24.06.2008 | 21:00
ROHSTOFFE
Von:
Shai Oster
Foto:
|
 

Rohstoffe: China verschwendet die Ressourcen

Das Reich der Mitte treibt Raubbau mit der Verwendung von Rohstoffen und belastet sein Ökosystem massiv. Gefragt sind kurzfristige und langfristige Massnahmen wie die kürzlich erfolgte Verteuerung des Benzins.

China verbraucht doppelt so viel Wasser, Land und andere Rohstoffe, wie sein Ökosystem auf lange Sicht hergibt. Dies geht aus einer Studie hervor, die chinesische und internationale Wissenschaftler erarbeitet haben. Die Studie, die Chinas «ökologischen Fussabdruck» untersuchte – den Verbrauch von natürlichen Ressourcen wie Landwirtschaftsland, Holz, Wasser, Kohle sowie Land für Kehrrichtdeponien –, ergab, dass China im Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl noch gut dasteht.

Eine Reihe von Gefahren

Trotzdem hat sich der Rohstoffverbrauch des Landes seit den 1960er Jahren ungefähr verdoppelt, wie aus dem vom WWF und dem China Council for International Cooperation and Environment veröffentlichten Bericht hervorgeht. Darin wird gewarnt, dass «das Land die vorhandenen Kapazitäten des gesamten Planeten aufbrauchen werde», sollten die Chinesen pro Kopf genauso viel konsumieren wie die USA.

Die Studie basiert überwiegend auf Datenmaterial von 2003, dem letzten Jahr, für das umfangreiche Eckwerte vorhanden sind, kommentierte der WWF. Aber die Ergebnisse spiegeln einen Trend, der nach Angaben der Autoren anhalten wird. Danach ist China weltweit auf Platz 69, was den Ressourcenverbrauch pro Kopf betrifft, knapp hinter Syrien. Die USA liegen an zweiter Stelle hinter den Vereinigten Arabischen Emiraten. Japan rangiert auf Position 27.

Die Studie definiert den ökologischen Fussabdruck eines Landes als die Menge an biologisch produktiven Land- und Wasserflächen, die für den Bedarf der Bevölkerung benötigt wird. Chinas Durchschnittswert lag bei 1,6 ha pro Person, weit unter dem globalen Durchschnitt von 2,2 ha. Doch China hat selbst nur Rohstoffe von 0,8 ha pro Person zur Verfügung. Das bedeutet, dass das Land ein Ressourcendefizit in Höhe seines halben Gesamtbedarfs hat.

Um einen Teil davon gutzumachen, importiert China Rohstoffe aus Ländern wie Kanada, Indonesien und den USA. Aber viel davon wird dann in Form von endverarbeiteten Gütern in den Westen re-exportiert. So ist China ein Nettoexporteur von Rohstoffen, ergibt sich aus der Studie. Was China braucht, sind einfache kurzfristige Lösungen, wie etwa den Gebrauch von energieeffizienten Glühbirnen. Aber es muss auch langfristig planen. Das Land verfügt über 15% der weltweiten «biologischen Kapazität» – der Fähigkeit, nützliche biologische Stoffe zu produzieren und Abfall aufzunehmen. Die USA verfügen über 20% der globalen Biokapazität (siehe Grafik).

Gefahr fürs Ökosystem

«In den kommenden 10 bis 20 Jahren wird der Verbrauch in China vermutlich weiterhin eine Gefahr für das Ökosystem des Landes darstellen und die globale Biokapazität weiterhin unter Druck bringen», heisst es in der Studie. Li Lin, Leiterin Naturschutz-Strategie in China für den WWF, sagte, die besondere Bedeutung der Studie sei, «dass man nur managen kann, was man auch messen kann». Chinas Führung nehme «die Herausforderung an und sagte zu, die Sache objektiv zu betrachten». Chinas Führer hatten sich bis vor kurzem in einem Bereich schmerzhaften Schritten widersetzt, die nach Ansicht von Experten die Effizienz rasch steigern könnten: Einer Aufhebung der staatlichen Subventionen für Energieprodukte. Der Leiter des staatlichen Energiebüros sagte, sie seien nötig, um die soziale Stabilität aufrechtzuerhalten.

China hat nun aber über Nacht die staatlich kontrollierten Treibstoffpreise drastisch bis zu 25% erhöht, will die Kostensteigerungen aber mit Milliardensubventionen abfedern.

Die Entwicklungs- und Reformkommission begründete die überraschende Preissteigerung mit der wachsenden Kluft zwischen den künstlich niedrig gehaltenen Treibstoffpreisen in China und den immer höheren Rohölpreisen auf dem Weltmarkt. Die internationale Energieagentur in Paris erhöhte ihre Prognose für das Wachstum der Ölnachfrage in China in diesem Jahr von 4,9 auf 5,5%.

