Philipp Müller ist neuer FDP-Präsident

Die FDP-Delegierten wählten Philipp Müller in Bern einstimmig zum Nachfolger von Fulvio Pelli. Der Aargauer Nationalrat sieht den Freisinn auf dem aufsteigenden Ast und hält die Partei für «too big to

21.04.2012

Der neue FDP-Präsident Philipp Müller sieht seine Partei auf dem aufsteigenden Ast. Die Wahlresultate dieses Frühlings seien bereits vielversprechend, nun gelte es diesen Trend fortzusetzen, sagte Müller vor den Delegierten in Bern.

«Wir werden intern mobilisieren», betonte Müller. «Man soll wieder stolz darauf sein, Mitglied der FDP zu sein. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen.» In der Schweiz gebe es mehr als 100'000 FDP-Mitglieder - und jeder Freisinnige, der sich engagieren möchte, sei willkommen. Schliesslich sei die FDP als Partei «too big to fail».

Problem: Aussen-Wahrnehmung der FDP

Ein Problem habe die Partei allerdings mit der Aussen-Wahrnehmung. Die FDP müsse sich daher vermehrt als die Partei in Szene setzen, die für KMUs einstehe und die für Arbeitsplätze und sichere Renten kämpfe.

Das Führungsteam mit Fulvio Pelli habe in den letzten Jahren wertvolle Aufbauarbeit geleistet, die nun bereits Früchte trage. Die kantonalen Wahlen in diesem Frühling hätten eine Trendwende hin zum Guten signalisiert.

Müller wurde am Samstag mit 330 zu 0 Stimmen zum Nachfolger von Fulvio Pelli gewählt. «Das ist ein Ergebnis, das mich motiviert», sagte Müller und kündigte an, hart zu arbeiten - «aber stets mit Freude». Der Tessiner Pelli hatte die FDP Schweiz seit 2005 geleitet.

Bodenständiger Schaffer, politischer Allrounder

Müller gehört seit 2003 dem Nationalrat an. Der gelernte Gipser wurde Generalbauunternehmer und ist im Süd-Aargau als «Tiefpreis-Hausbauer» bekannt - hat in den vergangenen drei Jahren gemäss aktuellen Recherchen der «Handelszeitung» allerdings kein einziges Neubauprojekt mehr realisiert. Der aus dem ländlichen Wynental stammende Müller machte zu Beginn seiner Politkarriere auf nationaler Ebene mit dem Thema Ausländerpolitik von sich reden.

Er hatte fast im Alleingang die eidgenössische Volksinitiative «für eine Regelung der Zuwanderung» lanciert. Volk und Stände lehnten im Jahr 2000 das Begehren ab, das den Ausländeranteil in der Schweiz auf 18 Prozent beschränken wollte.

Hardliner bei der Migration

Müller, von 1997 bis 2004 Mitglied des Aargauer Kantonsparlamentes, blieb seinem Kernthema Ausländerpolitik lange treu. Er prägte die FDP-Migrationspolitik mit - wohl in der Hoffnung, der SVP das Wasser abgraben zu können. Gleichzeitig kämpfte er für den freien Personenverkehr und gegen die Ausschaffungsinitiative der SVP.

Schrittweise gewann Müller Einfluss auf dem nationalen Politparkett - und seine Themenpalette wurde breiter. Ein Standbein Müllers bildet die Wirtschaftspolitik. Er ist ein Verfechter von strengeren Regeln für die Grossbanken und gestaltete die «Too-big-to-fail»-Vorlage und die Weissgeld-Strategie mit. Der Gewerbler nimmt eine eher distanzierte Haltung zur Hochfinanz ein.

Der «hemdsärmelige Chrampfer» kennt die Dossiers. Er gilt als einer, der seine Positionen und Forderungen mit politischem Talent und viel Eifer vertritt. Er spricht - auch auf Französisch - klare Wort, ohne ein Volkstribun zu sein. Müller ist geschieden und hat drei Töchter.

