05.02.2012 | 14:29
1 Kommentar
 

Das schmerzt: Bankenschelte vom FDP-Präsidenten

Der Tessiner Fulvio Pelli redet Klartext: Schweizer Banken, die US-Kunden von UBS übernommen hatten, begingen eine «kurzsichtige Schlaumeierei, die einigen Instituten nun sehr wehtun wird». Den USA wirft er Doppelzüngigkeit vor.

Artikel zum Thema: 

«Wir befinden uns in einem Wirtschaftskrieg», sagte Pelli in einem Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag». Den USA gehe es nicht um Moral, sondern um Geld. Die Grossmacht sei «doppelzüngig»: Delaware sei eine Oase für Steuerhinterzieher, Florida ein Tummelplatz für Geldwäscher und Waffenhändler.

Als Rezept schlägt der abtretende FDP-Präsident vor, dass sich die Schweiz in Richtung Schwellenländer öffnet. Dort würden die Märkte der Zukunft liegen.

«Nicht mehr tolerierbar»

Dass nach dem UBS-Fall andere Banken US-Kunden mit unversteuerten Geldern übernahmen, ärgere ihn masslos, sagte Pelli. «Das ist für die Zukunft nicht mehr tolerierbar.» Die Politik dürfe nicht immer wieder Kindermädchen für einen Finanzplatz ausser Rand und Band spielen.

«Von einigen der nun unter Druck stehenden Institute wurde uns noch vor einem Jahr versprochen, dass es keinen zweiten Fall UBS geben werde», hielt Pelli fest. Das Verhalten einiger Banken sei inakzeptabel.

Zu den Banken, die UBS-Kunden übernommen hatten, gehört die Bank Wegelin. Ein US-Staatsanwalt klagte die St. Galler Privatbank am Donnerstag an, weil sie ehemaligen UBS-Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen haben soll. Wegen der bevorstehenden Klage verkaufte Wegelin das Nicht-US-Geschäft an die Raiffeisen-Bank. «Die Klage war absehbar», sagte Pelli dazu.

Globallösung möglich

Die bundesrätliche Strategie zur Lösung des Steuerstreites mit den USA bezeichnete Pelli als «korrekt und vertretbar». Er glaube, dass eine Globallösung gefunden werden könne. Kundendaten dürften allerdings nur im Rahmen eines rechtsstaatlichen Verfahrens geliefert werden.

Druck für das Zustandekommen einer Globallösung will Pelli mit dem Doppelbesteuerungsabkommen machen, dass auf Wunsch der USA auf Gruppenanfragen erweitert werden soll: Das angepasste Abkommen, das in der Frühlingssession ins Parlament kommt, dürfe erst in Kraft treten, wenn die Globallösung stehe, sagte Pelli.

Weiter plädierte der Tessiner Nationalrat dafür, dass die Schweiz eine Weissgeldstrategie umsetzen soll, wie sie seine Partei schon vor über zwei Jahren vorgeschlagen habe. Dazu gehörten auch Steuererleichterungen für den Finanzplatz. «Leider fehlt dem Bund der Wille, hier rasch aktiv zu werden.»

(chb/sda)

Grosse Ökonomen zur Weltwirtschaft

Stiglitz, Roubini und Co.: Was internationale Top-Ökonomen zu aktuellen Themen zu sagen haben.
Zu den Artikeln

Aktuelle Ausgabe - Morgen am Kiosk!

Aktuelle Ausgabe der Handelszeitung

  • Deutsche Banken buhlen um Schweizer Schwarzgeld. Lesen
     
  • Affäre um griechischen Ex-Minister trifft Schweizer Banken. Lesen
     
  • Griechenland: Das grosse Pokern um den Euro. Lesen
     
  • Kioske sollen auch Poststellen sein. Lesen
     

 

 

Dieses und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Handelszeitung.
Zum Inhaltsverzeichnis
Abonnement bestellen

Suite 150


Auf Initiative der «Handelszeitung» geben Traditions- unternehmen, die mindestens 150 Jahre alt sind, ihr Know-how an Jungunternehmer weiter. Hier erfahren Sie, welche Firmen zum Kreis «Suite 150» gehören.
Details erfahren

