03.11.2010 | 05:30
KUNST 10 ZÜRICH
Von:
Katrin Bachofen
 

Treffpunkt der Schweizer Kunstszene

Vom 11. bis 14. November 2010 findet die 16. Internationale Messe für Gegenwartskunst in Zürich-Oerlikon statt. Sie zeigt einen spannenden Querschnitt durch das aktuelle Kunstgeschehen.

Neben der Art Basel ist die Kunst Zürich wohl die wichtigste Schau für zeitgenössische Kunst in der Schweiz. In den 15 Jahren ihres Bestehens wurde sie laufend ausgebaut und hat sich dadurch zur hochkarätigen Veranstaltung entwickelt. Rund 80 renommierte Galerien aus dem In- und Ausland widerspiegeln mit ihrem Programm ein internationales Angebot zeitgenössischer bildender Kunst.

Durch ihre Grösse und Übersichtlichkeit ist sie ein idealer Einstieg für eine nachrückende Sammlergeneration. Sie stellt sich aber auch dem Anspruch eines hochkarätigen Publikums, das von der Stadt Zürich als etabliertem Kunststandort Qualität, Aktualität und Internationalität gewohnt ist. Rund 20 000 Kunstfreunde, Sammler, Galeristen und Kuratoren werden vom 11. bis 14. November 2010 in den ABB-Hallen in Zürich-Oerlikon erwartet.

Es wird wieder etwas gewagt

Besonders spannend ist in diesem Jahr die Kombination von Werken bereits etablierter Künstler mit der Begegnung mit Neuem. Trotz wirtschaftlich nach wie vor angespannten Zeiten wird wieder etwas gewagt.

Die Galerien vertrauen den Sammlern und bieten - nicht zuletzt für ein junges Publikum - auch zahlreiche Kunstwerke zu durchaus erschwinglichen Preisen an. Bemerkenswert ist die Vielfalt der gezeigten Gattungen: Malerei, Zeichnung, Skulptur, konzeptuelle und Work-in-Progress-Kunst sind ebenso vertreten wie Installationen oder Fotografie. Gigantismus gibt es nur vereinzelt, dafür wird mehr feine, durchaus auch stille, klein- und mittelformatige Kunst präsentiert.

Das Erzählerische wie auch soziales Engagement sind - ebenso wie theoretische Reflexionen über die Produktion und Wahrnehmung von Kunst - in den Werken und Installationen vor allem jüngerer Kunstschaffender auffallend oft ein Thema. Dabei geht es weniger um den Rückgriff auf die Entwicklung von Kunstszene und Kunstmarkt der letzten Jahrzehnte als vielmehr darum, zu fragen und zu erforschen, wie unsere heutige Wahrnehmung in einer reizüberfluteten Zeit funktioniert und vielleicht sogar verlangsamt werden kann.

Fotografie ist weiterhin top

In jedem neuen Kunstjahr gilt es als trendy, gewisse künstlerische Ausdrucksformen als «in» oder «out» zu deklarieren. So war etwa in den Berichten über Kunstmessen von diesem Jahr zu lesen, Fotografie sei out.

Dieser These widerspricht das Angebot an der Kunst 2010 Zürich vehement. Das Programm von ArteF (Zürich) etwa konzentriert sich auf klassische Vintage-Prints des 20. Jh. Die in diesem Jahr eröffnete Galerie Hammer (Zürich) zeigt vornehmlich asiatische Fotografie, während Walter (Zürich) und Meier (Genf) neben Malerei, Zeichnung, Video und Skulptur mit Balthasar Burkhard und Annelie Strba auch zwei zeitgenössische «Klassiker» der Schweizer Fotografie präsentieren.

Camera Work (Berlin) wiederum vereinigt in ihrem Programm viele internationale Fotografenstars wie etwa Robert Polidori oder Nick Brandt, während Keller (Zürich) in einer Solo-Show die international bekannte Künstlerin Stefanie Schneider präsentiert. Auch die Galerie Faessler (Zug) führt in ihrem Programm Klassiker und Zeitgenossen der Fotografie wie Jeanloup Sieff, Robert Mapplethorpe oder Guido Baselgia, freilich in Kombination mit Werken zentraler Künstler des 20. Jh. wie El Lissitzky, Fernand Léger oder Lyonel Feininger.

Starke asiatische Kunst

Mit Werken des bedeutenden zeitgenössischen englischen Malers Howard Hodgkin wiederum stellt sich Andres Thalmann (Zürich) an der diesjährigen Messe vor. Die Galerie Carzaniga (Basel) ist bekannt für ihr Engagement für klassische Schweizer, pflegt jedoch auch den Blick auf Künstler aus Deutschland und Italien.