(vst/sda)

«Philipp Müller: Unternehmer ausser Dienst»: Lesen Sie mehr zum neuen FDP-Präsidenten in der aktuellen Ausgabe der «Handelszeitung».

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Der neue FDP-Präsident Philipp Müller sieht seine Partei auf dem aufsteigenden Ast. Die Wahlresultate dieses Frühlings seien bereits vielversprechend, nun gelte es diesen Trend fortzusetzen, sagte Müller vor den Delegierten in Bern.

«Wir werden intern mobilisieren», betonte Müller. «Man soll wieder stolz darauf sein, Mitglied der FDP zu sein. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen.» In der Schweiz gebe es mehr als 100'000 FDP-Mitglieder - und jeder Freisinnige, der sich engagieren möchte, sei willkommen. Schliesslich sei die FDP als Partei «too big to fail».

Problem: Aussen-Wahrnehmung der FDP

Ein Problem habe die Partei allerdings mit der Aussen-Wahrnehmung. Die FDP müsse sich daher vermehrt als die Partei in Szene setzen, die für KMUs einstehe und die für Arbeitsplätze und sichere Renten kämpfe.

Das Führungsteam mit Fulvio Pelli habe in den letzten Jahren wertvolle Aufbauarbeit geleistet, die nun bereits Früchte trage. Die kantonalen Wahlen in diesem Frühling hätten eine Trendwende hin zum Guten signalisiert.

Müller wurde am Samstag mit 330 zu 0 Stimmen zum Nachfolger von Fulvio Pelli gewählt. «Das ist ein Ergebnis, das mich motiviert», sagte Müller und kündigte an, hart zu arbeiten - «aber stets mit Freude». Der Tessiner Pelli hatte die FDP Schweiz seit 2005 geleitet.

Bodenständiger Schaffer, politischer Allrounder

Müller gehört seit 2003 dem Nationalrat an. Der gelernte Gipser wurde Generalbauunternehmer und ist im Süd-Aargau als «Tiefpreis-Hausbauer» bekannt - hat in den vergangenen drei Jahren gemäss aktuellen Recherchen der «Handelszeitung» allerdings kein einziges Neubauprojekt mehr realisiert. Der aus dem ländlichen Wynental stammende Müller machte zu Beginn seiner Politkarriere auf nationaler Ebene mit dem Thema Ausländerpolitik von sich reden.

Er hatte fast im Alleingang die eidgenössische Volksinitiative «für eine Regelung der Zuwanderung» lanciert. Volk und Stände lehnten im Jahr 2000 das Begehren ab, das den Ausländeranteil in der Schweiz auf 18 Prozent beschränken wollte.

Hardliner bei der Migration

Müller, von 1997 bis 2004 Mitglied des Aargauer Kantonsparlamentes, blieb seinem Kernthema Ausländerpolitik lange treu. Er prägte die FDP-Migrationspolitik mit - wohl in der Hoffnung, der SVP das Wasser abgraben zu können. Gleichzeitig kämpfte er für den freien Personenverkehr und gegen die Ausschaffungsinitiative der SVP.

Schrittweise gewann Müller Einfluss auf dem nationalen Politparkett - und seine Themenpalette wurde breiter. Ein Standbein Müllers bildet die Wirtschaftspolitik. Er ist ein Verfechter von strengeren Regeln für die Grossbanken und gestaltete die «Too-big-to-fail»-Vorlage und die Weissgeld-Strategie mit. Der Gewerbler nimmt eine eher distanzierte Haltung zur Hochfinanz ein.

Der «hemdsärmelige Chrampfer» kennt die Dossiers. Er gilt als einer, der seine Positionen und Forderungen mit politischem Talent und viel Eifer vertritt. Er spricht - auch auf Französisch - klare Wort, ohne ein Volkstribun zu sein. Müller ist geschieden und hat drei Töchter.

(vst/sda)

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