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Alfred Gantner: Rasanter Aufstieg zum Anlageprofi

Der Mitbegründer und CEO der Zuger Partners Group gehört mit seinem Team zu den führenden Managern Alternativer Anlagen. Sein Erfolgsrezept: Gute Partner, viel Arbeit, etwas Glück und ein forsches Tem

VonFlavian Cajacob
14.01.2004

Dicker Nebel «deckelt» an diesem Morgen das Zugerland. Im Fastfood-Restaurant an der Stadtgrenze gönnt sich die Belegschaft eines Büros fröhlich parlierend eine Kaffeepause. Auf der gegenüberliegenden Seite der Baarerstrasse, im transparenten Glaskonstrukt mit dem verheissungsvollen Namen «Vision Plaza», schickt sich Alfred Gantner an, seine Besucher durch die Räume der Partners Group zu führen, jener Finanzgesellschaft, an deren Gründung er 1996 federführend mitgewirkt hat. Grosszügig konzipiert nehmen sich die einzelnen Etagen aus, auf deren Läufern moderne Arbeitsinseln dümpeln, auf denen stille Betriebsamkeit oder angeregter Gedankenaustausch herrscht. Über die riesige Videowand im Forum, wo sich jeweils montags die Belegschaft zur Aussprache trifft, ziehen unentwegt Newsbars und Aktienkurse, von den weissen Wänden blinkt zeitgenössisch bunt die Kunst. Ein Unternehmen signalisiert Erfolg.

Den hat die Partners Group durchaus: Vor sieben Jahren als Dreimannbetrieb lanciert, beschäftigt das Finanzunternehmen mittlerweile über 100 Mitarbeitende, wovon 28 als Partner für die Geschicke der Firma verantwortlich zeichnen. Mit Anlageprogrammen von mehr als 6 Mrd Fr. gehört das Zuger Unternehmen zudem zu den weltweit führenden Managern Alternativer Anlagen.

Eine Entwicklung, die Alfred Gantner mit Genugtuung erfüllt. Aber nicht nur. Während der CEO bedächtig die Stufen zum ersten Stock nimmt, hält er gedanklich inne. «Ich frage mich fast täglich, in welchem Masse wir noch wachsen dürfen», sagt er und schafft einen Link zu seiner Geschäftsphilosophie. «Von Anfang an war klar, dass die Partners Group konservativ und nicht aggressiv wachsen sollte.» Für ihn, der er seine Ansichten gerne und oft mit bildlichen Beispielen anreichert, ist das auf die Bereiche Private Equity und Hedge-Fonds spezialisierte Finanzunternehmen denn auch eine Fabrik, an deren Mauerwerk stetig weiter gebaut wird, währenddessen im Innern bereits Anpassungen und Verbesserungen vorgenommen werden.

Organisator mit Sportsgeist

Als CEO sieht sich Gantner am ehesten in der Rolle eines Koordinators, eines Organisators. Immer wieder verweist er auf die beiden anderen Gründer der Partners Group, Marcel Erni und Urs Wietlisbach, und seine übrigen Partner, die Mitarbeitenden, von denen viele zu Freunden geworden seien. Leute, mit denen der 35-Jährige den einen oder anderen sportlichen Wettstreit austrägt, am Jöggelikasten etwa oder auf dem Velo. Bei diesen Gelegenheiten käme das wahre Wesen eines jeden Einzelnen zum Vorschein, lacht Gantner, nun im firmeneigenen Fitnessraum angelangt. «Jeder will gewinnen, nicht jeder ist trainiert, das musste ich kürzlich bei einer bergigen Radtour schmerzlich am eigenen Leib erfahren.» Für Sport bleibe ihm nur wenig Zeit, ein gesunder Sportsgeist hingegen sei ihm äusserst wichtig. So hat er die Einrichtung für den Fitnessraum gesponsert, ohne diese selber in Anspruch zu nehmen. Die Belegschaft hat es ihm mit einer Patenschaft gedankt: Fortan wird über die Mittagspause in «Fredys Fitness Corner» geschwitzt.