SMI 5'797.8 -75.0 -1.3%
SPI 5'419.8 -69.1 -1.3%
SLI 871.9 -15.4 -1.7%
SMIM 1'120.6 -17.8 -1.6%
DAX 30 6'271.2 -37.7 -0.6%
EURO STOXX 215.7 -1.0 -0.5%
FTSE 100 5'267.6 -70.8 -1.3%
Dow Jones 30 Industrial 12'369.4 -73.1 -0.6%
NASDAQ 100 2'478.5 -30.5 -1.2%
S&P 500 1'304.9 -19.9 -1.5%
Nikkei 225 8'641.3 30.0 0.4%

Top und Flops

Name Kurs +/- +/- %
54.50 0.00 0.00
156.40 -0.60 -0.38
48.90 -0.20 -0.41
53.95 -0.25 -0.46
350.00 -3.00 -0.85
54.25 -1.60 -2.86
37.06 -1.17 -3.06
382.80 -14.70 -3.70
302.30 -11.70 -3.73
30.90 -1.33 -4.13
Name Kurs +/- +/- %
23.25 0.36 1.57
15.20 0.18 1.20
75.31 0.49 0.65
8.75 0.05 0.59
40.73 0.23 0.57
59.20 -1.22 -2.02
61.31 -1.42 -2.26
46.39 -1.13 -2.37
MAN
78.18 -2.34 -2.91
6.20 -0.23 -3.55
Name Kurs +/- +/- %
4.94 0.18 3.69
3.40 0.12 3.51
4.58 0.13 2.97
26.23 0.75 2.94
13.68 0.35 2.63
119.75 -2.50 -2.04
61.31 -1.42 -2.26
46.39 -1.13 -2.37
53.39 -1.63 -2.96
9.92 -0.69 -6.51

Aktuelle Ausgabe - Jetzt am Kiosk!

Aktuelle Ausgabe der Handelszeitung

  • EFTA-Gerichtshof- präsident: «Ein EWR-Beitritt wäre sinnvoll». Lesen
     
  • St. Galler KB forciert Geschäft in Deutschland. Lesen
     
  • Philippe Gaydoul verliert Navyboot-Chefdesigner. Lesen
     
  • Kommentar von Beat Balzli: CDS = Chemie der Sorglosigkeit. Lesen

 

Dieses und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Handelszeitung.
Zum Inhaltsverzeichnis
Abonnement bestellen

Steuerrechner


Unser Steuerrechner zeigt Ihnen, wie sich die Steuern bei einem Wohnortswechsel verändern.
Zum Tool

Werden Sie angemessen bezahlt?

Unser Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss darüber, ob Sie genügend entlöhnt werden
Das Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss.
Zum Tool

finanzen.ch


Die aktuellen Börsenberichte aus aller Welt und weitere Infos für Anleger finden Sie laufend aktualisiert auf dem Schweizer Börsen- und Finanzportal finanzen.ch - einer Partner-Seite der Handelszeitung.
www.finanzen.ch

Artikel

Alibaba-Beteiligung: Yahoo verkauft Kronjuwelen
Die Beteiligung zählt zu den Kronjuwelen von Yahoo: Der kriselnde US-Konzern...
Schweizer Konsumenten zuversichtlicher
Beim Blick auf die Wirtschaftslage und den Arbeitsmarkt sind die Schweizer...
Nato startet Raketenschild, Hacker attackieren Website
Die Nato hat ihre europäische Raketenabwehr teilweise einsatzbereit gemacht....
Grünes Licht aus China: Google darf Motorola Mobility übernehmen
Die letzte Hürde ist genommen: Die chinesischen Behörden haben Google die...
Machtwechsel in Serbien: Nationalist wird Präsident
Nach acht Jahren haben die Serben ihren pro-europäischen Präsidenten Boris...
René Hermann: Euro-Krise: «Spanien ist ein Wackelkandidat»
Er erwartet, dass neben Griechenland auch Portugal aus der Euro-Zone austreten...
Sarasin-Verkauf an Safra mit Verspätung
Sarasin-Chef Strähle im Visier der US-Steuerbehörden, der Safra-Hauptaktionär...
Moralische Unterstützung für Griechenland
Die wichtigsten westlichen Industriestaaten und Russland machen sich in Camp...
Blasphemie: Pakistan sperrt Twitter
Ein Wettbewerb zur Verbreitung von Mohammed-Karikaturen hat das Fass zum...
Grübel kritisiert: Nationalbank ist Euroraum ausgliefert
Der ehemalige UBS- und CS-Chef Oswald Grübel rechnet bei der Stützung des...

iPad

Die Handelszeitung auf Ihrem iPad und iPhone
Die Handelszeitung mobil auf Ihrem iPad und Ihrem iPhone.
Mehr Infos

RSS abonnieren

ANZEIGE

Newsletter bestellen

Der Newsletter von Handelszeitung informiert Sie wöchentlich über die wichtigsten News der Schweizer WirtschaftAbonnieren Sie unseren Newsletter und Sie erhalten wöchentlich die wichtigsten News der Schweizer Wirtschaft per E-Mail.
Newsletter abonnieren

ANZEIGE

Mobile Apps

Die wichtigsten und beliebtesten Apps für iPhones, Blackberrys und andere mobile Geräte.
Weiterlesen

ANZEIGE

Dossiers

Die grosse Analyse - auch abseits des Spielfelds: «Handelszeitung Online»...
Alt und schön: Von klassischen Oldtimern geht eine ungewöhnliche Faszination...
Griechenland steckt in einer politischen Krise - die finanzielle Zukunft des...
Hollande oder Sarkozy? Alle Fakten und Hintergründe im Vorfeld der Stichwahl am...
Am Mittwoch hat die Schweizerische Nationalbank wieder eine komplette...