Franken-Untergrenze: Kurssturz war eine «Anomalie»

Am Gründonnerstag wurde die Franken-Untergrenze von 1.20 kurzzeitig unterschritten. Nun erklärt SNB-Präsident Thomas Jordan wie es dazu kommen konnte und wie die Währungshüter eine solche Panne in Zuk

10.04.2012

Die Attacke auf die Franken-Untergrenze traf die Schweizerische Nationalbank (SNB) wie ein Blitz. Nun wollen die Währungshüter die Zweifel an ihrem Euro-Mindestkurs von 1.20 Franken ausräumen. So bezeichnete der Interim-Präsident Thomas Jordan den kurzzeitigen Taucher vom Gründonnerstag als Anomalie in einem Teilmarkt.

Wie Jordan am Dienstag gegenüber Nachrichtenagenturen erklärte, wurden die Kurse unter 1.20 Franken pro Euro von Banken abgeschlossen, die über keine Limitenvereinbarung mit der SNB verfügten, die also nicht mit der SNB handeln können oder wollen. Dabei habe es sich um einzelne, nicht umfangreiche Abschlüsse gehandelt.

Jordan: Anomalien kommen vor

Da die SNB stets bereit gewesen sei, unbeschränkt Euro zu 1,20 Franken zu kaufen, hätten diese Banken nicht den besten Marktpreis erhalten und relativ gesehen Verluste in Kauf nehmen müssen. Solche Anomalien seien nie ganz auszuschliessen, weil es keinen Zwang zu Geschäftsabschlüssen zu den besten Preisen gebe. Sie könnten aber nur für sehr kurze Zeit Bestand haben.

Jordan betonte, der beste im Markt erhältliche Eurokurs habe den Mindestkurs von 1,20 Franken zu keiner Zeit unterschritten. Am «relevanten Interbankenmarkt» habe der Mindestkurs jederzeit Bestand gehabt. Zu diesem Kreis zählen weltweit über hundert Banken mit über 700 Handelsdesks, welche die SNB als Gegenparteien akzeptiert.

Franken immer noch überbewertet

Der Mindestkurs gelte weiterhin, «und dies ohne Wenn und Aber», sagte Jordan. Die SNB werde ihn mit allen Mitteln durchsetzen. Sie sei weiterhin bereit, dazu unbegrenzt Devisen zu kaufen, bekräftigte Jordan die bereits gültige Politik der Nationalbank. Zweifel seien fehl am Platz.

Insgesamt sei der Franken immer noch überbewertet und stelle für die Schweizer Wirtschaft eine sehr grosse Herausforderung dar, ergänzte Jordan in dem Gespräch mit Agenturjournalisten. Die SNB erwarte weiterhin, dass sich der Franken abschwächen werde. Sie stehe bereit, jederzeit weitere Massnahmen zu ergreifen, falls es die Wirtschaftsaussichten und Deflationsgefahren erfordern.

(muv/aho/sda/awp)

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Die Attacke auf die Franken-Untergrenze traf die Schweizerische Nationalbank (SNB) wie ein Blitz. Nun wollen die Währungshüter die Zweifel an ihrem Euro-Mindestkurs von 1.20 Franken ausräumen. So bezeichnete der Interim-Präsident Thomas Jordan den kurzzeitigen Taucher vom Gründonnerstag als Anomalie in einem Teilmarkt.

Wie Jordan am Dienstag gegenüber Nachrichtenagenturen erklärte, wurden die Kurse unter 1.20 Franken pro Euro von Banken abgeschlossen, die über keine Limitenvereinbarung mit der SNB verfügten, die also nicht mit der SNB handeln können oder wollen. Dabei habe es sich um einzelne, nicht umfangreiche Abschlüsse gehandelt.

Jordan: Anomalien kommen vor

Da die SNB stets bereit gewesen sei, unbeschränkt Euro zu 1,20 Franken zu kaufen, hätten diese Banken nicht den besten Marktpreis erhalten und relativ gesehen Verluste in Kauf nehmen müssen. Solche Anomalien seien nie ganz auszuschliessen, weil es keinen Zwang zu Geschäftsabschlüssen zu den besten Preisen gebe. Sie könnten aber nur für sehr kurze Zeit Bestand haben.

Jordan betonte, der beste im Markt erhältliche Eurokurs habe den Mindestkurs von 1,20 Franken zu keiner Zeit unterschritten. Am «relevanten Interbankenmarkt» habe der Mindestkurs jederzeit Bestand gehabt. Zu diesem Kreis zählen weltweit über hundert Banken mit über 700 Handelsdesks, welche die SNB als Gegenparteien akzeptiert.

Franken immer noch überbewertet

Der Mindestkurs gelte weiterhin, «und dies ohne Wenn und Aber», sagte Jordan. Die SNB werde ihn mit allen Mitteln durchsetzen. Sie sei weiterhin bereit, dazu unbegrenzt Devisen zu kaufen, bekräftigte Jordan die bereits gültige Politik der Nationalbank. Zweifel seien fehl am Platz.

Insgesamt sei der Franken immer noch überbewertet und stelle für die Schweizer Wirtschaft eine sehr grosse Herausforderung dar, ergänzte Jordan in dem Gespräch mit Agenturjournalisten. Die SNB erwarte weiterhin, dass sich der Franken abschwächen werde. Sie stehe bereit, jederzeit weitere Massnahmen zu ergreifen, falls es die Wirtschaftsaussichten und Deflationsgefahren erfordern.

(muv/aho/sda/awp)

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