig werden, mit wie viel Mitteln sie den Euro-Rettungsschirmausstatten wollen, spricht doch kaum für die Währung?

Olsen: Europa hat grosse Probleme. Aber der Einfluss solcher Nachrichten auf die Devisenkurse ist geringer, als man denkt: 95 Prozent eines Wechselkurses beruhen auf Spekulation, nur 5 Prozent sind auf die Realwirtschaft zurückzuführen. Die Kursübertreibungen kommen dadurch zustande, dass Investoren bei einem bestimmten Preis zwingend verkaufen müssen, was die Kurse dann weiter drückt und noch mehr Anleger zur Flucht zwingt ähnlich einer Herde von Schafen, die über eine Klippe stürzt.

Auch der Dollar ist unter Druck. Die US-Notenbank trifft dieser Tage einen Zinsentscheid. Kann sie das Steuer herumreissen?

Olsen: Auch hier zeigt sich, dass mit den falschen Rezepten gearbeitet wird. Die Zinsen für die Geschäftsbanken werden nicht kontinuierlich, sondern im Tages-takt bezahlt; dies steht im klaren Widerspruch zu den Finanzmärkten, wo in Sekundenbruchteilen riesige Volumen gehandelt werden. Was der Markt braucht, ist nicht mehr Liquidität, sondern Sekundenzins, wo Zinsen auch für Minuten und Stundenintervalle bezahlt werden.

Ist es für Privatanleger nicht überhaupt zu riskant, mit Devisen zu spekulieren?

Olsen: Es gibt einen grossen Bedarf nach Deviseninvestments. Den gilt es zu decken. Anleger sollten sich aber lieber auf tiefere, dafür stete Renditen und minimiertes Risiko festlegen. Die teilweise dubiosen Angebote sind auch darauf zurückzuführen, dass grosse Anbieter zu wenig innovativ sind und zu hohe Preise fordern. Ein wenig Bescheidenheit würde auch dem Devisengeschäft guttun.

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SPI 5'461.6 24.0 0.4%
SLI 881.3 4.7 0.5%
SMIM 1'131.7 5.1 0.5%
DAX 30 6'377.5 46.5 0.7%
EURO STOXX 218.2 1.4 0.7%
FTSE 100 5'348.3 43.8 0.8%
Dow Jones 30 Industrial 12'504.5 135.1 1.1%
NASDAQ 100 2'545.4 66.9 2.7%
S&P 500 1'295.2 -9.6 -0.7%
Nikkei 225 8'729.3 95.4 1.1%

Top und Flops

Name Kurs +/- +/- %
41.16 0.92 2.29
18.97 0.23 1.23
38.28 0.46 1.22
54.70 0.65 1.20
15.56 0.16 1.04
156.50 0.10 0.06
152.50 0.00 0.00
30.98 -0.02 -0.06
37.72 -0.03 -0.08
351.30 -0.70 -0.20
Name Kurs +/- +/- %
36.06 0.86 2.44
1.46 0.02 1.67
13.33 0.22 1.64
131.45 2.00 1.55
47.54 0.72 1.54
41.01 0.04 0.09
28.95 0.00 0.00
75.90 -0.14 -0.18
15.18 -0.09 -0.59
23.56 -0.44 -1.83
Name Kurs +/- +/- %
1.02 0.03 2.66
2.29 0.06 2.51
33.54 0.82 2.49
2.48 0.05 1.89
4.71 0.08 1.68
25.22 -0.10 -0.40
13.06 -0.21 -1.58
8.57 -0.15 -1.72
15.37 -0.56 -3.52
0.72 -0.03 -4.50

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