Formel 1 in Bahrain: Tränengas und Brandsätze

Beim Formel-1-Wochenende in Bahrain steht der Sport weiter im Hintergrund: Demonstranten und Polizei haben sich erneut heftige Duelle geliefert. Die Sicherheitskräfte werden für den Tod eines Demonstr

21.04.2012

Unmittelbar vor dem Formel-1-Rennen in Bahrain haben sich Demonstranten und die Polizei erneut heftige Auseinandersetzungen geliefert. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, vermummte Demonstranten warfen Brandsätze auf die Polizei.

Etwa 7000 Gegner der Herrscherfamilie hatten zuvor demokratische Reformen gefordert. Die Proteste richteten sich auch gegen die Sicherheitskräfte, die nach Auffassung der Opposition für den Tod eines Mannes bei einer Kundgebung am Tag zuvor verantwortlich sind.

Die Demonstranten skandierten Parolen gegen König Hamad bin Isa al Chalifa. Einige riefen: «Wir wollen die Formel 1 nicht.» In der Ortschaft Diras nordwestlich der Hauptstadt Manama steckten Demonstranten Reifen in Brand.

Die Polizei habe auch Gummigeschosse eingesetzt, sagte Mohammed al-Maskati von der Jugendbewegung für Menschenrechte in Bahrain. Eine Sprecherin des US-Aussenministeriums rief die Regierung von Bahrain zur Achtung der Menschenrechte auf und ermahnte gleichzeitig die Opposition, bei friedlichen Protesten zu bleiben.

Ermittlungen werden Mord

Am Morgen war eine Leiche in der Nähe eines Ortes gefunden worden, an dem es am Freitag zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen war. Angehörige des Opfers erklärten, Salah Abbas Habib sei erschossen worden. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Das Innenministerium teilte mit, die Behörden würden wegen Mordes ermitteln.

Entlang der Zufahrtstrasse zur Formel-1-Rennstrecke postierten Sicherheitskräfte Dutzende gepanzerte Fahrzeuge. An der Strasse sei auch Stacheldraht aufgezogen worden, sagten Aktivisten der Opposition.

Die Proteste gegen das Herrscherhaus hatten mit dem Arabischen Frühling 2011 zugenommen. Damals wurde der Grand Prix abgesagt.

Der dänisch-bahrainische Menschenrechtsaktivist Abdulhadi Al-Khawaja, der nach Unruhen 2011 verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, ist seit dem 8. Februar im Hungerstreik.

(vst/sda)

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Unmittelbar vor dem Formel-1-Rennen in Bahrain haben sich Demonstranten und die Polizei erneut heftige Auseinandersetzungen geliefert. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, vermummte Demonstranten warfen Brandsätze auf die Polizei.

Etwa 7000 Gegner der Herrscherfamilie hatten zuvor demokratische Reformen gefordert. Die Proteste richteten sich auch gegen die Sicherheitskräfte, die nach Auffassung der Opposition für den Tod eines Mannes bei einer Kundgebung am Tag zuvor verantwortlich sind.

Die Demonstranten skandierten Parolen gegen König Hamad bin Isa al Chalifa. Einige riefen: «Wir wollen die Formel 1 nicht.» In der Ortschaft Diras nordwestlich der Hauptstadt Manama steckten Demonstranten Reifen in Brand.

Die Polizei habe auch Gummigeschosse eingesetzt, sagte Mohammed al-Maskati von der Jugendbewegung für Menschenrechte in Bahrain. Eine Sprecherin des US-Aussenministeriums rief die Regierung von Bahrain zur Achtung der Menschenrechte auf und ermahnte gleichzeitig die Opposition, bei friedlichen Protesten zu bleiben.

Ermittlungen werden Mord

Am Morgen war eine Leiche in der Nähe eines Ortes gefunden worden, an dem es am Freitag zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen war. Angehörige des Opfers erklärten, Salah Abbas Habib sei erschossen worden. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Das Innenministerium teilte mit, die Behörden würden wegen Mordes ermitteln.

Entlang der Zufahrtstrasse zur Formel-1-Rennstrecke postierten Sicherheitskräfte Dutzende gepanzerte Fahrzeuge. An der Strasse sei auch Stacheldraht aufgezogen worden, sagten Aktivisten der Opposition.

Die Proteste gegen das Herrscherhaus hatten mit dem Arabischen Frühling 2011 zugenommen. Damals wurde der Grand Prix abgesagt.

Der dänisch-bahrainische Menschenrechtsaktivist Abdulhadi Al-Khawaja, der nach Unruhen 2011 verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, ist seit dem 8. Februar im Hungerstreik.

(vst/sda)

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