Aussenhandel legt im Juni zu

Zwar hat der Schweizer Aussenhandel im Juni zulegen können, über das erste Halbjahr 2012 gesehen stagnierte er jedoch. Deutlich zu spüren war die Krise im Euro-Raum - positiv präsentierten sich hingeg

19.07.2012

Der Schweizer Aussenhandel legte im Juni in beide Verkehrsrichtungen zu. Während die Exporte nominal um 7,6 Prozent auf 16,89 Milliarden Franken (real +1,8 Prozent) stiegen, legten die Importe um 3,7 Prozent (real +3,4 Prozent) auf 14,64  Milliarden zu. Daraus ergibt sich für den Berichtsmonat ein Handelsbilanzüberschuss von 2,25 Milliarden Franken, wie die Eidgenössische Zollverwaltung EZV am Donnerstag mitteilte.

Allerdings zählte der diesjährige Juni einen Arbeitstag mehr. Bereinigt nahmen die Ausfuhren lediglich um 2,2 Prozent zu (real: -3,3 Prozent) und die Einfuhren sanken gar um 1,6 bzw. 1,8 Prozent.

Die Exportgüter verteuerten sich den Angaben zufolge um 5,7 Prozent, während die Preise der importierten Waren fast unverändert blieben (+0,3 Prozent). Unter Ausschluss der Pharmadivision erhöhten sich die Exportgüterpreise um 4,0 Prozent und jene der Importgüter um 3,0 Prozent.

Stagnation im ersten Halbjahr

Im Halbjahreszeitraum von Januar bis Juni stagnierten im Umfeld der sich eintrübenden Weltkonjunktur sowohl die Exporte wie auch die Importe. Dabei ging der Aussenhandel mit der EU in beiden Verkehrsrichtungen zurück. Die Exporte sanken um 0,2 Prozent auf 100,1 Milliarden Franken (real -0,6 Prozent), die Importe um 0,3 Prozent auf 88,4 Mrd (real +1,2 Prozent). Die Handelsbilanz wies einen Überschuss von 11,62 Milliarden auf.

Laut EZV schrieben sieben der zehn Exportbranchen einen Absatzrückgang. Gleich um einen Fünftel reduzierten sich dabei die Lieferungen der Papier- und Grafischen Industrie. Im völligen Gegensatz dazu stehen die Ergebnisse der Uhrenindustrie; diese konnte 16 Prozent mehr exportieren. Bereits in der Vorjahresperiode hatte die Uhrenindustrie ein Plus von 19% erzielt.

Während der Absatz in Europa im Halbjahr klar schwächelte (EU: -3 Prozent), erhöhten sich die Lieferungen nach den übrigen Kontinenten mehr oder weniger deutlich. Gleich um einen Zehntel wuchsen die Exporte nach Nord- (Kanada: +12 Prozent; USA: +10 Prozent, namentlich Pharmazeutika) und Lateinamerika (Mexiko: +9 Prozent).

Die Ausfuhren nach Afrika und Ozeanien nahmen um je 4 Prozent zu. Und nach Asien gingen wertmässig rund 2 Prozent mehr Güter. Hier standen allerdings den Mehrausfuhren nach Saudi-Arabien (+36 Prozent), Hongkong (+24 Prozent) und Singapur (+12 Prozent) rückläufige Exporte nach China (-14 Prozent) und Indien (-13 Prozent) gegenüber.

(rcv/muv/awp)

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

Der Schweizer Aussenhandel legte im Juni in beide Verkehrsrichtungen zu. Während die Exporte nominal um 7,6 Prozent auf 16,89 Milliarden Franken (real +1,8 Prozent) stiegen, legten die Importe um 3,7 Prozent (real +3,4 Prozent) auf 14,64  Milliarden zu. Daraus ergibt sich für den Berichtsmonat ein Handelsbilanzüberschuss von 2,25 Milliarden Franken, wie die Eidgenössische Zollverwaltung EZV am Donnerstag mitteilte.

Allerdings zählte der diesjährige Juni einen Arbeitstag mehr. Bereinigt nahmen die Ausfuhren lediglich um 2,2 Prozent zu (real: -3,3 Prozent) und die Einfuhren sanken gar um 1,6 bzw. 1,8 Prozent.

Die Exportgüter verteuerten sich den Angaben zufolge um 5,7 Prozent, während die Preise der importierten Waren fast unverändert blieben (+0,3 Prozent). Unter Ausschluss der Pharmadivision erhöhten sich die Exportgüterpreise um 4,0 Prozent und jene der Importgüter um 3,0 Prozent.

