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Wikinger-Saga: 950 Prozent Börsen-Performance

Finance 2.0

Saxo Bank bietet Kunden Social Trading an: Erfolg und Misserfolg werden transparent – weltweit können alle zusehen. Digital-Chef Rune Bech analysiert den Start und nennt ambitiöse Ziele.

VonVolker Strohm
14.02.2014

Über Geld spricht man nicht. Erst recht nicht über verlustreiche Börsengeschäfte. Diesen weitverbreiteten Meinungen hat die dänische Saxo Bank den Kampf angesagt. Ende Januar hat sie unter der Marke Tradingfloor.com eine soziale Handelsplattform eingeführt. «Wir wollen den Zugang zu Trading und Fondsmanagement demokratisieren», sagten damals die beiden Gründer und Co-CEOs der Bank, Kim Fournais und Lars Seier Christiansen, vor Medienvertretern in Kopenhagen.

Wer sich auf der Webseite (oder eben im Handelsraum) umsieht, findet auf den ersten Blick Bekanntes aus der Finanzwelt, aber auch aus sozialen Netzwerken. Seit der offiziellen Lancierung sind mittlerweile gut drei Wochen ins Land gezogen – und für Rune Bech, Head of Digital Media bei der Saxobank, fällt im Gespräch mit handelszeitung.ch das Fazit durchaus positiv aus: «Die Leute wollen über ihre Aktivitäten und die Performance reden.»

Kein Gewinnversprechen, aber hohe Transparenz

Das dürfte vor allem auf den Trader «Hrnielsen» zutreffen: Der dänische Manager, der sein Aussehen auf Tradingfloor.com nicht preisgeben will, liegt mit einer Jahres-Performance von knapp 950 Prozent mit Abstand an der Spitze der Händler-Hitliste. Und noch während dieser Artikel entsteht, kauft und verkauft «Hrnielsen» munter weiter – seine Transaktionen tickern durch die Aktivitätenleiste. 950 Prozent? Dubios? Ein versteckter Anreiz auf das schnelle Geld?

«Nein», widerspricht Bech, «wir versprechen keine Börsengewinne – aber hohe Transparenz.» Mit anderen Worten: Das, was auf der Plattform zu sehen ist, findet im realen Leben statt – ohne Netz und doppelten Boden. Wem das Agieren eines Händlers gefällt, der kann dessen Transaktionen ungeniert nachbilden. 363 Leute haben sich bis dato dafür entschieden. «Trader sollen durch Interaktion voneinander lernen», sagt Bech. Was in der Social-Media-Welt mittlerweile gang und gäbe ist, wolle man auf die Welt des Börsenhandels abbilden.

Alle Details zum erfolgreichen Trader

Saxo Bank hat die Plattform deshalb auch bewusst nicht als Nischenplattform definiert, sondern mit verschiedensten Anlageinstrumenten versehen: So können Aktien, Anleihen, Derivate – wie Optionen, Futures und CFDs (Contracts for Difference) – und Devisen gehandelt werden.

Die Wikinger-Saga um «Hrnielsen» ist echt: Vor gut sieben Jahren hat er das Konto bei Saxo Bank eröffnet (alle bisherigen Verbindungen können mit entsprechendem Kunde auf die Social-Trading-Plattform übernommen werden), in den Jahren 2011 und 2012 ohne Fortune gehandelt, im Schnitt aber bis dato rund 55 Prozent seiner Trades erfolgreich gestalten können, bei denen er – mit einer durchschnittlichen Haltedauer von 5 Wochen und 5 Tagen – überwiegend Long geht, also auf steigende Kurse setzt. All diese Informationen, so das Konzept der Dänen, sind öffentlich zugänglich.

Schweizer Zugang ist noch in der Feinabstimmung

Der Erfolg der Saxo-Bank-Plattform in absoluten Zahlen ist schwer einzuordnen: Knapp 850 Personen hätten laut Bech ihr Konto bisher mit der neuen Plattform verlinkt, bei aktuell 313 Tradern ist das Profil so definiert, dass alle Aktivitäten öffentlich einsehbar sind. Schweizer Kunden bleiben vorerst aussen vor: Für den hiesigen Markt sei man noch an der Feinabstimmung des Disclaimers, sprich Kleingedruckten. Die spontane Reaktion: Tradingfloor.com und Bankgeheimnis – wie soll das gehen? Bech schmunzelt. In ein paar Monaten soll es dennoch so weit sein.

Die Pläne sind vielfältig, die Ziele hochgesteckt. Erst 60 Prozent dessen, was die Plattform dereinst können soll, sei heute bereits realisiert – deshalb hängt auch der Stempel einer Beta-Version auf der Seite. In einem nächsten Schritt kommen fünf weitere Sprachen (darunter deutsch) hinzu. «Wir wollen die soziale Trading-Plattform für die ganze Welt werden», sagt Bech selbstbewusst – und lässt sich sogar eine Zahl entlocken: «Bis in vier Jahren visieren wir monatlich eine Million Nutzer an.»

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Wer sich auf der Webseite (oder eben im Handelsraum) umsieht, findet auf den ersten Blick Bekanntes aus der Finanzwelt, aber auch aus sozialen Netzwerken. Seit der offiziellen Lancierung sind mittlerweile gut drei Wochen ins Land gezogen – und für Rune Bech, Head of Digital Media bei der Saxobank, fällt im Gespräch mit handelszeitung.ch das Fazit durchaus positiv aus: «Die Leute wollen über ihre Aktivitäten und die Performance reden.»

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Die Wikinger-Saga um «Hrnielsen» ist echt: Vor gut sieben Jahren hat er das Konto bei Saxo Bank eröffnet (alle bisherigen Verbindungen können mit entsprechendem Kunde auf die Social-Trading-Plattform übernommen werden), in den Jahren 2011 und 2012 ohne Fortune gehandelt, im Schnitt aber bis dato rund 55 Prozent seiner Trades erfolgreich gestalten können, bei denen er – mit einer durchschnittlichen Haltedauer von 5 Wochen und 5 Tagen – überwiegend Long geht, also auf steigende Kurse setzt. All diese Informationen, so das Konzept der Dänen, sind öffentlich zugänglich.

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Die Pläne sind vielfältig, die Ziele hochgesteckt. Erst 60 Prozent dessen, was die Plattform dereinst können soll, sei heute bereits realisiert – deshalb hängt auch der Stempel einer Beta-Version auf der Seite. In einem nächsten Schritt kommen fünf weitere Sprachen (darunter deutsch) hinzu. «Wir wollen die soziale Trading-Plattform für die ganze Welt werden», sagt Bech selbstbewusst – und lässt sich sogar eine Zahl entlocken: «Bis in vier Jahren visieren wir monatlich eine Million Nutzer an.»

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