«So, jetzt erklärt dem Journalisten mal, weshalb wir alle so gerne hier arbeiten», fordert Gantner drei Kollegen auf, die er spontan zu einem Kurzinterview hat antraben lassen. Eigentlich war die Frage ja an ihn gerichtet, doch Gantner setzt alles daran, nicht als entrückter Big Boss wahrgenommen zu werden. Und so lässt er erst mal lieber andere für die Firma und deren Kultur werben. Absolute Professionalität und die Möglichkeit zum aktiven Mitgestalten sind zwei Stichworte von vielen, die geäussert werden. Gantner lehnt derweil lässig an der Bürowand, hört zu, nickt zustimmend und wirft dann und wann Erörterungen zu seiner Sicht der Dinge ein. Zum Beispiel, dass es ihm äusserst wichtig sei, die Hierarchien im Betrieb tief zu halten. Oder, dass viel leisten müsse, wer viel erreichen wolle. Dass ein Sabatical zudem eine wunderbare Erfahrung sei und er das seinige mitsamt der Familie im Homemobile absolviert habe. Quer durch die USA tourend, wo vielen Angestellten höchstens zwei Wochen Urlaub im Jahr zustehen würden. Und: «Erfolg besteht zur einen Hälfte aus Arbeit, viel Arbeit, und zur anderen aus Glück.»

Seine Sporen im Finanzgeschäft hat sich Gantner als Börsenhändler abverdient. Dass er beruflich einmal diese Richtung einschlagen würde, das war ihm früh klar. Wirtschaft und Politik, dies seien im Teenageralter seine Lieblingsthemen gewesen. Nicht zuletzt des Vaters wegen, der ihn mit Ansichten und Thesen immer wieder zum Nachdenken und Argumentieren herausgefordert habe. Zu dieser Zeit auch verdiente sich der gebürtige Badener sein erstes eigenes Geld. «Mit einer Wanderdisco traten wir an den Wochenenden im Aargauischen auf, die Einnahmen wurden nicht einfach verjubelt, sondern gleich wieder in neue Apparaturen gesteckt», erinnert sich Gantner an seine ersten Erfahrungen mit Geld.

Koordinator eines Rudelsvon Alphatieren

Nach der Banklehre und zwei hektischen Jahren an der Börse dislozierte der Jungbanker in die USA, wo er an der Brigham-Young-Universität von Utah sein MBA machte. Es folgten drei Jahre bei Goldman Sachs & Co. und einige Erlebnisse, die ihn zum Schluss kommen liessen, dass der in Angriff genommene Weg nicht den Rest seines Lebens bestimmen sollte. «Ich merkte, dass etwas nicht stimmte, ich wollte flexibler werden, mein eigenes Unternehmen führen und meine eigenen Ideen umsetzen.» Gantner gründete zusammen mit Erni und Wietlisbach die Partners Group. Es sei eine Art Befreiungsschlag gewesen, und wenngleich die berufliche Belastung zugenommen habe, so fühle er sich dennoch viel freier als zu seiner Zeit als Angestellter: «Man weiss, wofür man arbeitet, das hier ist sozusagen unser eigenes Kind.»

Als ein Rudel von Alphatieren bezeichnet Gantner das Unternehmen, dem er vorsteht. Ein solches zu koordinieren und organisieren sei keine einfache Aufgabe. «Bei uns haben sehr viele Leute das Steuer in den Händen», lacht er zwischen zwei Schlucken Mineral, die er sich in der feudalen Betriebskantine gönnt, «da braucht es manchmal auch einen, der das Tempo drosselt.» Wenn einer die Rolle des Bremsers übernehmen müsse, dann sei am ehesten er dies. Was nicht heisse, dass er zaghaft oder mit angezogener Handbremse durch Job und Leben schreiten würde. Ein kurzer Blick auf seine Vita liefert dazu einen eindrücklichen Beleg: Heirat mit 23, Vater mit 27, sein eigener Chef mit 28, fünffacher Vater mit 35. «Meine Schwester hat einmal gesagt, ich könne wohl nicht anders. Das sei halt der Fredy: 0 oder 120, etwas anderes kenne der nicht.» Da erstaunt es wenig, dass Gantner beim Thema Hobby abwinkt. Nebst den drei Pfeilern Familie, Kirche und Beruf ­ und dies trotz Rund-um-die-Uhr-Job in genau dieser Reihenfolge ­ bleibt dem engagierten Mormonen schlicht keine Zeit.

