Meistgelesen

Anleger setzen darauf, dass EMS den Widerstand um 420 Franken jetzt knacken kann
Aktien

«Charttechnik ist eine Wissenschaft, die vergeblich sucht, was Wissen schafft», sagt Kostolany. Dennoch schafften unsere 2014er-Kandidaten «für den Ausbruch» einen starken Lauf. Die Favoriten 2015. Mehr...

VonGeorg Pröbstl
09:24
Darum entging der Schweiz der Mega-Deal mit Apple
Investion

Apple investiert so viel wie nie in Rechenzentren in Europa. Die Schweiz geht dabei leer aus, obwohl die Vorhaben genau dem Standortprofil entsprechen. Warum wurde die Chance verpasst? Mehr...

VonKaren Merkel
25.02.2015
Dänemark schafft, woran die SNB scheiterte
Geld

Nach dem Ende der Frankengrenze zweifelten Investoren plötzlich an Dänemarks Euro-Bindung. Nun scheinen die Dänen den Kampf gegen die Spekulanten zu gewinnen – sie hatten es aber leichter als die SNB. Mehr...

VonMarc Iseli
09:05
Die Aufnahme in den Stoxx Europe 600 beflügelt die AMS-Aktie.
Musterdepot

Eine weitere starke Woche im Depot. Zwar können alle Titel im Portfolio mehr oder weniger stark zulegen, doch BB Biotech und AMS schiessen regelrecht ab. Mit weiteren Steigerungen ist zu rechnen. Mehr...

VonGeorg Pröbstl
09:14
Airbus-Rekordjahr trotz Querelen mit A400M
Zahlen

Trotz erheblicher Lieferprobleme beim Militärflugzeug A400M hat Airbus Umsatz und Gewinn auf einen Rekordstand gesteigert. Konzernchef Tom Enders erwartet weitere Zuwächse. Mehr...

11:05
SNB-Schock: Nun hat die Woche 43 Stunden und mehr
Umbruch

Lähmung nach dem Frankenschock? Mitnichten. Von St. Gallen bis Genf arbeiten Firmen unter Hochdruck daran, ihre Produktivität zu steigern. In der Industrie scheint vor allem eine Massnahme beliebt. Mehr...

VonMathias Ohanian
26.02.2015
Mondaine bringt die erste Smartwatch der Schweiz
Digital

Im April kommt die Apple Watch auf den Markt. Die Schweizer Uhrenhersteller geben sich betont gelassen – und planen trotzdem an einer Antwort. Jetzt geben die ersten Hersteller Smartwatches heraus. Mehr...

16:26

Anzeige

«E-Mails werden abgefangen»

Der ETH-Dozent rät Firmen dringend, Daten zu verschlüsseln. Denn die Gefahr ist gross, dass heikle Informationen in falsche Hände geraten.

VonInterview: Jorgos Brouzos
03.02.2011

Müssen Unternehmen ihre Kommunikation verschlüsseln?

Martin Hirt: Unbedingt. Die Kommunikation über Webseiten, per E-Mail oder Telefon ist per se unsicher. Daten lassen sich abfangen oder abhören. Deswegen müssen Informationen, die für das Unternehmen heikel sind, verschlüsselt werden.

Gibt es die unknackbare Verschlüsselung?

Hirt: Im Prinzip schon, doch sie ist nicht praxistauglich. Die üblichen Verschlüsselungsverfahren bieten einen sehr hohen Schutz. Es lässt sich jedoch nie ausschliessen, dass ein Algorithmus gefunden wird, um eine Verschlüsselung zu knacken.

Gibt es Beispiele von Unternehmen, die ausgespäht wurden?

Hirt: Die USA und weitere Staaten untersuchen seit Jahren mit ihrem Echelon-Netz den weltweiten Mailverkehr, Telefongespräche und Fax-Nachrichten auf Stichwörter und werten die Ergebnisse von Hand aus. Es gibt Beispiele, bei denen E-Mails mit heiklen Daten aus der Wirtschaft abgefangen wurden.

Oftmals fordern Regierungen einen Key Escrow, also einen Schlüssel, der es Behörden in gewissen Situationen erlaubt, Daten abzuhören. Zuletzt drängte etwa Indien auf den Blackberry-Schlüssel.

