Richtig bezahlen im Ausland

Kreditkarten bieten auf Reisen mehr Sicherheit als Bares. Die Gebühren können aber teuer werden. Tipps, um Kostenfallen auszuweichen und den Urlaub zu geniessen.

VonJorgos Brouzos
15.07.2008

Er sei immer wieder überrascht, wie viel Bargeld manche Reisende in den Ferien dabei hätten. Das sei sehr unvorsichtig, so Thomas Beck, Geschäftsführer von Swiss Bankers. Eine sicherere Alternative bieten dagegen Kreditkarten, Maestro-/Postkarte und Travel Cash. «Jeder Kunde muss selbst entscheiden, wir weisen aber auf den Nutzen von Kreditkarten hin», so Peter Brun, Head of Corporate Communications bei Kuoni.

Bei All-Inclusive-Reisen sei häufig nur wenig Bargeld nötig, rät man bei Kuoni. In bestimmten Destinationen sei es aber schwierig ohne Bargeld, in vielen afrikanischen Ländern komme man kaum ohne aus. «In einigen Reisezielen kann man erst vor Ort in die lokale Währung wechseln», führt Reiseprofi Brun aus.

Weniger exotische Destinationen in Europa und Amerika liessen sich jedoch gut mit der Kreditkarte bereisen. Zudem ist es beinahe unmöglich, ohne Kreditkarte ein Auto im Ausland zu mieten.

Beim Entscheid für oder gegen eine Kreditkarte spielen auch die Gebühren eine wichtige Rolle. Das Bezahlen der Rechnungen fällt mit wenigen Prozentpunkten dabei nur gering ins Gewicht, richtig teuer wird es erst, wenn man mit der Kreditkarte Bargeld am Automaten bezieht. Bei der UBS kostet ein Bargeldbezug mit Kreditkarte im Ausland ohne vorhandenes Guthaben 2,5% des Betrags, mindestens aber 5 Fr. Bei vorhandenem Guthaben schlägt der Bezug mit 5 Fr. zu Buche.

Besitzer von MasterCard und Visa Card von der Credit Suisse zahlen für einen Barbezug 3,75% der Bezugssumme, mindestens aber 10 Fr. Cornèrcard ist mit 4% noch teurer, kleinere Beträge kosten aber nur 6 Fr.

Teures Bargeld

«Für Geschäftskunden spielen Gebühren zwar häufig keine Rolle, Ferienreisende sind jedoch auf die Kosten beim Bargeldbezug mit Kreditkarten sensibilisiert», so Thomas Beck. Generell kostet ein Bargeldbezug zwischen 3,5% und 4% des bezogenen Betrages. Die Mindestgebühr liegt zwischen 5 und 10 Fr. (siehe Tabelle).

«Vergleicht man die Tarife fürs Geldwechseln im Ausland mit denen von Barbezügen mit Kreditkarten, sind die Tarife für Bezüge über die Karte zwar am oberen Limit, aber tolerabel», so Thomas Meier von der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). «Wenn man die Wahl hat, ist es besser, die Rechnung direkt mit Kreditkarte zu bezahlen», so Meier. Auch hier unterscheiden sich die Tarife (siehe Tabelle).

Ein neueres Phänomen seien Trickdiebe, welche es auf die Persönliche Identifikationsnummer (PIN) abgesehen haben. Unberechtigte Bezüge mit der Nummer gehen grundsätzlich erst einmal zu Lasten der Karteninhaber, denn «der Karteninhaber muss der Sorgfaltspflicht nachkommen», erklärt Alex Josty von PostFinance. Kann der Kunde aber glaubwürdig versichern, dass er das Opfer eines Betruges geworden ist, sind die Kartenherausgeber in den meisten Fällen verhandlungsbereit.

Mit der Postcard im Ausland Geld zu beziehen, ist laut Swiss Bankers günstig. Die Gebühr beträgt unabhängig vom Geldbetrag lediglich 4 Fr. Damit schlägt die Postcard die Maestro-Karte (ca. 4.50 Fr. pro Bezug plus Zuschläge).