Privat achtet er schon mal auf Aktionsangebote

Gantner posiert fürs Fotoporträt. In seinem Rücken ziehen wieder die aktuellen Börsendaten über die Videowand. Plus, Minus. Aufwärts, Abwärts. Gewinn, Verlust. Wie hält es der Finanzfachmann, der für eine «Entdämonisierung der Börse» eintritt und ein neues schweizerisches Selbstvertrauen fordert, mit dem Geld? Der überlegt ganz kurz ­ nein, geizig sei er nicht, sparsam jedoch schon. So achte er beim Einkauf schon mal auf Aktionsangebote, ob sich was sparen lasse. Ein Punkt, der doch in Diskrepanz zum Beruf stehe: «Im Geschäft erwägt man täglich Investitionen in Millionenhöhe, und beim Posten überlegt man es sich zweimal, 20 Rappen mehr oder weniger auszugeben.»

Im «Vision Plaza» naht die Mittagspause, man wünscht sich «en Guete». Gantners Blick streift einen Schreibstift, in seinem Mundwinkel zeichnet sich ein Schmunzeln ab ­ und mit einem amüsierten Stirnrunzeln sagt er: «Wenn wir schon beim Sparen sind ­ wir haben einen jährlichen Verbrauch an Kugelschreibern von 50 Stück pro Kopf. Mir ist völlig schleierhaft, wie dieser zu Stande kommt.»



Profil: Steckbrief

Name: Alfred Gantner

Funktion: CEO und Partner der Partners Group, Zug

Alter: 35

Wohnort: Oberägeri

Familie: Verheiratet, fünf Kinder

Karriere:

1985-­1990 Nach Banklehre in der Börsenabteilung der Cantrade- Privatbank-Gruppe (UBS)

1991-­1994 MBA der Marriott School of Management, Utah

1994­-1996 Goldman Sachs & Co., u.a. Institutional Sales Desk Schweiz

1996 Gründung der Partners Group Firma

Partners Group:

Mit Anlageprogrammen im Volumen von mehr als 6 Mrd Fr. gehört das Finanzunternehmen mit Hauptsitz in Zug zu den führenden Managern von Alternativen Anlagen (Private Equity und Hedge-Fonds). 1996 von Marcel Erni, Urs Wietlisbach und Alfred Gantner gegründet, ist die Partners Group heute im Besitz von 28 Partnern. Das Unternehmen beschäftigt in Zug, New York und auf Guernsey über 100 Mitarbeitende. Zu den Firmenkunden und Joint-Venture-Partnern der Partners Group gehören etwa die Deutsche Bank, BP, Novartis und Swiss Re.

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Dicker Nebel «deckelt» an diesem Morgen das Zugerland. Im Fastfood-Restaurant an der Stadtgrenze gönnt sich die Belegschaft eines Büros fröhlich parlierend eine Kaffeepause. Auf der gegenüberliegenden Seite der Baarerstrasse, im transparenten Glaskonstrukt mit dem verheissungsvollen Namen «Vision Plaza», schickt sich Alfred Gantner an, seine Besucher durch die Räume der Partners Group zu führen, jener Finanzgesellschaft, an deren Gründung er 1996 federführend mitgewirkt hat. Grosszügig konzipiert nehmen sich die einzelnen Etagen aus, auf deren Läufern moderne Arbeitsinseln dümpeln, auf denen stille Betriebsamkeit oder angeregter Gedankenaustausch herrscht. Über die riesige Videowand im Forum, wo sich jeweils montags die Belegschaft zur Aussprache trifft, ziehen unentwegt Newsbars und Aktienkurse, von den weissen Wänden blinkt zeitgenössisch bunt die Kunst. Ein Unternehmen signalisiert Erfolg.

Den hat die Partners Group durchaus: Vor sieben Jahren als Dreimannbetrieb lanciert, beschäftigt das Finanzunternehmen mittlerweile über 100 Mitarbeitende, wovon 28 als Partner für die Geschicke der Firma verantwortlich zeichnen. Mit Anlageprogrammen von mehr als 6 Mrd Fr. gehört das Zuger Unternehmen zudem zu den weltweit führenden Managern Alternativer Anlagen.

Eine Entwicklung, die Alfred Gantner mit Genugtuung erfüllt. Aber nicht nur. Während der CEO bedächtig die Stufen zum ersten Stock nimmt, hält er gedanklich inne. «Ich frage mich fast täglich, in welchem Masse wir noch wachsen dürfen», sagt er und schafft einen Link zu seiner Geschäftsphilosophie. «Von Anfang an war klar, dass die Partners Group konservativ und nicht aggressiv wachsen sollte.» Für ihn, der er seine Ansichten gerne und oft mit bildlichen Beispielen anreichert, ist das auf die Bereiche Private Equity und Hedge-Fonds spezialisierte Finanzunternehmen denn auch eine Fabrik, an deren Mauerwerk stetig weiter gebaut wird, währenddessen im Innern bereits Anpassungen und Verbesserungen vorgenommen werden.

