10.03.2010 | 05:30
WÄHRUNGEN
Von:
Jorgos Brouzos
Foto:
Bild: Bruno Arnold
 

Panik nicht für bare Münze nehmen

Euro, Yen, Pfund und Dollar sind unter Druck, während Anleger weiter mit einem starken Franken rechnen müssen. Trotzdem sollte die EU- Gemeinschaftswährung noch nicht abgeschrieben werden, mahnen die Marktspezialisten.

Die besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten in den USA haben nicht nur die Aktienmärkte angetrieben, sie haben auch dem Dollar zu einer Hausse bis auf einen Dollar-Franken-Kurs von 1.08 verholfen. Gleichzeitig hat die erfolgreiche Platzierung einer Anleihe den ärgsten Druck von Griechenland genommen und so für etwas Entlastung beim Eurokurs gesorgt.

Doch dies ist noch nicht der Anfang vom Ende der nun schon Monate andauernden Frankenstärke: So erwarten die Währungsexperten der US-Bank Morgan Stanley, dass sich der Euro-Franken-Kurs längerfristig zwischen 1.45 und 1.50 einpendelt -aktuell liegt der Kurs bei 1.46. Bei der Bank Sarasin geht man sogar davon aus, dass sich die wirtschaftliche Erholung in der 2. Jahreshälfte abschwächen könnte und dann der Franken als sicherer Hafen noch stärker gefragt sein werde. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stemmt sich zwar nach wie vor gegen eine übermässige Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro, eine Intervention wird aber nicht erwartet. «Die kritische Schwelle beim Euro-Franken-Kurs hat sich etwas verschoben, da sich die Schweizer Wirtschaft viel stärker präsentiert als vor einem Jahr», sagt Thomas Flury, Head Foreign Exchange Strategy bei der UBS.

Spekulanten stehen bereit

In den letzten Tagen wurde vielerorts spekuliert, dass es Hedge-Fonds auf den Euro abgesehen haben und diesen herunterbieten. Es scheint aber eher, als ob die Finanzinvestoren als Sündenböcke herhalten müssen. «Hedge-Fonds können sich nur dann erfolgreich gegen eine Währung positionieren, wenn diese bereits politisch oder ökonomisch geschwächt ist», so Flury. Der Einfluss der Spekulationen ist schwer einzuschätzen wenn aber einige der grössten Hedge-Fonds eine ähnliche Strategie verfolgen, kann das eine Signalwirkung auf den Devisenmarkt haben und so den vorgezeichneten Weg einer Währung beschleunigen.

Augenscheinlich ist dies auch beim tiefen Fall des Pfunds: Diese Währung lässt sich einfacher als der Euro in eine Richtung treiben und es gilt am Markt zurzeit auch als ausgemacht, dass genau das geschieht.

Befürchtungen übertrieben

Zurück zum Euro: Die schwierige Situation, in der sich Griechenland befindet, ist noch längst nicht überwunden. Aktuelle Studien zeigen, dass es für relativ geschlossene Volkswirtschaften mit tiefen Sparraten, wie es Griechenland und Portugal sind, zukünftig sehr schwierig sein wird zu wachsen. Es genügt daher nicht, nur die Staatsausgaben zu senken. Auch die Lohnkosten müssten gerade in Griechenland kompetitiver werden, um die Staaten wettbewerbsfähiger zu machen.

Trotz der Jeremiaden am Markt: Für die Analysten von Morgan Stanley bleibt die wirtschaftliche Anfälligkeit, die durch die Staatsverschuldung entsteht, in der gesamte Eurozone relativ gering. Der grosse Verlierer in der Rangliste von Morgan Stanley ist demnach der Yen. Doch auch das Pfund und der Dollar liegen weit hinten. So sind auch die Sorgen um die Refinanzierung der hohen briti- schen Staatsschuld die Ursache für die jüngste Abwertung des Pfunds. Die USA profitieren bei der Refinanzierung davon, dass der Dollar nach wie vor die Welt-Leitwährung ist.

