Borussia Dortmund: Nur auf dem Rasen meisterlich

Eigentlich kann nichts mehr anbrennen: Borussia Dortmund dürfte am Wochenende zum zweiten Mal in Serie Deutscher Fussballmeister werden. Auch Uli Hoeness ist als Aktionär beteiligt - doch nicht nur de

20.04.2012

Ohne Sticheleien geht es nicht: Weil Uli Hoeness, Präsident des FC Bayern München, Besitzer von 5000 Aktien des amtierenden Meisters Borussia Dortmund ist, riet deren Präsident Hans Joachim Watzke - nicht zuletzt angesichts des neuerlichen Titelgewinns - zum Nachkauf. «Die Dortmund-Aktie kann man sich an die Wand kleben», reagierte Hoeness trotzig - und erhielt nun von Dortmund-Grossaktionär Bernd Geske ein Angebot: «Wenn Hoeness wirklich verkaufen will, würde ich sie übernehmen», sagte er gegenüber der «Bild»-Zeitung.

Spielen die Fussball-Götter nicht komplett verrückt, schnappt Borussia Dortmund - kurz BVB - am Wochenende zum zweiten Mal in Serie dem Rekordmeister Bayern München die Meisterschale vor der Nase weg. Sportlich ist das schmerzhaft - und auch beim Blick an die Börse dürfte Hoeness die berühmte Zornesröte ins Gesicht schiessen: Der Kurs der einzigen kotierten deutschen Fussballaktie hat seit der Emission im Jahr 2000 deutlich an Wert verloren. Auch der Bayern-Präsident investierte dereinst 11 Euro, mit Blick auf den heutigen Kurs hat er umgerechnet rund 50'000 Franken verloren.

Britische Ausnahmen

Überraschend kommt dies nicht: Fussballaktien sind an der Börse in aller Regel keine Erfolgsgeschichte. Die grosse Ausnahme bildete Manchester United, wo nicht zuletzt auch durch den Übergang in Privatbesitz die Investoren Kasse machten. Ein weiteres britisches Aushängeschild aus Börsensicht war Tottenham Hotspur: Das Allzeithoch von 181 Pence erreichte die Aktie der «Spurs» 2007 - danach zeigte selbst die lukrative Qualifikation für die Champions League keine Wirkung.

Bei Dortmund ist dies nicht anders: Zwar ist der Tiefpunkt, als die Aktie gar unter 1 Euro gefallen war, längst vergessen - aber das ganz grosse Geld lässt sich mit der schwarzgelben Aktie nach wie vor nicht machen. Dass mit der Aktie wenigstens zeitweise Gewinne zu erzielen sind, ist nicht zuletzt deshalb erstaunlich, weil der Verein selbst immer wieder am Breakeven herumschrammt: 2010 schrieb der Verein einen Reinverlust von 6 Millionen Euro, im Meisterjahr 2011 konnte die Bilanz nicht zuletzt dank der Champions-League-Teilnahme ausgeglichen gestaltet werden.

Auf die kommende Saison wechselt Marco Reus, derzeitiger Stürmer von Liga-Konkurrent Mönchengladbach, für satte 17,1 Millionen Euro in den Ruhrpott - Ausgaben, die aus Investorensicht nicht nur Jubelgesänge provozieren.

Fazit: Fussballaktien sind primär eine Liebesbekundung zum Verein. Das Beispiel Hoeness dürfte allerdings eine Ausnahme darstellen...

(vst)

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Ohne Sticheleien geht es nicht: Weil Uli Hoeness, Präsident des FC Bayern München, Besitzer von 5000 Aktien des amtierenden Meisters Borussia Dortmund ist, riet deren Präsident Hans Joachim Watzke - nicht zuletzt angesichts des neuerlichen Titelgewinns - zum Nachkauf. «Die Dortmund-Aktie kann man sich an die Wand kleben», reagierte Hoeness trotzig - und erhielt nun von Dortmund-Grossaktionär Bernd Geske ein Angebot: «Wenn Hoeness wirklich verkaufen will, würde ich sie übernehmen», sagte er gegenüber der «Bild»-Zeitung.

Spielen die Fussball-Götter nicht komplett verrückt, schnappt Borussia Dortmund - kurz BVB - am Wochenende zum zweiten Mal in Serie dem Rekordmeister Bayern München die Meisterschale vor der Nase weg. Sportlich ist das schmerzhaft - und auch beim Blick an die Börse dürfte Hoeness die berühmte Zornesröte ins Gesicht schiessen: Der Kurs der einzigen kotierten deutschen Fussballaktie hat seit der Emission im Jahr 2000 deutlich an Wert verloren. Auch der Bayern-Präsident investierte dereinst 11 Euro, mit Blick auf den heutigen Kurs hat er umgerechnet rund 50'000 Franken verloren.

Britische Ausnahmen

Überraschend kommt dies nicht: Fussballaktien sind an der Börse in aller Regel keine Erfolgsgeschichte. Die grosse Ausnahme bildete Manchester United, wo nicht zuletzt auch durch den Übergang in Privatbesitz die Investoren Kasse machten. Ein weiteres britisches Aushängeschild aus Börsensicht war Tottenham Hotspur: Das Allzeithoch von 181 Pence erreichte die Aktie der «Spurs» 2007 - danach zeigte selbst die lukrative Qualifikation für die Champions League keine Wirkung.

Bei Dortmund ist dies nicht anders: Zwar ist der Tiefpunkt, als die Aktie gar unter 1 Euro gefallen war, längst vergessen - aber das ganz grosse Geld lässt sich mit der schwarzgelben Aktie nach wie vor nicht machen. Dass mit der Aktie wenigstens zeitweise Gewinne zu erzielen sind, ist nicht zuletzt deshalb erstaunlich, weil der Verein selbst immer wieder am Breakeven herumschrammt: 2010 schrieb der Verein einen Reinverlust von 6 Millionen Euro, im Meisterjahr 2011 konnte die Bilanz nicht zuletzt dank der Champions-League-Teilnahme ausgeglichen gestaltet werden.

Auf die kommende Saison wechselt Marco Reus, derzeitiger Stürmer von Liga-Konkurrent Mönchengladbach, für satte 17,1 Millionen Euro in den Ruhrpott - Ausgaben, die aus Investorensicht nicht nur Jubelgesänge provozieren.

Fazit: Fussballaktien sind primär eine Liebesbekundung zum Verein. Das Beispiel Hoeness dürfte allerdings eine Ausnahme darstellen...

(vst)

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