14.04.2010 | 05:30
STUDIE WERBETRENDS 2010
Von:
Madeleine Stäubli-Roduner
Foto:
Bild: Martin Heimann
 

Die digitale Vielfalt fordert heraus

Der Werbemarkt reagiert verzögert auf den Aufschwung, doch könnte er in den nächsten fünf Jahren stark wachsen. Sofern die Konjunktur mitzieht und es gelingt, die Kommunikationskanäle effizient zu kombinieren.

Nebenartikel:

Hier können Sie die runterladen.

Es gehört zum guten Ton zu sagen: Wir machen noch etwas auf Facebook. Dieser Glaube an die Community hat schon fast religiöse Züge. Man weiss aber nicht, wann Facebook wieder tot sein wird.» Diese Aussage eines Werbeexperten ist exemplarisch für die Haltung der Schweizer Kommunikations- und Werbebranche, welche das Medienforschungsunternehmen Publicom im Auftrag der «Handelszeitung» unter die Lupe genommen hat.

Die traditionelle, jährlich durchgeführte Werbetrend-Analyse basiert dieses Jahr auf 20 Fachgesprächen mit Expertinnen und Experten der Branche sowie einer Online-Befragung von 201 grossen Werbeauftraggebern und 54 Kommunikations- und Werbeagenturen.

Die druckfrische Studie «Werbetrends 2010» macht klar: «Die Branche muss sich neu erfinden», wie Studienleiter und Publicom-CEO René Grossenbacher festhält. In den letzten beiden Jahren hat die Wirtschaftskrise den Werbemarkt stark verunsichert; auf die wirtschaftliche Erholung reagiert er mit Verzögerung. Zwar erwarten die Experten, dass der Kommunikationsmarkt auf längere Sicht sogar überdurchschnittlich wachsen wird, da die stärker fragmentierten Märkte einen erhöhten Kommunikationsaufwand fordern. Doch genau in der steigenden Anzahl von Kommunikationskanälen liegt die Herausforderung für die Werbetreibenden.

Digital werben - aber wo und wie

Denn die digitalen Netzwerke wie Facebook und Co. haben ihre Tücken: Kurze Lebenszyklen der Plattformen - wie etwa Second Life - beeinträchtigen konstante Erfolge; überzeugende Werbekonzepte mit echtem Mehrwert für die Nutzer bedingen hohe Investitionen. Digital werben, ja - aber wo und wie genau und mit welchem Erfolg?

Die Erwartungen der Branchenvertreter für das laufende Jahr sind von Skepsis gezeichnet. Die Schätzungen der meisten Experten bewegen sich zwischen einer Stagnation und einem Wachstum bis 5%. Dabei stützen vor allem kleinere und mittlere Unternehmen den Werbemarkt. Von Finanzdienstleistern und der Luxusgüterindustrie werden steigende Werbeinvestitionen erwartet. Fast die Hälfte der befragten grossen Werbeauftraggeber verfügt über ein unverändertes Kommunikationsbudget, knapp ein Drittel muss mit einem reduzierten Budget auskommen.

Während die Auftraggeber die digitalen Medien noch sehr selektiv einsetzen und dabei elektronische Newsletter begünstigen, gehört Online-Werbung bei Agenturen bereits zum Standardrepertoire. Von allen medialen Formen liegen Printmedien zwar noch an der Spitze, doch erreichen die digitalen Medien bereits ein beachtliches Nutzungsniveau.

Und dieses wird weiter steigen: In ihren Voraussagen bis zum Jahr 2015 halten sich die Experten mit Verweis auf die unsichere Wirtschaftserholung zwar zurück. Doch erwarten alle, dass Online-Medien dannzumal zwischen 10 und 15% des Werbemarktes beanspruchen könnten. Die Tendenzen: Abonnierte Tageszeitungen werden weiter Marktanteile verlieren, Pendlerzeitungen stagnieren, Sonntags- und Wirtschaftspresse sowie Special-Interest-Magazine werden zulegen. Das Fernsehen wird seine starke Position vorläufig behalten.

Der richtige Mix entscheidet

Da das Internet zunehmend mobil zugänglich wird, eröffnen sich neue Möglichkeiten für Werbung, die wieder Rückwirkungen auf das Gesamtsystem haben werden. Die geschickte Verknüpfung der Kanäle, der richtige Mix, wird eine grosse Rolle spielen.

Die starke Digitalisierung der Kommunikation wirft allerdings neue Probleme auf: Die Rezipientenmärkte zersplittern sich weiter, die Informationsüberlastung nimmt zu. «Die grösste Herausforderung ist die explodierende Komplexität durch die Fragmentierung der Gesellschaft. Um denselben Personenkreis anzusprechen, wird man einen exorbitant höheren Aufwand betreiben müssen als früher», hält ein Experte fest.

Die mobilen Endgeräte gelten zwar als zukunftsweisend, doch eignen sich Handys aufgrund ihrer kleinen Bildschirme und der persönlichen Nutzung beschränkt für Werbeinhalte. Ob iPad und ähnliche Endgeräte den Durchbruch schaffen, ist noch ungewiss. Die Reichweitenproblematik scheidet die (Experten-)Geister; noch haben die klassischen Medien hier die Nase vorn.