Organisator mit Sportsgeist

Als CEO sieht sich Gantner am ehesten in der Rolle eines Koordinators, eines Organisators. Immer wieder verweist er auf die beiden anderen Gründer der Partners Group, Marcel Erni und Urs Wietlisbach, und seine übrigen Partner, die Mitarbeitenden, von denen viele zu Freunden geworden seien. Leute, mit denen der 35-Jährige den einen oder anderen sportlichen Wettstreit austrägt, am Jöggelikasten etwa oder auf dem Velo. Bei diesen Gelegenheiten käme das wahre Wesen eines jeden Einzelnen zum Vorschein, lacht Gantner, nun im firmeneigenen Fitnessraum angelangt. «Jeder will gewinnen, nicht jeder ist trainiert, das musste ich kürzlich bei einer bergigen Radtour schmerzlich am eigenen Leib erfahren.» Für Sport bleibe ihm nur wenig Zeit, ein gesunder Sportsgeist hingegen sei ihm äusserst wichtig. So hat er die Einrichtung für den Fitnessraum gesponsert, ohne diese selber in Anspruch zu nehmen. Die Belegschaft hat es ihm mit einer Patenschaft gedankt: Fortan wird über die Mittagspause in «Fredys Fitness Corner» geschwitzt.

«So, jetzt erklärt dem Journalisten mal, weshalb wir alle so gerne hier arbeiten», fordert Gantner drei Kollegen auf, die er spontan zu einem Kurzinterview hat antraben lassen. Eigentlich war die Frage ja an ihn gerichtet, doch Gantner setzt alles daran, nicht als entrückter Big Boss wahrgenommen zu werden. Und so lässt er erst mal lieber andere für die Firma und deren Kultur werben. Absolute Professionalität und die Möglichkeit zum aktiven Mitgestalten sind zwei Stichworte von vielen, die geäussert werden. Gantner lehnt derweil lässig an der Bürowand, hört zu, nickt zustimmend und wirft dann und wann Erörterungen zu seiner Sicht der Dinge ein. Zum Beispiel, dass es ihm äusserst wichtig sei, die Hierarchien im Betrieb tief zu halten. Oder, dass viel leisten müsse, wer viel erreichen wolle. Dass ein Sabatical zudem eine wunderbare Erfahrung sei und er das seinige mitsamt der Familie im Homemobile absolviert habe. Quer durch die USA tourend, wo vielen Angestellten höchstens zwei Wochen Urlaub im Jahr zustehen würden. Und: «Erfolg besteht zur einen Hälfte aus Arbeit, viel Arbeit, und zur anderen aus Glück.»

Seine Sporen im Finanzgeschäft hat sich Gantner als Börsenhändler abverdient. Dass er beruflich einmal diese Richtung einschlagen würde, das war ihm früh klar. Wirtschaft und Politik, dies seien im Teenageralter seine Lieblingsthemen gewesen. Nicht zuletzt des Vaters wegen, der ihn mit Ansichten und Thesen immer wieder zum Nachdenken und Argumentieren herausgefordert habe. Zu dieser Zeit auch verdiente sich der gebürtige Badener sein erstes eigenes Geld. «Mit einer Wanderdisco traten wir an den Wochenenden im Aargauischen auf, die Einnahmen wurden nicht einfach verjubelt, sondern gleich wieder in neue Apparaturen gesteckt», erinnert sich Gantner an seine ersten Erfahrungen mit Geld.

Koordinator eines Rudelsvon Alphatieren

Nach der Banklehre und zwei hektischen Jahren an der Börse dislozierte der Jungbanker in die USA, wo er an der Brigham-Young-Universität von Utah sein MBA machte. Es folgten drei Jahre bei Goldman Sachs & Co. und einige Erlebnisse, die ihn zum Schluss kommen liessen, dass der in Angriff genommene Weg nicht den Rest seines Lebens bestimmen sollte. «Ich merkte, dass etwas nicht stimmte, ich wollte flexibler werden, mein eigenes Unternehmen führen und meine eigenen Ideen umsetzen.» Gantner gründete zusammen mit Erni und Wietlisbach die Partners Group. Es sei eine Art Befreiungsschlag gewesen, und wenngleich die berufliche Belastung zugenommen habe, so fühle er sich dennoch viel freier als zu seiner Zeit als Angestellter: «Man weiss, wofür man arbeitet, das hier ist sozusagen unser eigenes Kind.»