Stagnation im ersten Halbjahr

Im Halbjahreszeitraum von Januar bis Juni stagnierten im Umfeld der sich eintrübenden Weltkonjunktur sowohl die Exporte wie auch die Importe. Dabei ging der Aussenhandel mit der EU in beiden Verkehrsrichtungen zurück. Die Exporte sanken um 0,2 Prozent auf 100,1 Milliarden Franken (real -0,6 Prozent), die Importe um 0,3 Prozent auf 88,4 Mrd (real +1,2 Prozent). Die Handelsbilanz wies einen Überschuss von 11,62 Milliarden auf.

Laut EZV schrieben sieben der zehn Exportbranchen einen Absatzrückgang. Gleich um einen Fünftel reduzierten sich dabei die Lieferungen der Papier- und Grafischen Industrie. Im völligen Gegensatz dazu stehen die Ergebnisse der Uhrenindustrie; diese konnte 16 Prozent mehr exportieren. Bereits in der Vorjahresperiode hatte die Uhrenindustrie ein Plus von 19% erzielt.

Während der Absatz in Europa im Halbjahr klar schwächelte (EU: -3 Prozent), erhöhten sich die Lieferungen nach den übrigen Kontinenten mehr oder weniger deutlich. Gleich um einen Zehntel wuchsen die Exporte nach Nord- (Kanada: +12 Prozent; USA: +10 Prozent, namentlich Pharmazeutika) und Lateinamerika (Mexiko: +9 Prozent).

Die Ausfuhren nach Afrika und Ozeanien nahmen um je 4 Prozent zu. Und nach Asien gingen wertmässig rund 2 Prozent mehr Güter. Hier standen allerdings den Mehrausfuhren nach Saudi-Arabien (+36 Prozent), Hongkong (+24 Prozent) und Singapur (+12 Prozent) rückläufige Exporte nach China (-14 Prozent) und Indien (-13 Prozent) gegenüber.

(rcv/muv/awp)

Meistgelesen

Schwarzgeld

Die deutsche Regierung kritisiert seit Jahren Steueroasen im Ausland. Doch bei genauer Betrachtung ist Deutschland für Ausländer sogar selbst ein Hort für unversteuerte Gelder. Mehr...

VonMichael Houben (ARD)
16.05.2013
Nur Kleinanleger glauben noch an Gold
Kurs

Grossinvestoren verkaufen weiterhin Gold en masse. Ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Daran ändert auch die ungebrochen hohe Nachfrage von Kleinanlegern nach Münzen und Barren nichts. Mehr...

22.05.2013
Lohnstudie

Wer eine Schweizer Fachhochschule durchlaufen hat, verdient 2013 leicht weniger als vor zwei Jahren. In einigen Management-Stufen gibt es dagegen grosse Lohnsprünge nach oben. Mehr...

VonNorman Bandi
22.05.2013
Goldman-Sachs-Chefökonom: «Rezession in Europa geht weiter»
Eurokrise

Goldman-Sachs-Chefökonom Jan Hatzius befürchtet eine Rückkehr der Eurokrise, falls die Peripherieländer ihre Sparpolitik aufgeben. Mehr...

VonTim Höfinghoff
22.05.2013
Immobilienboom: Der Leichtsinn der Hausfrauen*
Kommentar

Es herrscht Leichtsinn im Land. Doch an der Schweizer Betonfront wächst die Beunruhigung, denn zwei von fünf neuen Hausbesitzern droht bei höheren Zinsen die Pleite. Mehr...

15.05.2013
Prognose

Der massive Absturz des des Goldes führt zu Verunsicherung. Der bekannte Anlageguru Mohamed El-Erian sieht darin Parallelen zum Einbruch der Apple- und Facebook-Aktie. Mehr...

23.05.2013
Schwarzer Börsentag: Der ganz normale Wahnsinn
Analyse

Die Aktienkurse tauchen nach dem Kurssturz in Japan weltweit. Auch an der Schweizer Börse geht es abwärts. Eine panische Reaktion ist trotzdem fehl am Platz. Mehr...

VonVolker Strohm
23.05.2013

Die Handelszeitung – jetzt am Kiosk

 

 

Unsere Partner    

Kommentar: Economiesuisse - das Grounding von 2013 Lesen

Fachhochschul-Absolventen stossen an Salärgrenzen. Lesen

Unterirdischer Güterverkehr: Geldsorgen. Lesen

Experten warnen vor Essen aus China. Lesen

Goldman-Sachs: «Rezession in Europa geht weiter». Lesen

Salat und Hemden im Schliessfach. Lesen

«Alstom ist keine Sozialversicherung ». Lesen

 

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Handelszeitung.
Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...