Spanien erfreut Märkte mit Anleihe-Auktion

Darauf hatten die Anleger gehofft: Spanien hat mit einer zehnjährigen Staatsanleihe 2,5 Milliarden Euro eingenommen. Die Nachfrage überstieg das Angebot deutlich. Auch Frankreich refinanzierte sich er

19.04.2012

Das schuldengeplagte Spanien hat eine mit Spannung erwartete Anleihe-Emission mit Erfolg über die Bühne gebracht. Das Land lieh sich insgesamt gut 2,5 Milliarden Euro und erreichte damit das angepeilte Volumen.

Beim zweiten Verkauf eines zehnjährigen Papiers in diesem Jahr musste Spanien den Investoren eine Rendite von 5,743 Prozent bieten, nachdem Anfang des Jahres erst 5,4 Prozent fällig gewesen waren.

Die Nachfrage überstieg das Angebot um das 2,4-fache (zuletzt 2,2-fach). Zusätzlich verkaufte Spanien eine Anleihe mit zweijähriger Laufzeit. Die Aktienmärkte und der Euro legten in Reaktion auf die Auktion zu.

Das Land steht im Zentrum der Schuldenkrise, seit es seine Sparziele aufweichte und damit an den Märkten Vertrauen verspielte. Die Zinsen für zehnjährige Anleihen waren in dieser Woche zum ersten Mal in diesem Jahr über die kritische Marke von 6 Prozent geklettert.

Entspannung auch in Frankreich

Auch Frankreich refinanzierte sich erfolgreich am Anleihemarkt: Insgesamt wurden Anleihen im Wert von 7,973 Milliarden Euro platziert, teilte die französische Finanzagentur in Paris mit. Damit lag man nur leicht unter dem Maximalziel von acht Milliarden Euro. Angestrebt worden waren sieben bis acht Milliarden Euro.

Eine fünfjährige Anleihe brachte 2,698 Milliarden Euro ein. Die Rendite lag mit 1,83 Prozent leicht höher als bei der letzten vergleichbaren Auktion (15. März: 1,78 Prozent). Die Auktion war 2,69-fach (1,98-fach) überzeichnet.

Mit einer Anleihe mit einer Laufzeit bis zum September 2014 wurden 3,545 Milliarden Euro eingenommen. Die Rendite lag hier bei 0,85 Prozent. Die Auktion war 2,29-fach überzeichnet. Ein Papier mit einer Laufzeit bis zum April 2015 brachte 1,73 Milliarden Euro ein. Die Rendite lag bei 1,06 Prozent. Die Auktion war 3-fach überzeichnet.

Die Unsicherheit am französischen Anleihemarkt hatte zuletzt angesichts der bevorstehenden Wahlen zugenommen. Zudem lastete auch die verschärfte Lage am spanischen Anleihemarkt auf dem französischen Markt.

(tno/muv/sda/awp)

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

Das schuldengeplagte Spanien hat eine mit Spannung erwartete Anleihe-Emission mit Erfolg über die Bühne gebracht. Das Land lieh sich insgesamt gut 2,5 Milliarden Euro und erreichte damit das angepeilte Volumen.

Beim zweiten Verkauf eines zehnjährigen Papiers in diesem Jahr musste Spanien den Investoren eine Rendite von 5,743 Prozent bieten, nachdem Anfang des Jahres erst 5,4 Prozent fällig gewesen waren.

Die Nachfrage überstieg das Angebot um das 2,4-fache (zuletzt 2,2-fach). Zusätzlich verkaufte Spanien eine Anleihe mit zweijähriger Laufzeit. Die Aktienmärkte und der Euro legten in Reaktion auf die Auktion zu.

Das Land steht im Zentrum der Schuldenkrise, seit es seine Sparziele aufweichte und damit an den Märkten Vertrauen verspielte. Die Zinsen für zehnjährige Anleihen waren in dieser Woche zum ersten Mal in diesem Jahr über die kritische Marke von 6 Prozent geklettert.

