07.02.2012 | 19:33
 

Schweiz lässt EU-Staaten bei Innovation alt aussehen

Die Europäische Union sieht Innovation als einen Ausweg aus der Krise. In einer aktuellen Studie schneiden die EU-Staaten in dieser Hinsicht jedoch nicht gut ab. Ganz im Gegensatz zur Schweiz, die die Konkurrenten fortlaufend übertrumpft.

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Die Schweiz bleibt in der Innovation europaweit top. Wie der neuste Bericht der EU-Kommission zum Thema Innovation zeigt, verbessert sich zwar auch die Innovationsleistung der EU-Länder. Aber der Graben zur Schweiz, den USA oder Japan bleibt bestehen.

Die Schweiz übertrumpfe die 27 EU-Länder sowie weitere europäische Staaten «fortlaufend» und bleibe führend in Sachen Innovation, heisst es im Bericht der EU-Kommission. Bei der Vorstellung des «Innovation Union Scoreboard» (IUS) in Brüssel hielten EU-Experten fest, dass es in der Innovation kein Patentrezept gebe.

Viele Faktoren spielten eine Rolle. Generell könne aber bei der Schweiz festgestellt werden, dass sie überall dort vorwärts gemacht habe, wo sie vorher etwas weniger gut war. Bei dieser gezielten Förderung bestimmter Teile der Wirtschaft oder Forschung gibt es laut den Kommissionsexperten in vielen EU-Ländern noch Nachholbedarf.

Patentanmeldungen und Verkauf neuer Produkte

Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) sieht eine «besondere Stärke der Schweiz im Bereich der internationalen Patentanmeldungen und im Verkauf neuer Produkte». Hier habe die Schweiz ihre Position sogar noch ausgebaut, schreibt das BBT in einem Communiqué.

Zudem rage die Schweiz im europäischen Vergleich weiterhin mit ihrem Anteil der Beschäftigten in wissensintensiven Aktivitäten heraus. Sie weist aber auch einen hohen Exportanteil von mittel- und hochtechnologischen Gütern aus.

Das BBT hält weiter fest, dass sich die Schweiz erneut deutlich als Wirtschaftsnation des spezialisierten Wissens und der hoch ausgebildeten Fachkräfte profiliere. Innovation sei eine massgebende Quelle von Wirtschaftswachstum.

«Ein Ausweg aus der Krise»

Für die EU-Länder heisst es deshalb aufholen. «Die diesjährigen Ergebnisse sind ein deutliches Warnsignal dafür, dass wir mehr Anstrengungen zur Förderung der Innovation unternehmen müssen», erklärte EU-Industriekommissar Antonio Tajani vor den Medien.

Für seine Kollegin Maire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Innovation und Forschung, ist die Innovation «das Herz der EU-Wirtschaftspolitik und ein Ausweg aus der Krise». Die Länder, die am wenigsten Innovation betrieben hätten, litten nun auch am meisten unter der Krise, sagte sie.

Innovation starte mit einer exzellenten Forschung. «Wir brauchen dringend einen Europäischen Forschungsraum, mit dem ein stärkerer Wettbewerb angeregt und Spitzenleistungen erbracht werden können», sagte die irische Kommissarin weiter.

Ziel: drei Prozent des Bruttoinlandprodukts

Im März 2011 hatten sich die EU-Staats- und Regierungschefs auf einen Pakt zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit geeinigt. Als Ziele nannten sie damals auch Investitionen in Bildung, Forschung und Innovation.

Unter anderem sollen die 27 EU-Staaten drei Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) in die Forschung und Innovation investieren. Wie Tajani erklärte, erreichten nur gerade Dänemark, Finnland und Schweden dieses Ziel. Der EU-Durchschnitt lag bei 2 Prozent.

(tno/sda)

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