Die relativ tiefe Verschuldung macht damit den Franken zur sicheren Insel. Doch sollten auch Anleger mit Euro-Obligationen nicht in Panik geraten. «Langfristig ausgerichtete Investoren sollen im Euro bleiben und auf bessere Wechselkurse mit einem stärkeren Euro warten», so Flury.


Über Mini-Futures die Kursschwankungen glätten ? und mit Calls auf einen schwächeren Euro wetten

Zur Absicherung der Kreditrisiken von Staaten decken sich Investoren mit Credit Default Swaps (CDS) ein - oder sie verkaufen solche Papiere, wenn sie an eine Pleite glauben. Futures auf Staatsanleihen, wie die an der Eurex gehandelten Bund- oder Bobl-Futures, sind ebenfalls beliebte Absicherungsinstrumente. Diese Futures gibt es aber lediglich auf liquide Basiswerte, etwa auf Staatsanleihen der nördlichen Länder der Eurozone.

Für Anleger, die auf Frankenbasis rechnen, sind deshalb Hebelprodukte auf Währungen zweckmässigere Absicherungsvehikel. Der Mini-Future XXSUZ, mit dem Anleger auf einen fallenden Euro-Franken-Kurs spekulieren, ist seit Dezember um 25% gestiegen. Noch stärker hat der Schein XXSEC zugelegt. Bei solchen Mini-Futures spielt die Volatilität keine Rolle, bei einfachen Warrants ist sie aber ein Faktor.

So stieg der Put CHFWH seit Dezember um 200%, auch weil die Volatilität seither anzog. Unter den zehn meistgehandelten Hebelprodukten waren zuletzt Put- bzw. Short-Produkte. Der Mini-Short GBPCE hat sich innert Wochenfrist um ein Viertel verteuert und der Put EURAW fast verdreifacht. Auch hier müssen Anleger durchkalkulieren, wie viel die «Versicherung» kosten darf.

Calls sind das Mittel, um von einer Euroschwäche zu profitieren: Entweder als Long-Mini-Futures wie MUSDI oder MUSDB, als Turbo-Calls wie TURER oder TURES oder aber als konventionelle Call-Warrants wie USDBJ oder USDDW.(mn)

SMI 5'797.8 -75.0 -1.3%
SPI 5'419.8 -69.1 -1.3%
SLI 871.9 -15.4 -1.7%
SMIM 1'120.6 -17.8 -1.6%
DAX 30 6'271.2 -37.7 -0.6%
EURO STOXX 215.7 -1.0 -0.5%
FTSE 100 5'267.6 -70.8 -1.3%
Dow Jones 30 Industrial 12'369.4 -73.1 -0.6%
NASDAQ 100 2'478.5 -30.5 -1.2%
S&P 500 1'304.9 -19.9 -1.5%
Nikkei 225 8'641.3 30.0 0.4%

Top und Flops

Name Kurs +/- +/- %
54.50 0.00 0.00
156.40 -0.60 -0.38
48.90 -0.20 -0.41
53.95 -0.25 -0.46
350.00 -3.00 -0.85
54.25 -1.60 -2.86
37.06 -1.17 -3.06
382.80 -14.70 -3.70
302.30 -11.70 -3.73
30.90 -1.33 -4.13
Name Kurs +/- +/- %
23.25 0.36 1.57
15.20 0.18 1.20
75.31 0.49 0.65
8.75 0.05 0.59
40.73 0.23 0.57
59.20 -1.22 -2.02
61.31 -1.42 -2.26
46.39 -1.13 -2.37
MAN
78.18 -2.34 -2.91
6.20 -0.23 -3.55
Name Kurs +/- +/- %
4.94 0.18 3.69
3.40 0.12 3.51
4.58 0.13 2.97
26.23 0.75 2.94
13.68 0.35 2.63
119.75 -2.50 -2.04
61.31 -1.42 -2.26
46.39 -1.13 -2.37
53.39 -1.63 -2.96
9.92 -0.69 -6.51

Aktuelle Ausgabe - Jetzt am Kiosk!