Hirt: Firmen sind darauf angewiesen, neuralgische Daten sicher kommunizieren zu können. Wenn die indische Regierung den Schlüssel für die Blackberry-Verschlüsselung hätte, würden wohl viele Firmen auf den Einsatz dieser Business-Geräte in Indien verzichten.

Ist es vorstellbar, dass Schweizer Behörden über solche Schlüssel verfügen?

Hirt: Banken und ihre Kunden würden es nicht akzeptieren, dass der Staat etwa die Schlüssel des E-Banking kennt. Es ist auch schwierig sicherzustellen, dass der Staat mit dem Schlüssel nur das tut, was er darf. Zudem ist die Aufbewahrung des Escrow-Schlüssels extrem kritisch. Man stelle sich vor, ein Schlüssel käme in falsche Hände: Das wäre ein wirtschaftlicher Super-GAU für die Schweiz.

Schützt Verschlüsselung auch vor Datendiebstahl?

Hirt: Eine Firma kann ihre Daten noch so sicher verschlüsseln: Am Ende müssen die Mitarbeiter Zugriff haben. Und dann können die Daten auch gelesen, kopiert oder abfotografiert werden. Mit Verschlüsselung kann aber der Zugriff erschwert werden - etwa wenn ein Mitarbeiter eine Festplatte gestohlen hat.

Diskussion
- Kommentare

Müssen Unternehmen ihre Kommunikation verschlüsseln?

Martin Hirt: Unbedingt. Die Kommunikation über Webseiten, per E-Mail oder Telefon ist per se unsicher. Daten lassen sich abfangen oder abhören. Deswegen müssen Informationen, die für das Unternehmen heikel sind, verschlüsselt werden.

Gibt es die unknackbare Verschlüsselung?

Hirt: Im Prinzip schon, doch sie ist nicht praxistauglich. Die üblichen Verschlüsselungsverfahren bieten einen sehr hohen Schutz. Es lässt sich jedoch nie ausschliessen, dass ein Algorithmus gefunden wird, um eine Verschlüsselung zu knacken.

Gibt es Beispiele von Unternehmen, die ausgespäht wurden?

Hirt: Die USA und weitere Staaten untersuchen seit Jahren mit ihrem Echelon-Netz den weltweiten Mailverkehr, Telefongespräche und Fax-Nachrichten auf Stichwörter und werten die Ergebnisse von Hand aus. Es gibt Beispiele, bei denen E-Mails mit heiklen Daten aus der Wirtschaft abgefangen wurden.

Oftmals fordern Regierungen einen Key Escrow, also einen Schlüssel, der es Behörden in gewissen Situationen erlaubt, Daten abzuhören. Zuletzt drängte etwa Indien auf den Blackberry-Schlüssel.

Hirt: Firmen sind darauf angewiesen, neuralgische Daten sicher kommunizieren zu können. Wenn die indische Regierung den Schlüssel für die Blackberry-Verschlüsselung hätte, würden wohl viele Firmen auf den Einsatz dieser Business-Geräte in Indien verzichten.

Ist es vorstellbar, dass Schweizer Behörden über solche Schlüssel verfügen?

Hirt: Banken und ihre Kunden würden es nicht akzeptieren, dass der Staat etwa die Schlüssel des E-Banking kennt. Es ist auch schwierig sicherzustellen, dass der Staat mit dem Schlüssel nur das tut, was er darf. Zudem ist die Aufbewahrung des Escrow-Schlüssels extrem kritisch. Man stelle sich vor, ein Schlüssel käme in falsche Hände: Das wäre ein wirtschaftlicher Super-GAU für die Schweiz.

Schützt Verschlüsselung auch vor Datendiebstahl?

Hirt: Eine Firma kann ihre Daten noch so sicher verschlüsseln: Am Ende müssen die Mitarbeiter Zugriff haben. Und dann können die Daten auch gelesen, kopiert oder abfotografiert werden. Mit Verschlüsselung kann aber der Zugriff erschwert werden - etwa wenn ein Mitarbeiter eine Festplatte gestohlen hat.

Die aktuelle Ausgabe der Handelszeitung
 

Cover der aktuellen Ausgabe

 

Unsere Partner      
 

Swiss-Chef: «Fürchten ist der falsche Ausdruck». Mehr

Mann im Mond wirbt für die Schweiz. Mehr

US-Steuerstreit: Erste Millionen-Bussen im März. Mehr

Firmen halten sich nicht an Abzocker-Initiative. Mehr

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...