Schweizer verbrauchten 2011 weniger Strom

Der Stromverbrauch in der Schweiz ist im vergangenen Jahr um 2 Prozent zurückgegangen. Dabei erzeugten besonders die Wasserkraftwerke weniger Energie, während die Atomkraftwerke ihre Leistung erhöhten

19.04.2012

Der Stromverbrauch in der Schweiz ist im vergangenen Jahr gesunken - und zwar um 2 Prozent auf 58,6 Milliarden Kilowattstunden. Weil die inländischen Kraftwerke weniger Strom produzierten, hat die Schweiz trotzdem mehr Strom aus dem Ausland importiert als im Vorjahr.

Zum tieferen Stromverbrauch trug die Witterung bei: 2011 war das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen im Jahr 1864. Da rund 10 Prozent des Stromverbrauchs auf das Heizen zurückzuführen sind, wirkt sich die Zahl der Heiztage stark auf den Stromverbrauch aus.

Weniger Strom produziert

Einen Einfluss haben auch das Wirtschaftswachstum und die Bevölkerungsentwicklung. Das Bruttoinlandprodukt nahm allerdings 2011 trotz Abkühlung um 1,9 Prozent zu, und die Bevölkerung wächst um rund 0,9 Prozent pro Jahr.

Der Elektrizitätsverbrauch lag in jedem Monat unter dem Vorjahreswert. Am stärksten sank er im vierten Quartal.

Gesunken ist auch die Stromproduktion, wie das Bundesamt für Energie (BFE) mitteilte. Die einheimischen Kraftwerke erzeugten im vergangenen Jahr 5,1 Prozent weniger Strom als im Vorjahr. Insgesamt produzierten sie 62,9 Milliarden Kilowattstunden. Nach Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen waren es 60,4 Milliarden Kilowattstunden.

Steigende Produktion bei den Atomkraftwerken

Die Wasserkraftanlagen erzeugten 9,8 Prozent weniger Elektrizität als im Vorjahr. Im Sommer betrug der Produktionsrückgang bei der Wasserkraft 10,4 Prozent, im Winter 8,9 Prozent. Gestiegen ist die Stromproduktion der fünf Atomkraftwerke, und zwar um 1,4 Prozent auf 25,6 Milliarden Kilowattstunden.

Der Anteil der Wasserkraftwerke an der Stromproduktion betrug 53,7 Prozent, jener der Atomkraftwerke 40,7 Prozent. Den Rest steuerten konventionell-thermische und andere Anlagen bei. Der Anteil der Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energien ist nicht separat ausgewiesen.

Mehr importiert als exportiert

Importiert hat die Schweiz insgesamt 83,3 Milliarden Kilowattstunden, exportiert 80,7 Milliarden. Damit ergab sich 2011 ein Importüberschuss von 2,6 Milliarden Kilowattstunden. Im Vorjahr waren es 0,5 Milliarden gewesen. Laut dem Bundesamt für Energie verzeichnet die Schweiz zum vierten Mal nach 2005, 2006 und 2010 einen Importüberschuss. Im zweiten und dritten Quartal exportierte sie aber mehr Strom als sie importierte. 

Der Erlös aus den Stromexporten betrug 5,689 Milliarden Franken. Für Importe fielen Ausgaben von 4,671 Milliarden an. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Erlöse damit um 12,3 Prozent und die Ausgaben um 25 Prozent. Der positive Aussenhandelssaldo sank gegenüber dem Vorjahr um 23,3 Prozent auf 1,018 Milliarden Franken.

(muv/tno/sda)

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Der Stromverbrauch in der Schweiz ist im vergangenen Jahr gesunken - und zwar um 2 Prozent auf 58,6 Milliarden Kilowattstunden. Weil die inländischen Kraftwerke weniger Strom produzierten, hat die Schweiz trotzdem mehr Strom aus dem Ausland importiert als im Vorjahr.

Zum tieferen Stromverbrauch trug die Witterung bei: 2011 war das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen im Jahr 1864. Da rund 10 Prozent des Stromverbrauchs auf das Heizen zurückzuführen sind, wirkt sich die Zahl der Heiztage stark auf den Stromverbrauch aus.

Weniger Strom produziert

Einen Einfluss haben auch das Wirtschaftswachstum und die Bevölkerungsentwicklung. Das Bruttoinlandprodukt nahm allerdings 2011 trotz Abkühlung um 1,9 Prozent zu, und die Bevölkerung wächst um rund 0,9 Prozent pro Jahr.

Der Elektrizitätsverbrauch lag in jedem Monat unter dem Vorjahreswert. Am stärksten sank er im vierten Quartal.

Gesunken ist auch die Stromproduktion, wie das Bundesamt für Energie (BFE) mitteilte. Die einheimischen Kraftwerke erzeugten im vergangenen Jahr 5,1 Prozent weniger Strom als im Vorjahr. Insgesamt produzierten sie 62,9 Milliarden Kilowattstunden. Nach Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen waren es 60,4 Milliarden Kilowattstunden.

Steigende Produktion bei den Atomkraftwerken

Die Wasserkraftanlagen erzeugten 9,8 Prozent weniger Elektrizität als im Vorjahr. Im Sommer betrug der Produktionsrückgang bei der Wasserkraft 10,4 Prozent, im Winter 8,9 Prozent. Gestiegen ist die Stromproduktion der fünf Atomkraftwerke, und zwar um 1,4 Prozent auf 25,6 Milliarden Kilowattstunden.

Der Anteil der Wasserkraftwerke an der Stromproduktion betrug 53,7 Prozent, jener der Atomkraftwerke 40,7 Prozent. Den Rest steuerten konventionell-thermische und andere Anlagen bei. Der Anteil der Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energien ist nicht separat ausgewiesen.

Mehr importiert als exportiert

Importiert hat die Schweiz insgesamt 83,3 Milliarden Kilowattstunden, exportiert 80,7 Milliarden. Damit ergab sich 2011 ein Importüberschuss von 2,6 Milliarden Kilowattstunden. Im Vorjahr waren es 0,5 Milliarden gewesen. Laut dem Bundesamt für Energie verzeichnet die Schweiz zum vierten Mal nach 2005, 2006 und 2010 einen Importüberschuss. Im zweiten und dritten Quartal exportierte sie aber mehr Strom als sie importierte. 

Der Erlös aus den Stromexporten betrug 5,689 Milliarden Franken. Für Importe fielen Ausgaben von 4,671 Milliarden an. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Erlöse damit um 12,3 Prozent und die Ausgaben um 25 Prozent. Der positive Aussenhandelssaldo sank gegenüber dem Vorjahr um 23,3 Prozent auf 1,018 Milliarden Franken.

(muv/tno/sda)

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