25.03.2008 | 21:00
SWATCH
Von:
Claudia Gnehm
Foto:
|
 

Clooney bringt Swatch Ärger

Schon im ersten Jahr als Omega-Botschafter sorgt George Clooney beim offiziellen olympischen Zeitmesser mit seiner Kritik an China für rote Köpfe.

Mit der Ernennung von Hollywood-Beau George Clooney zum Omega-Ambassador vor einem Jahr glaubte Swatch, einen perfekten Imageträger gefunden zu haben. Doch jetzt, wo sich Clooney im Zusammenhang mit den Tibet-Protesten erneut als prominenter Kritiker der chinesischen Regierung hervortut, wird es für Swatch ungemütlich.

Denn Omega zählt als offizieller Zeitmesser der Olympischen Spiele in Peking diesen Sommer neben Coca-Cola, McDonalds, Visa, Volkswagen und General Electric zu den Hauptpartnern der Olympischen Spiele. Am Omega-Sitz in Biel wird zwar stets betont, dass sich der Konzern nicht in die Politik einmische, schon gar nicht bei einem sportlichen Event. Doch gerade deshalb kommt der politische Aktivismus Clooneys betreffend die Menschenrechtspolitik Chinas dem Uhrenkonzern nun sehr ungelegen.

Es ist schwer abzuschätzen, ob Swatch den politischen Aktivismus Clooneys unterschätzt hat. Klar ist: Clooneys Chinakritik hat bereits eine lange Geschichte. Monate vor der Ernennung zum Omega-Ambassador hat Hollywood-Star George Clooney an China appelliert, Druck auf Sudan auszuüben.

Gemäss Clooney verlängert China den Konflikt im Sudan. China ist einer der wichtigsten Rohstoffkunden Sudans. Grosse Aufmerksamkeit erhielt auch Clooneys Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat zur Menschenrechtslage in Darfur sowie sein Appell, zusammen mit Präsidentschaftskandidat Barack Obama, vor dem US-Kongress für mehr Mittel zur Nothilfe und Friedenserhaltung im Sudan. Dass stets China Ziel seiner Kritik war, dürfte Omega nicht entgangen sein.

Boykottaufruf noch kein Thema

Es kam deshalb nicht überraschend, als der Schauspieler vor Wochenfrist gegenüber «BBC» sagte, er rede nun schon über ein Jahr mit Omega betreffend China und werde dies auch weiter tun. Omega kann nur hoffen, dass Clooney nicht so weit geht wie Schauspielerkollege Richard Gere, der nach den Eingriffen der chinesischen Behörden in Tibet einen Boykott der Olympiade fordert.

Beim Mutterhaus Swatch gibt man sich betont gelassen. «Jeder hat ein Recht auf eine eigene Meinung, wir auch», sagt Swatch-Sprecherin Béatrice Howald.

Zukunftsmarkt nicht beleidigen

Meinungsfreiheit hin oder her, da Uhrenpatron Nicolas Hayek Clooney letzten Herbst auch in den Verwaltungsrat seiner neuen Energietechnikfirma gewählt hat, hat er ein grosses Interesse daran, dass sich Clooney mit seinen politischen Statements nicht für zu viele Stakeholder zum roten Tuch macht. Schon gar nicht in Swatchs grossem Zukunfts- und Wachstumsmarkt China.

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