Karten werden nicht ersetzt

«Viele sind sich aber nicht bewusst, dass Maestro- und Postkarten mit dem Konto verbunden sind und zudem im Ausland bei Verlust nicht ersetzt werden. Das kann unangenehme Folgen haben», gibt Thomas Beck von Swiss Bankers zu bedenken. Hingegen werden Travel-Cash und Travellers Cheques weltweit kostenlos ausgetauscht. «Travelers Cheques sind für exotische Destinationen sinnvoll, die Travel-Cash-Karte kann weltweit an fast jedem Bancomaten benutzt werden», so Beck. Zudem kann beides, je nach Reiseland, direkt als Zahlungsmittel eingesetzt werden.

Bei längeren, individuellen Reisen seien Travelers Cheques und Travel Cash Card praktisch, so Reiseexperte Brun. «Es ist eine sichere Variante, weil sie einen Diebstahlschutz bietet. Man soll aber die Gebühren beachten», so Thomas Meier vom SKS (siehe Tabelle).

Diskussion
- Kommentare
Stichworte:
Credit Suisse

Er sei immer wieder überrascht, wie viel Bargeld manche Reisende in den Ferien dabei hätten. Das sei sehr unvorsichtig, so Thomas Beck, Geschäftsführer von Swiss Bankers. Eine sicherere Alternative bieten dagegen Kreditkarten, Maestro-/Postkarte und Travel Cash. «Jeder Kunde muss selbst entscheiden, wir weisen aber auf den Nutzen von Kreditkarten hin», so Peter Brun, Head of Corporate Communications bei Kuoni.

Bei All-Inclusive-Reisen sei häufig nur wenig Bargeld nötig, rät man bei Kuoni. In bestimmten Destinationen sei es aber schwierig ohne Bargeld, in vielen afrikanischen Ländern komme man kaum ohne aus. «In einigen Reisezielen kann man erst vor Ort in die lokale Währung wechseln», führt Reiseprofi Brun aus.

Weniger exotische Destinationen in Europa und Amerika liessen sich jedoch gut mit der Kreditkarte bereisen. Zudem ist es beinahe unmöglich, ohne Kreditkarte ein Auto im Ausland zu mieten.

Beim Entscheid für oder gegen eine Kreditkarte spielen auch die Gebühren eine wichtige Rolle. Das Bezahlen der Rechnungen fällt mit wenigen Prozentpunkten dabei nur gering ins Gewicht, richtig teuer wird es erst, wenn man mit der Kreditkarte Bargeld am Automaten bezieht. Bei der UBS kostet ein Bargeldbezug mit Kreditkarte im Ausland ohne vorhandenes Guthaben 2,5% des Betrags, mindestens aber 5 Fr. Bei vorhandenem Guthaben schlägt der Bezug mit 5 Fr. zu Buche.

Besitzer von MasterCard und Visa Card von der Credit Suisse zahlen für einen Barbezug 3,75% der Bezugssumme, mindestens aber 10 Fr. Cornèrcard ist mit 4% noch teurer, kleinere Beträge kosten aber nur 6 Fr.

Teures Bargeld

«Für Geschäftskunden spielen Gebühren zwar häufig keine Rolle, Ferienreisende sind jedoch auf die Kosten beim Bargeldbezug mit Kreditkarten sensibilisiert», so Thomas Beck. Generell kostet ein Bargeldbezug zwischen 3,5% und 4% des bezogenen Betrages. Die Mindestgebühr liegt zwischen 5 und 10 Fr. (siehe Tabelle).

«Vergleicht man die Tarife fürs Geldwechseln im Ausland mit denen von Barbezügen mit Kreditkarten, sind die Tarife für Bezüge über die Karte zwar am oberen Limit, aber tolerabel», so Thomas Meier von der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). «Wenn man die Wahl hat, ist es besser, die Rechnung direkt mit Kreditkarte zu bezahlen», so Meier. Auch hier unterscheiden sich die Tarife (siehe Tabelle).

Ein neueres Phänomen seien Trickdiebe, welche es auf die Persönliche Identifikationsnummer (PIN) abgesehen haben. Unberechtigte Bezüge mit der Nummer gehen grundsätzlich erst einmal zu Lasten der Karteninhaber, denn «der Karteninhaber muss der Sorgfaltspflicht nachkommen», erklärt Alex Josty von PostFinance. Kann der Kunde aber glaubwürdig versichern, dass er das Opfer eines Betruges geworden ist, sind die Kartenherausgeber in den meisten Fällen verhandlungsbereit.