Auch die Kunst aus asiatischen Ländern wird regelmässig als «in» oder «out» deklariert. Mit Hildebrand (Zürich) ist eine Galerie präsent, welche Künstlern eine Plattform gibt, die in ihren Werken immer wieder vorgefertigte Meinungen über kulturelle Identität und Nationalitäten in Frage stellen. Art Seasons (Pfäffikon) ist sowohl in der Schweiz wie auch in verschiedenen Städten Asiens vertreten und zeigt hierzulande kontinuierlich meist unbekannte künstlerische Positionen aus China. Die Galerie Rothschild (Tel Aviv) repräsentiert aktuelle israelische Kunst, speziell Malerei - und repräsentiert damit eine Kunstszene, die für viele westliche Augen eine Entdeckung sein dürfte.

Zahlreiche Kunstschaffende lieben die Arbeit mit Multiples und Editionen, da diese ihnen die Möglichkeit zum Experiment und zur Entdeckung neuer technischer Möglichkeiten vermitteln.

Der VFO Verein für Originalgrafik (Zürich) hat in vielen Jahren einen beeindruckenden Katalog von Editionen mit bekannten und unbekannten Schweizern geschaffen - zu vernünftigen Preisen für das bescheidene Sammlerbudget und dennoch von hoher Qualität.

Selbstverständlich kann es keine Zürcher Messe ohne konstruktive und konkrete Kunst geben, ist doch die neuere Kunstgeschichte der Stadt unmittelbar mit Namen wie Max Bill oder Gottfried Honegger eng verbunden. Und konzeptuelle Kunst wie etwa Objektbilder von Christian Megert oder Eisenplastiken von James Licini zeigen, dass die Tradition dieser Annäherung an Kunst noch immer lebt. Die Galerien La Ligne (Zürich) und Lindenplatz (Vaduz) beispielsweise pflegen diese Tradition und deren Erneuerung durch zeitgenössische Werke.Deutschland ist auch dieses Jahr mit mehreren Galerien vertreten. Erstmals dabei ist die 2008 gegründete Galerie Pack of Patches (Jena). Work in Progress und konzeptuelle Kunst gehören hier ebenso zum Programm wie junge japanische Positionen und neue Bauhaus-Künstler. Kunst ist Erzählung und vermittelt Inhalte, so lautet das Credo von Heitsch (München). Die Galerie zeigt Künstler, die sich am Schnittpunkt zwischen Realität und Imagination, zwischen Metaphorik und Groteske bewegen.

Informel und Tachismus

Nothelfer (Berlin) bezieht auf dem sich ständig wandelnden Kunstmarkt seit 40 Jahren eine klassische Position und präsentiert Informel, Tachismus und gestische Malerei, erlaubt aber auch Ausflüge in neue Bereiche. Zum Programm gehören unter anderen Eduardo Chillida, Richard Serra, Herta Müller oder die Schweizer Künstler Rolf Iseli und Martin Disler.

Zellermayer (Berlin) präsentiert in der deutschen Hauptstadt ein spannungsreiches Programm vergangener und heutiger Avantgarde. Sehr früh zeigte die Galerie etwa Anselm Kiefer oder Keith Haring sowie 1991 Grossfotos des damals kaum bekannten Frank Thiel. In Zürich präsentiert sie unter anderem ein grossformatiges Gemälde des 2005 verstorbenen, bedeutenden Informel-Malers Bernard Schultze. Grossen Namen wie Joseph Beuys, Dieter Roth, Arnulf Rainer, Daniel Spoerri, Sigmar Polke oder Tony Cragg begegnet man auch bei Holtmann (Köln) - in Kombination mit jüngeren Künstlern wie dem Fotografen Boris Becker.

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EURO STOXX 218.2 1.4 0.7%
FTSE 100 5'348.3 43.8 0.8%
Dow Jones 30 Industrial 12'504.5 135.1 1.1%
NASDAQ 100 2'545.4 66.9 2.7%
S&P 500 1'295.2 -9.6 -0.7%
Nikkei 225 8'729.3 95.4 1.1%

Top und Flops

Name Kurs +/- +/- %
41.16 0.92 2.29
18.97 0.23 1.23
38.28 0.46 1.22
54.70 0.65 1.20
15.56 0.16 1.04
156.50 0.10 0.06
152.50 0.00 0.00
30.98 -0.02 -0.06
37.72 -0.03 -0.08
351.30 -0.70 -0.20
Name Kurs +/- +/- %
36.06 0.86 2.44
1.46 0.02 1.67
13.33 0.22 1.64
131.45 2.00 1.55
47.54 0.72 1.54
41.01 0.04 0.09
28.95 0.00 0.00
75.90 -0.14 -0.18
15.18 -0.09 -0.59
23.56 -0.44 -1.83
Name Kurs +/- +/- %
1.02 0.03 2.66
2.29 0.06 2.51
33.54 0.82 2.49
2.48 0.05 1.89
4.71 0.08 1.68
25.22 -0.10 -0.40
13.06 -0.21 -1.58
8.57 -0.15 -1.72
15.37 -0.56 -3.52
0.72 -0.03 -4.50

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