24.10.2008 | 11:33
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ECONOMICS/DE: Arbeitslosigkeit wird 2009 spürbar steigen (Forscher, AF)

NÜRNBERG (AWP International) - Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwartet als Folge der Finanzkrise im nächsten Jahr steigende Arbeitslosenzahlen in Deutschland. Die Arbeitslosigkeit werde 2009 spürbar zunehmen, erklärten die Nürnberger Arbeitsmarktforscher in einer am Freitag veröffentlichten Studie. "Die Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität bringt auch für den Arbeitsmarkt schwierigere Zeiten", heisst es darin. Eine dramatische Verschlechterung der Lage sei aber erst einmal nicht zu erwarten. Entlastet werde der Arbeitsmarkt durch das wegen der demografischen Entwicklung sinkende Angebot an Arbeitskräften.

Die Finanz- und Immobilienkrise habe sich seit Mitte September deutlich verschärft. "Wenngleich die Rahmenbedingungen in Deutschland vergleichsweise günstig sind, wird auch die deutsche Wirtschaft in Bedrängnis geraten", schreiben die IAB-Forscher. Denn die Exportwirtschaft sei international verflochten, die Banken seien in die Krise verwickelt, und die allgemeine Unsicherheit dämpfe die Investitionsneigung und den Konsum.

"Im Jahr 2009 wird sich die konjunkturelle Entwicklung deutlich abschwächen", heisst es in dem Bericht. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt klinge aus, und die Erwerbstätigkeit werde deutlich sinken. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung werde abnehmen. Dafür erwartet das IAB steigende Kurzarbeit.

Im Jahresdurchschnitt 2009 rechnet das Institut mit rund 3,3 Millionen Arbeitslosen, das wären nur geringfügig mehr als die Prognose für das Gesamtjahr 2008 (3,26 Mio). Dies liege aber daran, dass der Arbeitsmarkt mit einem "Bonus" ins nächste Jahr starten werde, da die Arbeitslosigkeit Ende 2008 saisonbereinigt um rund 100.000 unter dem Jahresdurchschnitt liegen werde. "Im Jahresverlauf 2009 werden die monatlichen saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen deutlich steigen", heisst es. Positiv auf den Arbeitsmarkt wirke dagegen die zunehmende Alterung der Gesellschaft. Da es immer weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter gebe, werde das Angebot an Arbeitskräften um etwa 130.000 sinken.

Die Arbeitsmarktprojektion des IAB für 2009 basiert auf der Annahme, dass das reale Bruttoinlandsprodukt stagniert. Ergänzend untersuchten die Forscher auch alternative Rahmenbedingungen: Bei einem Wirtschaftswachstum von einem halben Prozent ergäbe sich demnach ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 40.000 im Jahresdurchschnitt; sollte das Bruttoinlandsprodukt dagegen um ein halbes Prozent schrumpfen, so erwartet das IAB ein Ansteigen der Arbeitslosenzahl um 130.000./sm/DP/jha/

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