19.02.2008 | 21:00
Von:
Claudia Gnehm und Samuel GerBer
Foto:
|
 

Als Erste bittet Zurich Dicke zur Kasse

Lebensversicherung Wer einen idealen Body-Mass-Index ausweist, zahlt bei Zurich tiefere Prämien. Die neue Risikoklasse ist das Resultat des verschärften Wettbewerbs.

Bisher haben wir zwischen Rauchern und Nichtrauchern unterschieden. Nun überlegen wir uns, ob Klassifizierungen anhand des Body-Mass-Index in Frage kämen», sagt Ivo Furrer, CEO Zurich Life Switzerland, der «Handelszeitung». Intern ist die Einführung des BMI beschlossene Sache. Für Furrer ist sie Teil der Personalisierung der Risikoprofile. «Der BMI würde als ein Faktor in die Prämienberechnung des Produkts eingebaut.» Der BMI berechnet sich: Körpergewicht (in kg) dividiert durch Körpergrösse mal Körpergrösse (in m). Ein BMI zwischen 19 bis 25 gilt als normal respektive ideal.

Skepsis bei der Konkurrenz

Die meisten Konkurrenten berücksichtigen Indikatoren wie Gewicht und Grösse zwar ebenfalls, haben und planen aber keine Produkte mit speziellen BMI-Anreizen. Bâloise fragt nach Grösse und Gewicht, ein Prämienzuschlag erfolgt aber nur zusammen mit anderen Risikofaktoren, wie Bâloise-Sprecher Dominik Marbet sagt. Swiss Life nimmt eine generelle Gesundheitsprüfung vor.

In Form eines Malus kommt der BMI bei Allianz Suisse zum Tragen. «Ab einem BMI von 30 erheben wir einen Risikozuschlag», sagt Allianz-Sprecher Bernd De Wall. Axa Winterthur bestätigt zwar den Trend hin zur risikodifferenzierten Produktgestaltung. Aber Axa-Sprecherin Renata Tschudi sagt: «Problematisch wird es, wenn die Risikodifferenzierung zu einer Entsolidarisierung und damit zur Aufhebung des Versicherungsgedankens führt.»

Während Zurich mit dem BMI-Indikator übernimmt, was in den USA und England schon bekannt ist, betont Nationale Suisse klare Grenzen der Individualisierung. «Zwar müssen Kunden mit starkem Übergewicht bei der Todesfallrisikoversicherung eine Zuschlagprämie bezahlen, weil sie eine erhöhte Sterbewahrscheinlichkeit haben», erklärt Nationale-Suisse-Sprecherin Cornelia Frei. Auf weitere Differenzierungen werde aber verzichtet, weil bei leicht zu tiefem oder erhöhtem BMI die statistischen Grundlagen nicht so eindeutig seien. «Solche wären Voraussetzungen für jede weitere Differenzierung.» Hier sei der Individualisierung Grenzen gesetzt.

Punkto Kontrolle zeigt sich Zurich-Manager Furrer zuversichtlich, dass es kein Heer von Detektiven braucht. «Das ist hauptsächlich Vertrauenssache. Doch aus der Gesundheitshistorie der Versicherten lässt sich auch so einiges herauslesen», erklärt er. Zudem gebe es ärztliche Untersuchungen. Den Vorwurf, dass die logische Folge nach der Erhebung des BMI das Hinzuziehen der Gene sei, findet er übertrieben: «Der Unterschied zwischen dem Indikator BMI und den Genen ist, dass sich der BMI in den meisten Fällen beeinflussen lässt. Gene hingegen nicht.» Zurich verfolge keine solchen Pläne.

Bei den Krankenkassen haben bisher alle Versuche, Prämien und Selbstbehalte bei Zusatzversicherungen nach dem BMI zu richten, Schiffbruch erlitten. Derzeit steht dies laut Daniel Dauwalder, Sprecher des Bundesamts für Gesundheit, nicht zur Diskussion: «Zwischen Gesunden und Kranken gilt die Solidarität, es darf keine Prämienunterschiede geben.» In der Zusatzversicherung gibt es bereits Produkte, wo Nichtraucher besser fahren, einen BMI-Rabatt gibt es bisher nicht. Nichtsdestotrotz wollen laut Umfragen von Santésuisse zwei Drittel der Bevölkerung gesundes Verhalten belohnt sehen, wie Felix Schneuwly, Leiter Politik bei Santésuisse, sagt.

Arbeitnehmer bestimmen mit

Zurich möchte beim Individualisierungstrend nicht nur im Einzelleben die Nase vorn haben, sondern auch im Kollektivgeschäft. Furrer will im Bereich der Pensionskassen die individuellen Vita-Invest-Lösungen für Arbeitgeber ausbauen. Und: «Wir arbeiten auch an möglichen Angeboten, bei welchen die Arbeitnehmer im gesetzlichen Rahmen bei der Anlagestrategie mitbestimmen können, wie es in den USA der Fall ist.» Damit wagt sich Zurich als erster Versicherer auf dieses Terrain. Bâloise bezeichnet eine solche Mitsprache «als aktuell nicht marktüblich», auch wegen der zu gewährenden Sicherheiten. Auch Nationale Suisse und Axa bieten dies nicht an. Und Swiss-Life-Sprecher Frank Keidel sagt: «Der Gesetzgeber erlaubt seit kurzem, dass Arbeitnehmer für Lohnanteile über 120000 Fr. bei der Anlagestrategie mitbestimmen können. Swiss Life biete derzeit kein solches Produkt an.

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Top und Flops

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19.47 0.73 3.90
11.16 0.35 3.24
38.92 1.10 2.91
41.37 1.13 2.81
15.75 0.35 2.27
31.32 0.32 1.03
308.00 2.70 0.88
353.00 1.00 0.28
37.78 0.03 0.08
156.40 0.00 0.00
Name Kurs +/- +/- %
36.87 1.67 4.73
38.36 1.17 3.15
6.52 0.19 3.03
63.43 1.66 2.69
30.50 0.77 2.57
53.08 0.09 0.17
34.48 -0.02 -0.04
40.96 -0.02 -0.05
75.59 -0.15 -0.20
23.83 -0.18 -0.73
Name Kurs +/- +/- %
4.97 0.34 7.24
2.62 0.14 5.73
16.64 0.75 4.69
1.07 0.05 4.59
14.35 0.53 3.84
51.79 -0.11 -0.21
25.26 -0.06 -0.24
13.21 -0.06 -0.41
91.39 -0.55 -0.60
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