Als ein Rudel von Alphatieren bezeichnet Gantner das Unternehmen, dem er vorsteht. Ein solches zu koordinieren und organisieren sei keine einfache Aufgabe. «Bei uns haben sehr viele Leute das Steuer in den Händen», lacht er zwischen zwei Schlucken Mineral, die er sich in der feudalen Betriebskantine gönnt, «da braucht es manchmal auch einen, der das Tempo drosselt.» Wenn einer die Rolle des Bremsers übernehmen müsse, dann sei am ehesten er dies. Was nicht heisse, dass er zaghaft oder mit angezogener Handbremse durch Job und Leben schreiten würde. Ein kurzer Blick auf seine Vita liefert dazu einen eindrücklichen Beleg: Heirat mit 23, Vater mit 27, sein eigener Chef mit 28, fünffacher Vater mit 35. «Meine Schwester hat einmal gesagt, ich könne wohl nicht anders. Das sei halt der Fredy: 0 oder 120, etwas anderes kenne der nicht.» Da erstaunt es wenig, dass Gantner beim Thema Hobby abwinkt. Nebst den drei Pfeilern Familie, Kirche und Beruf ­ und dies trotz Rund-um-die-Uhr-Job in genau dieser Reihenfolge ­ bleibt dem engagierten Mormonen schlicht keine Zeit.

Privat achtet er schon mal auf Aktionsangebote

Gantner posiert fürs Fotoporträt. In seinem Rücken ziehen wieder die aktuellen Börsendaten über die Videowand. Plus, Minus. Aufwärts, Abwärts. Gewinn, Verlust. Wie hält es der Finanzfachmann, der für eine «Entdämonisierung der Börse» eintritt und ein neues schweizerisches Selbstvertrauen fordert, mit dem Geld? Der überlegt ganz kurz ­ nein, geizig sei er nicht, sparsam jedoch schon. So achte er beim Einkauf schon mal auf Aktionsangebote, ob sich was sparen lasse. Ein Punkt, der doch in Diskrepanz zum Beruf stehe: «Im Geschäft erwägt man täglich Investitionen in Millionenhöhe, und beim Posten überlegt man es sich zweimal, 20 Rappen mehr oder weniger auszugeben.»

Im «Vision Plaza» naht die Mittagspause, man wünscht sich «en Guete». Gantners Blick streift einen Schreibstift, in seinem Mundwinkel zeichnet sich ein Schmunzeln ab ­ und mit einem amüsierten Stirnrunzeln sagt er: «Wenn wir schon beim Sparen sind ­ wir haben einen jährlichen Verbrauch an Kugelschreibern von 50 Stück pro Kopf. Mir ist völlig schleierhaft, wie dieser zu Stande kommt.»


Profil: Steckbrief

Name: Alfred Gantner

Funktion: CEO und Partner der Partners Group, Zug

Alter: 35

Wohnort: Oberägeri

Familie: Verheiratet, fünf Kinder

Karriere:

1985-­1990 Nach Banklehre in der Börsenabteilung der Cantrade- Privatbank-Gruppe (UBS)

1991-­1994 MBA der Marriott School of Management, Utah

1994­-1996 Goldman Sachs & Co., u.a. Institutional Sales Desk Schweiz

1996 Gründung der Partners Group Firma

Partners Group:

Mit Anlageprogrammen im Volumen von mehr als 6 Mrd Fr. gehört das Finanzunternehmen mit Hauptsitz in Zug zu den führenden Managern von Alternativen Anlagen (Private Equity und Hedge-Fonds). 1996 von Marcel Erni, Urs Wietlisbach und Alfred Gantner gegründet, ist die Partners Group heute im Besitz von 28 Partnern. Das Unternehmen beschäftigt in Zug, New York und auf Guernsey über 100 Mitarbeitende. Zu den Firmenkunden und Joint-Venture-Partnern der Partners Group gehören etwa die Deutsche Bank, BP, Novartis und Swiss Re.

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