Norwegen: Attentäter kommt in Isolationshaft

Gegen Anders Behring Breivik, den Urheber der blutigen Attentate von Oslo und Utøya, ist eine vorerst achtwöchige Untersuchungshaft verhängt worden, vier davon in totaler Isolation. Die Zahl der Todes

25.07.2011

Im Laufe eines gut halbstündigen Termins beim Haftrichter hat sich Anders Behring Breivik «nicht schuldig» bekannt. Er gab an, er habe mit den beiden Anschlägen «ein kräftiges Signal» an das Volk geben wollen.

Breivik sprach von «zwei weiteren Zellen in unserer Organisation». Weitere Einzelheiten wollte der Sprecher aus der nichtöffentlichen Verhandlung nicht mitteilen.

Der Haftrichter verhängte gegen Breivik eine achtwöchige Untersuchungshaft, wie das Gericht in Oslo mitteilte. Der 32-Jährige werde für vier Wochen in vollständiger Isolation gehalten.

Er darf weder Besuch empfangen noch Briefe schreiben oder empfangen. Von dem Attentäter gehe weiter ein grosses Risiko aus, hiess es an einer Medienkonferenz des Gerichts.

Der Norweger wollte der sozialdemokratischen Arbeiterpartei grösstmöglichen Schaden zufügen. Das gab er nach Gerichtsangaben beim Hafttermin an. Sie sei für die massenhafte Einwanderung von Muslimen verantwortlich und habe dafür bezahlen müssen.

Opferzahl nach unten korrigiert

Breivik wird zur Last gelegt, am Freitag im Osloer Regierungsviertel eine Bombe gezündet und wenig später auf Teilnehmer eines Jugendlagers der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utøya geschossen zu haben.

Die norwegische Polizei hat inzwischen ihre Angaben zur Zahl der Toten nach den Attentaten vom Freitag deutlich nach unten korrigiert. Auf der Insel seien nicht 86, sondern 68 Menschen getötet worden, erklärte die Polizei am Montag.

Die ursprüngliche Zahl sei der schwierigen Situation bei der Informationsbeschaffung vor Ort geschuldet. Dagegen stieg die Zahl der Toten des Bombenanschlags im Zentrum der norwegischen Hauptstadt Oslo von sieben auf acht. Damit gibt die Polizei die Gesamtzahl der Toten von beiden Anschlägen mit 76 an - am Sonntag war noch von 93 Opfern die Rede gewesen.

Manifest zum «Rassenkrieg»

Breivik hatte noch kurz vor der Tat ein 1560-seitiges Manifest im Internet veröffentlicht. Das Dokument wurde teilweise als Tagebuch geführt, teils gibt es Anleitungen zum Bombenbau oder beschreibt die Islamfeindlichkeit des Autors.

In dem in englischer Sprache verfassten Schreiben gehe es unter anderem um «Rassenkrieg» und die Frage, wie Europa sich von Zuwanderern und Marxisten befreien könne, meldeten Medien. «Ich werde als das grösste (Nazi-)Monster beschrieben werden, das es seit dem Zweiten Weltkrieg gegeben hat», heisst es darin.

Aus dem Dokument geht auch hervor, dass der 32-Jährige seine Taten offenbar neun Jahre lang geplant hatte. Zum Schluss ist vermerkt: «Ich glaube, dies ist der letzte Eintrag, den ich schreibe. Es ist jetzt Freitag, der 22. Juli, 12.51.» Gut zweieinhalb Stunden später detonierte die Bombe im Osloer Regierungsviertel.

(cms/tno/sda)

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Im Laufe eines gut halbstündigen Termins beim Haftrichter hat sich Anders Behring Breivik «nicht schuldig» bekannt. Er gab an, er habe mit den beiden Anschlägen «ein kräftiges Signal» an das Volk geben wollen.

Breivik sprach von «zwei weiteren Zellen in unserer Organisation». Weitere Einzelheiten wollte der Sprecher aus der nichtöffentlichen Verhandlung nicht mitteilen.

Der Haftrichter verhängte gegen Breivik eine achtwöchige Untersuchungshaft, wie das Gericht in Oslo mitteilte. Der 32-Jährige werde für vier Wochen in vollständiger Isolation gehalten.

Er darf weder Besuch empfangen noch Briefe schreiben oder empfangen. Von dem Attentäter gehe weiter ein grosses Risiko aus, hiess es an einer Medienkonferenz des Gerichts.

Der Norweger wollte der sozialdemokratischen Arbeiterpartei grösstmöglichen Schaden zufügen. Das gab er nach Gerichtsangaben beim Hafttermin an. Sie sei für die massenhafte Einwanderung von Muslimen verantwortlich und habe dafür bezahlen müssen.

Opferzahl nach unten korrigiert

Breivik wird zur Last gelegt, am Freitag im Osloer Regierungsviertel eine Bombe gezündet und wenig später auf Teilnehmer eines Jugendlagers der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utøya geschossen zu haben.

Die norwegische Polizei hat inzwischen ihre Angaben zur Zahl der Toten nach den Attentaten vom Freitag deutlich nach unten korrigiert. Auf der Insel seien nicht 86, sondern 68 Menschen getötet worden, erklärte die Polizei am Montag.

Die ursprüngliche Zahl sei der schwierigen Situation bei der Informationsbeschaffung vor Ort geschuldet. Dagegen stieg die Zahl der Toten des Bombenanschlags im Zentrum der norwegischen Hauptstadt Oslo von sieben auf acht. Damit gibt die Polizei die Gesamtzahl der Toten von beiden Anschlägen mit 76 an - am Sonntag war noch von 93 Opfern die Rede gewesen.

Manifest zum «Rassenkrieg»

Breivik hatte noch kurz vor der Tat ein 1560-seitiges Manifest im Internet veröffentlicht. Das Dokument wurde teilweise als Tagebuch geführt, teils gibt es Anleitungen zum Bombenbau oder beschreibt die Islamfeindlichkeit des Autors.

In dem in englischer Sprache verfassten Schreiben gehe es unter anderem um «Rassenkrieg» und die Frage, wie Europa sich von Zuwanderern und Marxisten befreien könne, meldeten Medien. «Ich werde als das grösste (Nazi-)Monster beschrieben werden, das es seit dem Zweiten Weltkrieg gegeben hat», heisst es darin.

Aus dem Dokument geht auch hervor, dass der 32-Jährige seine Taten offenbar neun Jahre lang geplant hatte. Zum Schluss ist vermerkt: «Ich glaube, dies ist der letzte Eintrag, den ich schreibe. Es ist jetzt Freitag, der 22. Juli, 12.51.» Gut zweieinhalb Stunden später detonierte die Bombe im Osloer Regierungsviertel.

(cms/tno/sda)

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