Mit der Postcard im Ausland Geld zu beziehen, ist laut Swiss Bankers günstig. Die Gebühr beträgt unabhängig vom Geldbetrag lediglich 4 Fr. Damit schlägt die Postcard die Maestro-Karte (ca. 4.50 Fr. pro Bezug plus Zuschläge).

Karten werden nicht ersetzt

«Viele sind sich aber nicht bewusst, dass Maestro- und Postkarten mit dem Konto verbunden sind und zudem im Ausland bei Verlust nicht ersetzt werden. Das kann unangenehme Folgen haben», gibt Thomas Beck von Swiss Bankers zu bedenken. Hingegen werden Travel-Cash und Travellers Cheques weltweit kostenlos ausgetauscht. «Travelers Cheques sind für exotische Destinationen sinnvoll, die Travel-Cash-Karte kann weltweit an fast jedem Bancomaten benutzt werden», so Beck. Zudem kann beides, je nach Reiseland, direkt als Zahlungsmittel eingesetzt werden.

Bei längeren, individuellen Reisen seien Travelers Cheques und Travel Cash Card praktisch, so Reiseexperte Brun. «Es ist eine sichere Variante, weil sie einen Diebstahlschutz bietet. Man soll aber die Gebühren beachten», so Thomas Meier vom SKS (siehe Tabelle).

Meistgelesen

Fast jede zweite Firma fürchtet Personalmangel
Einwanderung

Die Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative hat die Ängste der Schweizer Wirtschaft befeuert. Fast jeder zweite Schweizer Konzern fürchtet Engpässe beim Personal, ergab eine Umfrage der UBS. Mehr...

16.04.2014
Orascom-Chef glaubt an den baldigen Ägypten-Boom
Tourismus

Ist der Ägyptentourismus am Ende? Mitnichten, sagt Orascom-Chef Samih Sawiris. Der Investor leidet stark unter dem Rückgang im Ägypten-Tourismus – doch er sieht einen Aufschwung noch in diesem Jahr. Mehr...

VonGabriel Knupfer
16.04.2014
Wenn eine Schweizer Superjacht das Aus bedeutet
Schiffbau

Die Superjacht eines Schweizer Firmengründers gibt in Neuseeland zu reden. Die Werft ging gleich nach der Schiffstaufe bankrott. Mehr...

VonChristian Bütikofer
16.04.2014
Frick-Mörder: Suche in Liechtenstein beendet
Vergeblich

Der mutmassliche Todesschütze und Mörder des Chefs der Bank Frick bleibt verschollen. Die Polizei stellt die Suche am Rhein ein. Dennoch wollen die Behörden nicht aufgeben. Mehr...

16.04.2014
Zalande wehrt sich gegen verdeckte Recherche
Recherche

Nach einer Undercover-Reportage von RTL über die miesen Arbeitsbedingungen beim Online-Modehändler folgt die Retourkutsche. Zalando hat bei der Staatsanwaltschaft in Erfurt Anzeige eingereicht. Mehr...

16.04.2014
Die rüden Methoden der ZKB
Rauswurf

Die Zürcher Kantonalbank hat die Geschäftsbeziehungen mit den Grenzgängern gekündigt. Kurzfristig – und mit einem Schreiben in scharfem Ton. Mehr...

VonTobias Keller
15.04.2014
Stromsparen

TV-Boxen und Internet-Router sind regelrechte Stromfresser. Wer nicht zu Hause ist, sollte abschalten. Jetzt droht eine neue Stromrichtlinie den UPC-Boxen den Stecker zu ziehen. Mehr...

VonSven Millischer
16.04.2014

Die aktuelle Ausgabe der Handelszeitung
 

Cover der aktuellen Ausgabe

 

Unsere Partner      

Sixt greift Mobility an Mehr

UPC fürchtet Importrestriktionen für TV-Boxen Mehr

Mammut will Amazon ausschalten. Mehr

Schweizer Aufpasser untersuchen Hypo-Bankenpleite. Mehr

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...