Multimilliardär Würth: «EWR wäre ein guter Kompromiss»

Jetzt schaltet sich Reinhold Würth in die EWR-Debatte ein: Im Interview mit der «Handelszeitung» hält der Mulitmilliardär und Schrauben-Grosshändler den politischen Alleingang langfristig nicht für ra

VonMarcel Speiser
05.12.2012

Im Interview mit der «Handelszeitung» schaltet sich der eng mit der Schweiz verbundene deutsche Multimilliardär und Schrauben-Grosshändler Reinhold Würth in die Europa-Diskussion in der Schweiz ein. «Ich respektiere selbstverständlich den Schweizer Wunsch, sich nicht in die EU zu integrieren.»

Auf Dauer aber hält Würth das Abseitsstehen des Landes für nicht mehr praktikabel. Mit dem autonomen Nachvollzug der europäischen Regeln und Gesetze werde «die Macht des Faktischen stärker und stärker», so Würth. «Wenn die Schweiz dann in zehn oder zwanzig Jahren doch noch Mitglied der EU wird – wovon ich ausgehe –, werden die Schweizer Bürger gar keinen Unterschied mehr merken. Es wird keinen Aufruhr mehr geben.»

Für die Zwischenzeit hält Würth ein Mitmachen im Europäischen Wirtschaftsraum für sinnvoll: «Das wäre ein guter Kompromiss für die Schweiz.» Würth ist überzeugt, dass die aktuelle Krise in Europa in 50 Jahren als «Glücksfall»  gesehen werde. «Aus der Krise werden die Vereinigten Staaten von Europa entstehen.» 

Das angespannte Verhältnis zwischen der Schweiz und Deutschland beurteilt der 77-jährige Vollblutunternehmer differenziert. Er stört sich etwa daran, dass «die Deutschen so viel Lärm um den Fluglärm» machen. «Das sollten sie nicht. Schliesslich wollen die Konstanzer und Waldshuter ja alle von Zürich aus fliegen.»

Demgegenüber stört er sich nicht daran, dass deutsche Steuerbehörden in der Schweiz gestohlene Bankdaten im Kampf gegen Schwarzgeld kaufen. «Was mich erstaunt, ist die Tatsache, dass es bei den Schweizer Banken viele Mitarbeiter gibt, die den Plausch am Verkauf von CDs haben. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Illoyalität gibt bei den treuen Eidgenossen.»

Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag an ihrem Kiosk.

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema
Stichworte:
Deutschland EWR Schweiz

Im Interview mit der «Handelszeitung» schaltet sich der eng mit der Schweiz verbundene deutsche Multimilliardär und Schrauben-Grosshändler Reinhold Würth in die Europa-Diskussion in der Schweiz ein. «Ich respektiere selbstverständlich den Schweizer Wunsch, sich nicht in die EU zu integrieren.»

Auf Dauer aber hält Würth das Abseitsstehen des Landes für nicht mehr praktikabel. Mit dem autonomen Nachvollzug der europäischen Regeln und Gesetze werde «die Macht des Faktischen stärker und stärker», so Würth. «Wenn die Schweiz dann in zehn oder zwanzig Jahren doch noch Mitglied der EU wird – wovon ich ausgehe –, werden die Schweizer Bürger gar keinen Unterschied mehr merken. Es wird keinen Aufruhr mehr geben.»

Für die Zwischenzeit hält Würth ein Mitmachen im Europäischen Wirtschaftsraum für sinnvoll: «Das wäre ein guter Kompromiss für die Schweiz.» Würth ist überzeugt, dass die aktuelle Krise in Europa in 50 Jahren als «Glücksfall»  gesehen werde. «Aus der Krise werden die Vereinigten Staaten von Europa entstehen.» 

Das angespannte Verhältnis zwischen der Schweiz und Deutschland beurteilt der 77-jährige Vollblutunternehmer differenziert. Er stört sich etwa daran, dass «die Deutschen so viel Lärm um den Fluglärm» machen. «Das sollten sie nicht. Schliesslich wollen die Konstanzer und Waldshuter ja alle von Zürich aus fliegen.»

Demgegenüber stört er sich nicht daran, dass deutsche Steuerbehörden in der Schweiz gestohlene Bankdaten im Kampf gegen Schwarzgeld kaufen. «Was mich erstaunt, ist die Tatsache, dass es bei den Schweizer Banken viele Mitarbeiter gibt, die den Plausch am Verkauf von CDs haben. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Illoyalität gibt bei den treuen Eidgenossen.»

Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag an ihrem Kiosk.

Meistgelesen

Hier ist das iPhone 6 in der Schweiz am günstigsten
Preisvergleich

Seit heute sind die Schweizer Abopreise für die neuen iPhones von Apple bekannt. Laut einem Vergleichsdienst liegen die Kostenunterschiede zwischen den Anbietern oft bei mehreren hundert Franken. Mehr...

19.09.2014
Chodorkowski zurück in der Politik
Gründung

Der ehemalige russische Oligarch Michail Chodorkowski hat seine eigene Oppositionsbewegung gegründet. Ziel ist eine Annäherung von Russland an Europa. Mehr...

20.09.2014
Flugzeugabsturz in Mali bleibt ungeklärt
Untersuchung

Die Ursachen für den Absturz der algerischen Maschine in Mali im Juli bleiben ungeklärt. Auch ein Terroranschlag kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Mehr...

14:11
Nestlé-Plakat in China
Aktien

Konsumgüterhersteller versprechen ein solides Wachstum. Doch viele Werte sind schon teuer, es drohen Kursverluste. Mehr...

VonAnnika Janssen
20.09.2014
Brasilien - die grosse Ernüchterung
Analyse

Man spricht seit über 100 Jahren vom Wunderkind Brasilien. Doch heute ist das Wachstum nur noch so hoch wie in Europa. Es hat sich eine ­Enttäuschung eingestellt. Warum? Mehr...

VonDominique V. Turpin*
20.09.2014
Aktien

Der Oktober gilt als Crashmonat. Betrachtet man die Statistik, wird klar: Der Oktober ist kein Verlustmonat. Im Gegenteil. Jetzt werden die Weichen für künftige Gewinne gestellt. Die Favoriten. Mehr...

VonGeorg Pröbstl
19.09.2014
Neue Nacktfotos von Kim Kardashian und Co.
Leak

In kurzer Zeit hat es zum zweiten Mal einen Hacker-Angriff auf private Fotos von Prominenten gegeben. Am Samstag kursierten auf Twitter neue Nacktbilder von Kim Kardashian und weiteren Promis. Mehr...

10:42

Die aktuelle Ausgabe der Handelszeitung
 

Cover der aktuellen Ausgabe

 

Unsere Partner      
 

UBS gründet vier neue Gesellschaften. Mehr

Sulzer plant Milliardenfusion mit US-Konzern. Mehr

Die besten Startups der Schweiz. Mehr

Taxi-Schreck Uber sucht Rat bei Schweizer Edelberatern. Mehr

«Reiseberater wissen mehr als das Internet». Mehr

 

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...