Schweizer Atomausstieg auf wackligen Beinen

Die Kritik wird immer lauter - Versorger und Industrie zweifeln an der Energiewende: Nach der vom Bundesrat vorgeschlagenen Strategie geht nach Alpiq, Axpo & Co. nun auch Economiesuisse in die Gegenof

22.04.2012

Bereits Alpiq-Chef Hans E. Schweickhardt kritisierte den Atomausstieg der Schweiz: «Der Ausstieg ist eine Reaktion auf Fukushima, die hauptsächlich im deutschsprachigen Westen stattfindet», sagte er im Interview mit der «HandelsZeitung» (aktuelle Ausgabe). Nun doppelt Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer im Gespräch mit dem «Sonntag» nach: «Alles, was bis jetzt auf dem Tisch liegt, hinterlässt bei mir grosse Sorgen.»

Bührer fordert, dass man die Atomenergie nicht zu früh abschreiben soll: Die Entwicklung der Nukleartechnologie müsse weiterverfolgt werden. «Gemäss Informationen der Fachwelt ist im nächsten Jahrzehnt ein Durchbruch bei neuen Nukleartechnologien möglich», wird Bührer mit Blick auf angeblich sicherere AKW der vierten Generation zitiert. «Dann müsste die Frage neuer Kernkraftwerke neu beurteilt werden.» Schweickhardt hält es für möglich, dass bereits ab 2020 in der Schweiz AKW der vierten Generation gebaut werden.

Und auch Axpo-Chef Heinz Karrer zieht zur Energiestrategie des Bundesrates, die in der vergangenen Woche von Doris Leuthard vorgestellt worden war, ein klares Fazit: Für Karrer seien die im Strategiepapier vorgeschlagenen Gaskraftwerke eine schlechte Überbrückung - in einem Interview mit dem «SonntagsBlick» bezweifelt er, ob diese jemals rentabel seien.

Ob die Axpo ihre beiden AKW-Blöcke in Beznau schon 2020 vom Netz nehme, ist für Karrer eine Frage der Sicherheit. Wenn sie 2017 nicht mehr als sicher bezeichnet würden, kämen sie vom Netz. Wenn sie noch sicher seien, würden sie «hoffentlich weiterbetrieben».

Die Axpo müsse jede Option durchdenken. Man investiere weiter in Beznau, bereite aber auch den möglichen Bau eines Gaskraftwerkes vor. Diesen Investitionsentscheid müsse gemäss Karrer jedoch nicht heute, sondern frühestens 2017 gefällt werden.

(vst)

 

 

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Bereits Alpiq-Chef Hans E. Schweickhardt kritisierte den Atomausstieg der Schweiz: «Der Ausstieg ist eine Reaktion auf Fukushima, die hauptsächlich im deutschsprachigen Westen stattfindet», sagte er im Interview mit der «HandelsZeitung» (aktuelle Ausgabe). Nun doppelt Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer im Gespräch mit dem «Sonntag» nach: «Alles, was bis jetzt auf dem Tisch liegt, hinterlässt bei mir grosse Sorgen.»

Bührer fordert, dass man die Atomenergie nicht zu früh abschreiben soll: Die Entwicklung der Nukleartechnologie müsse weiterverfolgt werden. «Gemäss Informationen der Fachwelt ist im nächsten Jahrzehnt ein Durchbruch bei neuen Nukleartechnologien möglich», wird Bührer mit Blick auf angeblich sicherere AKW der vierten Generation zitiert. «Dann müsste die Frage neuer Kernkraftwerke neu beurteilt werden.» Schweickhardt hält es für möglich, dass bereits ab 2020 in der Schweiz AKW der vierten Generation gebaut werden.

Und auch Axpo-Chef Heinz Karrer zieht zur Energiestrategie des Bundesrates, die in der vergangenen Woche von Doris Leuthard vorgestellt worden war, ein klares Fazit: Für Karrer seien die im Strategiepapier vorgeschlagenen Gaskraftwerke eine schlechte Überbrückung - in einem Interview mit dem «SonntagsBlick» bezweifelt er, ob diese jemals rentabel seien.

Ob die Axpo ihre beiden AKW-Blöcke in Beznau schon 2020 vom Netz nehme, ist für Karrer eine Frage der Sicherheit. Wenn sie 2017 nicht mehr als sicher bezeichnet würden, kämen sie vom Netz. Wenn sie noch sicher seien, würden sie «hoffentlich weiterbetrieben».

Die Axpo müsse jede Option durchdenken. Man investiere weiter in Beznau, bereite aber auch den möglichen Bau eines Gaskraftwerkes vor. Diesen Investitionsentscheid müsse gemäss Karrer jedoch nicht heute, sondern frühestens 2017 gefällt werden.

(vst)

 

 

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