Entspannung auch in Frankreich

Auch Frankreich refinanzierte sich erfolgreich am Anleihemarkt: Insgesamt wurden Anleihen im Wert von 7,973 Milliarden Euro platziert, teilte die französische Finanzagentur in Paris mit. Damit lag man nur leicht unter dem Maximalziel von acht Milliarden Euro. Angestrebt worden waren sieben bis acht Milliarden Euro.

Eine fünfjährige Anleihe brachte 2,698 Milliarden Euro ein. Die Rendite lag mit 1,83 Prozent leicht höher als bei der letzten vergleichbaren Auktion (15. März: 1,78 Prozent). Die Auktion war 2,69-fach (1,98-fach) überzeichnet.

Mit einer Anleihe mit einer Laufzeit bis zum September 2014 wurden 3,545 Milliarden Euro eingenommen. Die Rendite lag hier bei 0,85 Prozent. Die Auktion war 2,29-fach überzeichnet. Ein Papier mit einer Laufzeit bis zum April 2015 brachte 1,73 Milliarden Euro ein. Die Rendite lag bei 1,06 Prozent. Die Auktion war 3-fach überzeichnet.

Die Unsicherheit am französischen Anleihemarkt hatte zuletzt angesichts der bevorstehenden Wahlen zugenommen. Zudem lastete auch die verschärfte Lage am spanischen Anleihemarkt auf dem französischen Markt.

(tno/muv/sda/awp)

Meistgelesen

Schwarzgeld

Die deutsche Regierung kritisiert seit Jahren Steueroasen im Ausland. Doch bei genauer Betrachtung ist Deutschland für Ausländer sogar selbst ein Hort für unversteuerte Gelder. Mehr...

VonMichael Houben (ARD)
16.05.2013
Nur Kleinanleger glauben noch an Gold
Kurs

Grossinvestoren verkaufen weiterhin Gold en masse. Ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Daran ändert auch die ungebrochen hohe Nachfrage von Kleinanlegern nach Münzen und Barren nichts. Mehr...

22.05.2013
Lohnstudie

Wer eine Schweizer Fachhochschule durchlaufen hat, verdient 2013 leicht weniger als vor zwei Jahren. In einigen Management-Stufen gibt es dagegen grosse Lohnsprünge nach oben. Mehr...

VonNorman Bandi
22.05.2013
Goldman-Sachs-Chefökonom: «Rezession in Europa geht weiter»
Eurokrise

Goldman-Sachs-Chefökonom Jan Hatzius befürchtet eine Rückkehr der Eurokrise, falls die Peripherieländer ihre Sparpolitik aufgeben. Mehr...

VonTim Höfinghoff
22.05.2013
Immobilienboom: Der Leichtsinn der Hausfrauen*
Kommentar

Es herrscht Leichtsinn im Land. Doch an der Schweizer Betonfront wächst die Beunruhigung, denn zwei von fünf neuen Hausbesitzern droht bei höheren Zinsen die Pleite. Mehr...

15.05.2013
Prognose

Der massive Absturz des des Goldes führt zu Verunsicherung. Der bekannte Anlageguru Mohamed El-Erian sieht darin Parallelen zum Einbruch der Apple- und Facebook-Aktie. Mehr...

23.05.2013
Schwarzer Börsentag: Der ganz normale Wahnsinn
Analyse

Die Aktienkurse tauchen nach dem Kurssturz in Japan weltweit. Auch an der Schweizer Börse geht es abwärts. Eine panische Reaktion ist trotzdem fehl am Platz. Mehr...

VonVolker Strohm
23.05.2013

Die Handelszeitung – jetzt am Kiosk

 

 

Unsere Partner    

Kommentar: Economiesuisse - das Grounding von 2013 Lesen

Fachhochschul-Absolventen stossen an Salärgrenzen. Lesen

Unterirdischer Güterverkehr: Geldsorgen. Lesen

Experten warnen vor Essen aus China. Lesen

Goldman-Sachs: «Rezession in Europa geht weiter». Lesen

Salat und Hemden im Schliessfach. Lesen

«Alstom ist keine Sozialversicherung ». Lesen

 

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Handelszeitung.
Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...