Top Weiterbildungsangebote

Weiterbildungsangebote

In Kooperation mit seminare.ch Logo


Stichwort zum Kurs, Lehrgang oder Anbieter eingeben. Angebote zu Weiterbildung vergleichen und mit Schule/Institut in Kontakt treten

Aktuelle Ausgabe - Jetzt am Kiosk!

Aktuelle Ausgabe der Handelszeitung

  • EFTA-Gerichtshof- präsident: «Ein EWR-Beitritt wäre sinnvoll». Lesen
     
  • St. Galler KB forciert Geschäft in Deutschland. Lesen
     
  • Philippe Gaydoul verliert Navyboot-Chefdesigner. Lesen
     
  • Kommentar von Beat Balzli: CDS = Chemie der Sorglosigkeit. Lesen

 

Dieses und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Handelszeitung.
Zum Inhaltsverzeichnis
Abonnement bestellen

SMI 5'799.8 2.1 0.0%
SPI 5'419.8 -69.1 -1.3%
SLI 871.9 -15.4 -1.7%
SMIM 1'120.6 -17.8 -1.6%
DAX 30 6'271.2 -37.7 -0.6%
EURO STOXX 215.7 -1.0 -0.5%
FTSE 100 5'286.1 18.5 0.4%
Dow Jones 30 Industrial 12'369.4 -73.1 -0.6%
NASDAQ 100 2'478.5 -30.5 -1.2%
S&P 500 1'304.9 -19.9 -1.5%
Nikkei 225 8'640.6 29.3 0.3%

Top und Flops

Name Kurs +/- +/- %
54.50 0.00 0.00
156.40 -0.60 -0.38
48.90 -0.20 -0.41
53.95 -0.25 -0.46
350.00 -3.00 -0.85
54.25 -1.60 -2.86
37.06 -1.17 -3.06
382.80 -14.70 -3.70
302.30 -11.70 -3.73
30.90 -1.33 -4.13
Name Kurs +/- +/- %
23.25 0.36 1.57
15.20 0.18 1.20
75.31 0.49 0.65
8.75 0.05 0.59
40.73 0.23 0.57
59.20 -1.22 -2.02
61.31 -1.42 -2.26
46.39 -1.13 -2.37
MAN
78.18 -2.34 -2.91
6.20 -0.23 -3.55
Name Kurs +/- +/- %
4.94 0.18 3.69
3.40 0.12 3.51
4.58 0.13 2.97
26.23 0.75 2.94
13.68 0.35 2.63
119.75 -2.50 -2.04
61.31 -1.42 -2.26
46.39 -1.13 -2.37
53.39 -1.63 -2.96
9.92 -0.69 -6.51

Die 100 Top-Banker der Schweiz

Banker-Ranking 2011

Die wichtigsten Geldmanager der Schweiz – die Übersicht. Weiter zum Banker-Ranking

Kostenlose Wirtschaftsbücher

Kostenloses Probeabo


4 Wochen lang gratis am Puls der Wirtschaft.
Zur Bestellseite

Dossiers

Die grosse Analyse - auch abseits des Spielfelds: «Handelszeitung Online»...
Alt und schön: Von klassischen Oldtimern geht eine ungewöhnliche Faszination...
Griechenland steckt in einer politischen Krise - die finanzielle Zukunft des...
Hollande oder Sarkozy? Alle Fakten und Hintergründe im Vorfeld der Stichwahl am...
Am Mittwoch hat die Schweizerische Nationalbank wieder eine komplette...
Verbissene Verhandlungen: In Deutschland herrscht keine Einigkeit, ob das...
Das 42. St. Gallen Symposium findet am 3. und 4. Mai 2012 statt.
Die «Handelszeitung» kürt die besten Nobelherbergen für Wellnessferien in der...
Neue Produkte, Altbewährtes und News aus der Branche: Alles, was den Uhren-Fan...
Am Autosalon Genf 2012 präsentiert sich die Branche so umweltfreundlich wie...

RSS abonnieren

ANZEIGE

Newsletter bestellen

Der Newsletter von Handelszeitung informiert Sie wöchentlich über die wichtigsten News der Schweizer WirtschaftAbonnieren Sie unseren Newsletter und Sie erhalten wöchentlich die wichtigsten News der Schweizer Wirtschaft per E-Mail.
Newsletter abonnieren

Verlosung:

Gewinnen Sie ein edles Besteckset „duetto“, 24-teilig, von Casa Bugatti.

Mitmachen und gewinnen

ANZEIGE

Werden Sie angemessen bezahlt?

Unser Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss darüber, ob Sie genügend entlöhnt werden
Das Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss.
Zum Tool

Mobile Apps

Die wichtigsten und beliebtesten Apps für iPhones, Blackberrys und andere mobile Geräte.
Weiterlesen

ANZEIGE

iPad

Die Handelszeitung auf Ihrem iPad und iPhone
Die Handelszeitung mobil auf Ihrem iPad und Ihrem iPhone.
Mehr Infos