SMI 5'817.9 -92.3 -1.6%
SPI 5'437.5 -84.8 -1.5%
SLI 874.2 -16.4 -1.8%
SMIM 1'118.6 -20.7 -1.8%
DAX 30 6'285.8 -149.9 -2.3%
EURO STOXX 215.2 -5.9 -2.7%
FTSE 100 5'266.4 -136.9 -2.5%
Dow Jones 30 Industrial 12'496.2 -6.7 -0.1%
NASDAQ 100 2'547.1 7.9 0.3%
S&P 500 1'316.6 0.6 0.1%
Nikkei 225 8'556.6 -172.7 -2.0%

Top und Flops

Name Kurs +/- +/- %
155.80 -0.60 -0.38
54.65 -0.30 -0.55
1'709.00 -16.00 -0.93
49.05 -0.53 -1.07
864.50 -9.50 -1.09
37.89 -1.03 -2.65
30.49 -0.83 -2.65
40.23 -1.14 -2.76
56.25 -2.45 -4.17
375.50 -18.90 -4.79
Name Kurs +/- +/- %
75.63 0.04 0.05
23.75 -0.08 -0.31
47.38 -0.43 -0.90
52.58 -0.50 -0.94
37.91 -0.45 -1.17
29.34 -1.16 -3.79
39.32 -1.64 -3.99
MAN
78.14 -3.30 -4.05
8.39 -0.37 -4.26
14.64 -0.77 -5.00
Name Kurs +/- +/- %
14.35 0.53 3.84
14.40 0.48 3.41
25.14 -0.12 -0.46
67.79 -0.61 -0.89
47.38 -0.43 -0.90
0.70 -0.04 -4.80
9.50 -0.49 -4.90
4.71 -0.26 -5.14
14.46 -0.80 -5.21
11.12 -0.73 -6.12

Top 2011

Die Listen der 1300 grössten Unternehmen in der Schweiz sind eine einzigartige Sammlung von Daten und Kennzahlen.
Zu den neuen Listen

Kostenloses Probeabo


4 Wochen lang gratis am Puls der Wirtschaft.
Zur Bestellseite

ANZEIGE

Sesselwechsel


Gewerbeverband wählt Rime zum Präsidenten.
Zum aktuellen Sesselwechsel
Zur Übersichtsseite

ANZEIGE

Jetzt Online!

300 Reichste
Die Schuldenkrise hat die 300 Reichsten der Schweiz noch nicht eingeholt: Ihre Vermögen sind 2011 um 11 auf 481 Milliarden Franken gestiegen. Die Auf- und Abstieger sowie alle interessanten Details finden Sie ab sofort in unserer interaktiven Rangliste.
Zur Liste

ANZEIGE

Verlosung:

Gewinnen Sie ein edles Besteckset „duetto“, 24-teilig, von Casa Bugatti.

Mitmachen und gewinnen

Dossiers

Die grosse Analyse - auch abseits des Spielfelds: «Handelszeitung Online»...
Alt und schön: Von klassischen Oldtimern geht eine ungewöhnliche Faszination...
Griechenland steckt in einer politischen Krise - die finanzielle Zukunft des...
Hollande oder Sarkozy? Alle Fakten und Hintergründe im Vorfeld der Stichwahl am...
Am Mittwoch hat die Schweizerische Nationalbank wieder eine komplette...

ANZEIGE

iPad

Die Handelszeitung auf Ihrem iPad und iPhone
Die Handelszeitung mobil auf Ihrem iPad und Ihrem iPhone.
Mehr Infos

RSS abonnieren

Mobile Apps

Die wichtigsten und beliebtesten Apps für iPhones, Blackberrys und andere mobile Geräte.
Weiterlesen

Newsletter bestellen

Der Newsletter von Handelszeitung informiert Sie wöchentlich über die wichtigsten News der Schweizer WirtschaftAbonnieren Sie unseren Newsletter und Sie erhalten wöchentlich die wichtigsten News der Schweizer Wirtschaft per E-Mail.
Newsletter abonnieren