Steuersünder: Geheimverhandlungen mit Spanien kommen nicht voran

Die spanische Regierung hat mit der Schweiz über ein Abgeltungsabkommen verhandelt, jedoch ohne Ergebnis. Jetzt denken die Spanier an eine Steueramnestie.

VonOlivia Kühni
09.05.2012

Die spanische Regierung hat mit der Schweiz über ein mögliches Abgeltungsabkommen verhandelt, wie beide Seiten gegenüber der «Handelszeitung» bestätigen.

Doch offenbar hat Spanien die Geduld verloren: Die Regierung setzt lieber auf eine Steueramnestie für ihre Steuersünder. «Die Regierung konzentriert sich jetzt auf das Offenlegungsprogramm», sagt der Sprecher des spanischen Finanzministeriums. Grund ist der akute Geldbedarf der spanischen Regierung.

Den langen Weg zum Abgeltungsabkommen kann sich Spanien nicht leisten. «Wirbrauchen dieses Jahr Geld», so der Sprecher. Das Abgeltungsabkommen habe keine Priorität. Trotzdem betont der Sprecher, das Abgeltungsmodell sei «nicht abgeschrieben».

Angesichts des Amnestieprogramms erscheint der Abgeltungsweg jedoch wenig attraktiv. Spanische Steuersünder, die bis zum 30. November ihre undeklarierten Gelder nachmelden, zahlen lediglich 10 Prozent des Vermögens an den Staat. Das ist deutlich weniger, als die Abgeltungsabkommen mit Deutschland und Grossbritannien vorsehen.

Ausserdem müssen die Bürger das nachgemeldeteGeld nicht nach Spanien bringen, sondern können es auf ausländischen Bankkonten belassen. Sie geben zwar ihre Anonymität gegenüber dem eigenen Staat auf. Vor möglichen Wirren im Heimatland aber ist das Geld weiterhin geschützt.

Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.

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Die spanische Regierung hat mit der Schweiz über ein mögliches Abgeltungsabkommen verhandelt, wie beide Seiten gegenüber der «Handelszeitung» bestätigen.

Doch offenbar hat Spanien die Geduld verloren: Die Regierung setzt lieber auf eine Steueramnestie für ihre Steuersünder. «Die Regierung konzentriert sich jetzt auf das Offenlegungsprogramm», sagt der Sprecher des spanischen Finanzministeriums. Grund ist der akute Geldbedarf der spanischen Regierung.

Den langen Weg zum Abgeltungsabkommen kann sich Spanien nicht leisten. «Wirbrauchen dieses Jahr Geld», so der Sprecher. Das Abgeltungsabkommen habe keine Priorität. Trotzdem betont der Sprecher, das Abgeltungsmodell sei «nicht abgeschrieben».

Angesichts des Amnestieprogramms erscheint der Abgeltungsweg jedoch wenig attraktiv. Spanische Steuersünder, die bis zum 30. November ihre undeklarierten Gelder nachmelden, zahlen lediglich 10 Prozent des Vermögens an den Staat. Das ist deutlich weniger, als die Abgeltungsabkommen mit Deutschland und Grossbritannien vorsehen.

Ausserdem müssen die Bürger das nachgemeldeteGeld nicht nach Spanien bringen, sondern können es auf ausländischen Bankkonten belassen. Sie geben zwar ihre Anonymität gegenüber dem eigenen Staat auf. Vor möglichen Wirren im Heimatland aber ist das Geld weiterhin geschützt.

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