Aktuelle Ausgabe der Handelszeitung

  • EFTA-Gerichtshof- präsident: «Ein EWR-Beitritt wäre sinnvoll». Lesen
     
  • St. Galler KB forciert Geschäft in Deutschland. Lesen
     
  • Philippe Gaydoul verliert Navyboot-Chefdesigner. Lesen
     
  • Kommentar von Beat Balzli: CDS = Chemie der Sorglosigkeit. Lesen

 

Dieses und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Handelszeitung.
Zum Inhaltsverzeichnis
Abonnement bestellen

Steuerrechner


Unser Steuerrechner zeigt Ihnen, wie sich die Steuern bei einem Wohnortswechsel verändern.
Zum Tool

Werden Sie angemessen bezahlt?

Unser Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss darüber, ob Sie genügend entlöhnt werden
Das Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss.
Zum Tool

finanzen.ch


Die aktuellen Börsenberichte aus aller Welt und weitere Infos für Anleger finden Sie laufend aktualisiert auf dem Schweizer Börsen- und Finanzportal finanzen.ch - einer Partner-Seite der Handelszeitung.
www.finanzen.ch

Artikel

Alibaba-Beteiligung: Yahoo verkauft Kronjuwelen
Die Beteiligung zählt zu den Kronjuwelen von Yahoo: Der kriselnde US-...
Schweizer Konsumenten zuversichtlicher
Beim Blick auf die Wirtschaftslage und den Arbeitsmarkt sind die Schweizer...
Nato startet Raketenschild, Hacker attackieren Website
Die Nato hat ihre europäische Raketenabwehr teilweise einsatzbereit gemacht....
Grünes Licht aus China: Google darf Motorola Mobility übernehmen
Die letzte Hürde ist genommen: Die chinesischen Behörden haben Google die...
Machtwechsel in Serbien: Nationalist wird Präsident
Nach acht Jahren haben die Serben ihren pro-europäischen Präsidenten Boris...
René Hermann: Euro-Krise: «Spanien ist ein Wackelkandidat»
Er erwartet, dass neben Griechenland auch Portugal aus der Euro-Zone austreten...
Sarasin-Verkauf an Safra mit Verspätung
Sarasin-Chef Strähle im Visier der US-Steuerbehörden, der Safra-Hauptaktionär...
Moralische Unterstützung für Griechenland
Die wichtigsten westlichen Industriestaaten und Russland machen sich in Camp...
Blasphemie: Pakistan sperrt Twitter
Ein Wettbewerb zur Verbreitung von Mohammed-Karikaturen hat das Fass zum...
Grübel kritisiert: Nationalbank ist Euroraum ausgliefert
Der ehemalige UBS- und CS-Chef Oswald Grübel rechnet bei der Stützung des...

iPad

Die Handelszeitung auf Ihrem iPad und iPhone
Die Handelszeitung mobil auf Ihrem iPad und Ihrem iPhone.
Mehr Infos

RSS abonnieren

ANZEIGE

Newsletter bestellen

Der Newsletter von Handelszeitung informiert Sie wöchentlich über die wichtigsten News der Schweizer WirtschaftAbonnieren Sie unseren Newsletter und Sie erhalten wöchentlich die wichtigsten News der Schweizer Wirtschaft per E-Mail.
Newsletter abonnieren

ANZEIGE

Mobile Apps

Die wichtigsten und beliebtesten Apps für iPhones, Blackberrys und andere mobile Geräte.
Weiterlesen

ANZEIGE

Dossiers

Die grosse Analyse - auch abseits des Spielfelds: «Handelszeitung Online»...
Alt und schön: Von klassischen Oldtimern geht eine ungewöhnliche Faszination...
Griechenland steckt in einer politischen Krise - die finanzielle Zukunft des...
Hollande oder Sarkozy? Alle Fakten und Hintergründe im Vorfeld der Stichwahl am...
Am Mittwoch hat die Schweizerische Nationalbank wieder eine komplette...