Sharp nimmt einen Rekordverlust im Kauf, um schnell auf das boomende Geschäft mit Smartphones und Tablet-Computern aufzuspringen. Im grossen Werk Kameyama-2 werden Produktionslinien umgerüstet, um statt grosser Fernsehbildschirme kleinere Touchscreen-Displays herzustellen. Dabei hofft Sharp mit der neuen IGZO-Technik auf einen technologischen Vorsprung vor der Konkurrenz.
Zunächst einmal brachte der Umbau aber Kosten von umgerechnet 4,2 Milliarden Franken im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr. Sharp hatte rote Zahlen in dieser Grössenordnung bereits vor zweieinhalb Wochen in Aussicht gestellt.
Neben der Flaute im Geschäft mit LCD-Fernsehern lief es auch beim zweiten Standbein Solartechnik schlechter. Der Umsatz sank um 18,7 Prozent. Auch im laufenden Geschäftsjahr rechnet das im japanischen Osaka ansässige Unternehmen damit, in der Verlustzone zu bleiben. Allerdings soll sich der Fehlbetrag deutlich reduzieren. Der Umsatz soll um 9,9 Prozent zulegen.
Die IGZO-Technik (von Indium Gallium Zinc Oxide) soll eine bessere Bildqualität bei dünneren Bildschirmen und niedrigerem Stromverbrauch bieten. Dem Vernehmen nach hatte Apple bereits einen Milliardenbetrag in eine Produktionslinie bei Sharp investiert und wollte die Displays für sein neues iPad von den Japanern beziehen. Wegen Produktionsproblemen sei Apple jedoch zunächst beim bisherigen Zulieferer Samsung geblieben.
Inzwischen stieg der iPhone- und iPad-Fertiger Foxconn gross bei Sharp ein und will einen erheblichen Teil der LCD-Bildschirme abnehmen
(muv/tno/sda/awp)



























