Credit Suisse senkt Boni um 20 Prozent

Für das vergangene Jahr 2012 werden den Mitarbeitern der Grossbank Credit Suisse noch 2,3 Milliarden Franken an Boni ausgeschüttet. Im Vergleich mit den vorherigen Jahren zeigt ist dies ein drastische

13.01.2013

Die rund 48 000 Mitarbeiter der Credit Suisse müssen für das abgelaufene Jahr mit einer deutlich tieferen Bonus rechnen. Wie Recherchen der Zeitung «Der Sonntag» ergeben haben, wird der Bonustopf – also die zugeteilten variablen Gesamtvergütungen – fürs Geschäftsjahr 2012 um 20 Prozent gekürzt.

Darin eingeschlossen sind auch die variablen Saläre der obersten Hierarchiestufen. Statt 2,9 Milliarden Franken wie im letzten Jahr erhalten die Mitarbeiter noch 2,3 Milliarden Franken, zugeteilt in Form von sofort verfügbarem Bargeld sowie aufgeschobenen Aktien oder anderen Wertschriften.

Wie dramatisch der Einbruch bei den Banker-Boni ist, zeigt sich im Vergleich mit den letzten vier Jahren. Noch 2009 speiste die zweitgrösste Bank der Schweiz den Bonustopf mit knapp 7 Milliarden Franken – das dreifache dessen, was jetzt fürs abgelaufene Jahr erwartet wird.

In der Abteilung Privatbank, die 14 000 Beschäftigte zählt, werden gemäss gut unterrichteten «Sonntag»-Quellen lediglich 400 bis 500 Millionen ausgeschüttet. Das sind pro Mitarbeiter 28 000 Franken.

Auch Kürzungen für 2013

Es sei davon auszugehen, dass die Bank für das Jahr 2013 Boni-Zahlungen nochmals in der Grössenordnung von 20 Prozent senken werde, schreibt der «Sonntag» weiter. Die Ausschüttungen dürften dann noch auf 1,8 Milliarden Franken zu liegen kommen.

Erstmals würden dieses Jahr auch die Grundgehälter zum Thema, nachdem die Bank diese in den letzten Jahren teilweise erhöht hatte. Konzernchef Brady Dougan versuchte bereits letztes Jahr, die Fixlöhne zu drücken. Er scheiterte jedoch am Widerstand in der Belegschaft.

Dougan selbst wirkt gemäss «Der Sonntag» wenig glaubwürdig, wenn er beim Personal tiefere Fixlöhne durchsetzen will. Im März 2010 habe der Amerikaner einen Sonderbonus von 90 Millionen Franken bezogen.

(aho)

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

Die rund 48 000 Mitarbeiter der Credit Suisse müssen für das abgelaufene Jahr mit einer deutlich tieferen Bonus rechnen. Wie Recherchen der Zeitung «Der Sonntag» ergeben haben, wird der Bonustopf – also die zugeteilten variablen Gesamtvergütungen – fürs Geschäftsjahr 2012 um 20 Prozent gekürzt.

Darin eingeschlossen sind auch die variablen Saläre der obersten Hierarchiestufen. Statt 2,9 Milliarden Franken wie im letzten Jahr erhalten die Mitarbeiter noch 2,3 Milliarden Franken, zugeteilt in Form von sofort verfügbarem Bargeld sowie aufgeschobenen Aktien oder anderen Wertschriften.

Wie dramatisch der Einbruch bei den Banker-Boni ist, zeigt sich im Vergleich mit den letzten vier Jahren. Noch 2009 speiste die zweitgrösste Bank der Schweiz den Bonustopf mit knapp 7 Milliarden Franken – das dreifache dessen, was jetzt fürs abgelaufene Jahr erwartet wird.

In der Abteilung Privatbank, die 14 000 Beschäftigte zählt, werden gemäss gut unterrichteten «Sonntag»-Quellen lediglich 400 bis 500 Millionen ausgeschüttet. Das sind pro Mitarbeiter 28 000 Franken.

Auch Kürzungen für 2013

Es sei davon auszugehen, dass die Bank für das Jahr 2013 Boni-Zahlungen nochmals in der Grössenordnung von 20 Prozent senken werde, schreibt der «Sonntag» weiter. Die Ausschüttungen dürften dann noch auf 1,8 Milliarden Franken zu liegen kommen.

Erstmals würden dieses Jahr auch die Grundgehälter zum Thema, nachdem die Bank diese in den letzten Jahren teilweise erhöht hatte. Konzernchef Brady Dougan versuchte bereits letztes Jahr, die Fixlöhne zu drücken. Er scheiterte jedoch am Widerstand in der Belegschaft.

Dougan selbst wirkt gemäss «Der Sonntag» wenig glaubwürdig, wenn er beim Personal tiefere Fixlöhne durchsetzen will. Im März 2010 habe der Amerikaner einen Sonderbonus von 90 Millionen Franken bezogen.

(aho)

Meistgelesen

Novartis-Umbau trifft 1500 Schweizer Mitarbeiter
Pharma

Die Neustrukturierung von Novartis hat Folgen für rund ein Zehntel der Beschäftigten hier in der Schweiz. Die Angestellten sollen offenbar von den Käufern übernommen werden. Mehr...

22.04.2014
Novartis-Milliardenumbau betrifft auch die Schweiz
Life Science

Portfolio-Bereinigung beim Pharmamulti: Von Glaxo Smith Kline wird der Onkologiebereich übernommen, zugleich wechseln das Impfstoffgeschäft und die Tiermedizin den Besitzer. Mehr...

22.04.2014
«In der Schweiz entsteht eine Neidkultur wie in Deutschland»
Abwanderung

Der in der Schweiz lebende Transportunternehmer Klaus-Michael Kühne erwägt offenbar, Teile des Konzerns aus dem Land zu verlagern. Die Schweiz sei unberechenbar geworden. Mehr...

21.04.2014
Apple-Milliardengewinn als Nebenschauplatz
Vorschau

Heute Abend legt Firmenchef Tim Cook die neusten Quartalszahlen vor. Dabei stehen einmal mehr nicht primär Umsatz und Gewinn, sondern insbesondere Aussagen zu möglichen neuen Produkten im Fokus. Mehr...

VonVolker Strohm
06:08
Putin plant ein Las Vegas auf der Krim
Glücksspiel

Die von Russland annektierte Krim liegt wirtschaftlich am Boden. Mit Spielcasinos will Wladimir Putin der Region neues Leben einhauchen. Doch der Schuss dürfte nach hinten losgehen. Mehr...

22.04.2014
Commerzbank-Chef warnt vor Blasenbildung
Geldpolitik

Martin Blessing geht davon aus, dass die Zinsen weiterhin niedrig bleiben werden. Das kann allerdings zu spekulativen Übertreibungen führen. Mehr...

22.04.2014
Deutsche sehen keine Ende der Eurokrise
Studie

Eine repräsentative Umfrage bringt es an den Tag: Vier von fünf Deutschen glauben, dass die Probleme im Währungsraum noch nicht gelöst sind. Die grösste Kritik muss weiterhin Griechenland einstecken. Mehr...

08:59

Die aktuelle Ausgabe der Handelszeitung
 

Cover der aktuellen Ausgabe

 

Unsere Partner      

Sixt greift Mobility an Mehr

UPC fürchtet Importrestriktionen für TV-Boxen Mehr

Mammut will Amazon ausschalten. Mehr

Schweizer Aufpasser untersuchen Hypo-Bankenpleite. Mehr

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...