17.06.2008 | 21:00
STROMERZEUGUNG
Von:
Hans Schweickardt
Foto:
|
 

Bis ins Jahr 2035 muss alles anders sein

Die Schweiz steht energiepolitisch vor zwei grossen Problemen. Die CO2- Emissionen müssen gesenkt werden, und es zeichnen sich Schwierigkeiten bei der Stromversorgung ab. Nur die nötigen Rahmenbedingungen können beide Probleme gleichzeitig lösen.

Das Thema Energie der Zukunft geht mit der klimatischen Herausforderung einher. Niemand stellt heute den Zusammenhang zwischen Energieverbrauch und Klimawandel in Frage, sei dies in der Politik, den Medien, im Unternehmensmanagement oder in den Haushalten. Die Aufgabe ist allerdings enorm: Swisselectric prognostiziert, dass die schweizerische Elektrizitätsbranche bis ins Jahr 2035 zwischen 25 und 30 Mrd zusätzliche kWh jährlich produzieren muss, um die Verknappung infolge der alternden Kernkraftwerke und der auslaufenden Importverträge zu kompensieren. Zudem müssen die CO2-Emissionen eingedämmt werden. Gemäss den Vorgaben, die der Bund verabschieden dürfte, müssen die Treibhausgase bis ins Jahr 2020 um mindestens 20% abgebaut werden, bis ins Jahr 2050 um 50%.

Das Problem der Stromversorgung soll mit Hilfe der Energiestrategie des Bundes gelöst werden, die eine gesteigerte Energieeffizienz, die Entwicklung erneuerbarer Energien, die Erneuerung von Grosskraftwerken und den Stromaustausch mit Nachbarländern beinhaltet.

Ansetzen am richtigen Ort

EOS und sämtliche Energieunternehmen der Schweiz begrüssen diesen diversifizierten Ansatz. Eine Vielzahl von Anstrengungen weist bereits in die vorgegebene Richtung. EOS beispielsweise wird in den kommenden fünf Jahren rund 677 Mio Fr. in den Ausbau ihrer Produktionsanlagen investieren, wobei 423 Mio Fr. auf die Wasserkraft und neue erneuerbare Energien entfallen.

In der Schweiz liegen die Ursachen für den Klimawandel bei den Heizungen und dem Transport, die für 76% der Treibhausgase verantwortlich sind. Die Anstrengungen sollten sich also in erster Linie auf diese beiden Bereiche konzentrieren. Für EOS wird Elektrizität bei der Steigerung der Energieeffizienz infolge des Technologietransfers von fossiler Energie zu Strom eine zentrale Rolle spielen. Zu den viel versprechenden Beispielen gehören der Ersatz traditioneller Heizungen durch Wärmepumpen, der Transfer vom Individualverkehr zum öffentlichen Verkehr oder die Entwicklung von elektrischen Plug-in-Fahrzeugen. Allerdings begleitet ein steigender Stromverbrauch den klimatischen Gewinn.

Mögliches Lösungsszenario

EOS hat ein Szenario ausgearbeitet, das auf sechs Hypothesen beruht, welche die Energieeffizienz steigern würden entweder direkt oder mit Hilfe eines Technologietransfers zur Elektrizität. Beeindruckend ist die Wirkung bei Heizungen: Würden bis ins Jahr 2035 die mit fossilen Energien betriebenen traditionellen Heizungen durch Systeme mit geringerem CO2-Ausstoss ersetzt – wie Wärmepumpen, Holzheizungen oder thermische Sonnenenergie –, könnten potenziell 22,5 Mio t CO2-Emissionen eingespart werden. Gleichzeitig würde der Stromverbrauch um rund 9 Mrd kWh steigen. Im Transportbereich wäre der Gewinn ähnlich: Würden 25% des privaten Fahrzeugparks der Schweiz mit hybriden Plug-in-Fahrzeugen ersetzt, sänke der CO2-Ausstoss bis ins Jahr 2035 um rund 1,8 Mio t. Auch hier würde die positive Wirkung auf das Klima von einem um rund 2 Mrd kWh höheren Stromverbrauch begleitet.

Das von EOS ausgearbeitete Szenario zeigt, dass die Treibhausgasemissionen in der Schweiz bis ins Jahr 2035 potenziell um rund 30 Mio t, das heisst an die 60% des gesamten Ausstosses reduziert werden könnten. Zur Umsetzung dieser klimafreundlichen Massnahmen müsste die Schweiz aber über rund 10 Mrd zusätzliche kWh verfügen, die zum Produktionsdefizit von 25 bis 30 Mrd kWh hinzukommen. Die Elektrizitätsbranche müsste also rund 40 Mrd zusätzliche kWh pro Jahr erzeugen. Diese Produktion müsste sich auf einen diversifizierten Energiemix abstützen, der wie folgt aussehen könnte: Wasserkraft 3 Mrd kWh, erneuerbare Energien 5 Mrd kWh, Kernkraft 25 Mrd kWh und Erdgas 7 Mrd kWh. Hierbei bedeutet die Erhöhung der Stromerzeugung keine Steigerung der CO2-Emissionen, da der Treibhausgasausstoss der Gaskraftwerke zu 100% kompensiert würde.

Fazit: Die Schweiz muss zwingend die Mittel aufwenden, um sich der energie- und klimapolitischen Herausforderung von morgen stellen zu können. Die für den Bau von Grosskraftwerken in der Schweiz festgelegten Rahmenbedingungen müssen an die Tragweite des Sachverhalts und die Dringlichkeit der Lage angepasst werden. Die Erneuerung der Kernkraftwerke und der Bau eines oder mehrerer Gaskraftwerke sind vor diesem Hintergrund unerlässlich.

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Top und Flops

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19.47 0.73 3.90
11.16 0.35 3.24
38.92 1.10 2.91
41.37 1.13 2.81
15.75 0.35 2.27
31.32 0.32 1.03
308.00 2.70 0.88
353.00 1.00 0.28
37.78 0.03 0.08
156.40 0.00 0.00
Name Kurs +/- +/- %
36.87 1.67 4.73
38.36 1.17 3.15
6.52 0.19 3.03
63.43 1.66 2.69
30.50 0.77 2.57
53.08 0.09 0.17
34.48 -0.02 -0.04
40.96 -0.02 -0.05
75.59 -0.15 -0.20
23.83 -0.18 -0.73
Name Kurs +/- +/- %
4.97 0.34 7.24
2.62 0.14 5.73
16.64 0.75 4.69
1.07 0.05 4.59
14.35 0.53 3.84
51.79 -0.11 -0.21
25.26 -0.06 -0.24
13.21 -0.06 -0.41
91.39 -0.55 -0.60
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