08.01.2010 | 09:30
 

ECONOMICS/DE: Maschinenbau stellt sich nach Horrorjahr auf Stagnation ein

FRANKFURT (awp international) - Nach einem schlimmen Jahr für den Maschinenbau mit einem Produktionseinbruch um ein Fünftel klingt die Prognose für 2010 fast wie eine gute Nachricht: Stagnation. Zum Jahreswechsel warnte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Manfred Wittenstein, jedoch: "Die Krise liegt noch lange nicht hinter uns." Dementsprechend gedämpft sind die Erwartungen des Verbandes an das laufende Jahr. Dabei gibt es einige Unternehmen aus der Branche, die schon wieder zuversichtlicher auf das Jahr schauen. Doch zunächst steht der vorsichtige Ausblick des VDMA, der 3.000 Unternehmen der Branche vertritt.

"Wir rechnen für 2010 insgesamt mit einer Stagnation", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Im ersten Halbjahr dürften Umsatz und Produktion zwar noch schrumpfen, im zweiten Halbjahr hingegen kann sich der VDMA ein leichtes Plus vorstellen, sodass unterm Strich mit einer Stagnation zu rechnen sei. "Die Prognose ist insofern ein Lichtblick, als dass wir nach den Einbrüchen unten angekommen sind", sagte Wiechers. "Die Situation lässt sich am besten mit dem Bild vergleichen, dass jemand mühsam wieder auf die Knie gekommen ist, aber nicht schon wieder steht."

UNTERSCHIEDE

Innerhalb der Maschinenbau-Branche rechnet Wiechers je nach Bereich und Region mit Unterschieden. Unternehmen, die 2009 noch von Auftragspolstern aus guten Zeiten profitiert hätten, dürfen in diesem Jahr mangels neuer Aufträge eher in Schwierigkeiten geraten als bereits heftig gebeutelte, die Chancen auf ein kleines Plus hätten.

In den Kundenmärkten dürfte nach Einschätzung des Volkswirts China mit seinem erwarteten Wirtschaftswachstum weiter für Aufträge sorgen, während von den technologisch bereits gut ausgestatteten Industrieländern nur wenige neue Bestellungen bei den Maschinenbauern eintrudeln dürften. Wegen des hohen technischen Standards dürften diese Länder ihre Investitionen leichter verschieben können als Länder mit hohem Nachholbedarf und starken Binnenmärkten, die abseits der Produktion von Exportgütern für Nachfrage sorgten.

KEINE ENTLASSUNGSWELLE

Auf die Beschäftigten im Maschinenbau ist die Krise unter anderem dank Kurzarbeit und flexiblen Arbeitszeitkonten 2009 nicht so stark wie befürchtet durchgeschlagen. Für 2010 rechnet Wiechers mit einem "Anziehen der Insolvenzen". Das allein führe zu Arbeitsplatzverlusten. "Allerdings erwarte ich keine Welle von Entlassungen, sondern einen ansteigenden Pegel", sagt Wiechers. Laut Statistischem Bundesamt hat die Branche von Anfang Januar bis Ende September 21.000 Arbeitsplätze abgebaut. Anfang 2009 hatte die Branche, der grösste industrielle Arbeitgeber Deutschlands, noch 954.000 Menschen beschäftigt.

Der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck gehört zu den schwer von der Krise getroffenen Unternehmen aus der Branche und konnte sein Überleben nur durch staatliche Bürgschaften und Kredite sichern. 4.000 Mitarbeiter sollen bei den Heidelbergern wegen der Flaute insgesamt gehen. Zwar dürfte nach Einschätzung von Vorstandschef Bernhard Schreier aus dem November die Talsohle erreicht sein, von einer schnellen Erholung geht der Manager aber nicht aus.

LICHT UND SCHATTEN

Der Verkehrstechnik-Konzern Vossloh hingegen will dank steigender Nachfrage nach umweltfreundlicher Mobilität im Nah- und Fernverkehr dieses und nächstes Jahr zumindest ein moderates Wachstum erzielen. Auch der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones ist recht zuversichtlich. "Das Geschäft in Europa wird lebendiger", sagte Finanzchef Hans-Jürgen Thaus im Dezember. Asien mit dem wichtigen chinesischen Markt laufe konstant gut. "Nur die Kunden in den ehemaligen Sowjetrepubliken und in Nordamerika halten sich noch stark zurück." Eine endgültige Entwarnung will Thaus daher nicht geben, rechnet aber in diesem Jahr mit einem Umsatzplus zwischen 5 bis 15 Prozent. Erst jüngst hatte Thaus von wieder anziehenden Auftragseingängen berichtet.

Kranbauer Demag Cranes , der 2009 noch von seinen gut gefüllten Auftragsbüchern aus der Vergangenheit profitierte, erwartet angesichts eines weiter unsicheren Marktumfelds einen rückläufigen Umsatz. Der Bielefelder Werkzeugmaschinen-Hersteller Gildemeister rechnet in diesem Jahr bereits mit der Wende und einem Umsatz leicht über dem Vorjahr. "Wir sind nicht so tief gefallen wie andere und werden auch schneller wieder aufsteigen", sagte Konzernchef Rüdiger Kapitza im November. Seine Hoffnungen ruhen auf dem Service- und Solargeschäft./stb/wiz/stw

Suite 150


Auf Initiative der «Handelszeitung» geben Traditions- unternehmen, die mindestens 150 Jahre alt sind, ihr Know-how an Jungunternehmer weiter. Hier erfahren Sie, welche Firmen zum Kreis «Suite 150» gehören.
Details erfahren

Top 2011

Die Listen der 1300 grössten Unternehmen in der Schweiz sind eine einzigartige Sammlung von Daten und Kennzahlen.
Zu den neuen Listen

SMI 5'910.2 95.6 1.6%
SPI 5'522.3 84.6 1.6%
SLI 890.6 14.0 1.6%
SMIM 1'139.3 12.7 1.1%
DAX 30 6'435.6 104.6 1.7%
EURO STOXX 221.1 4.3 2.0%
FTSE 100 5'403.3 98.8 1.9%
Dow Jones 30 Industrial 12'482.9 -21.5 -0.2%
NASDAQ 100 2'534.2 -11.3 -0.4%
S&P 500 1'316.0 20.8 1.6%
Nikkei 225 8'729.3 95.4 1.1%

Top und Flops

Name Kurs +/- +/- %
19.47 0.73 3.90
11.16 0.35 3.24
38.92 1.10 2.91
41.37 1.13 2.81
15.75 0.35 2.27
31.32 0.32 1.03
308.00 2.70 0.88
353.00 1.00 0.28
37.78 0.03 0.08
156.40 0.00 0.00
Name Kurs +/- +/- %
36.87 1.67 4.73
38.36 1.17 3.15
6.52 0.19 3.03
63.43 1.66 2.69
30.50 0.77 2.57
53.08 0.09 0.17
34.48 -0.02 -0.04
40.96 -0.02 -0.05
75.59 -0.15 -0.20
23.83 -0.18 -0.73
Name Kurs +/- +/- %
4.97 0.34 7.24
2.62 0.14 5.73
16.64 0.75 4.69
1.07 0.05 4.59
8.88 0.31 3.62
13.93 0.02 0.11
51.79 -0.11 -0.21
25.26 -0.06 -0.24
13.21 -0.06 -0.41
91.39 -0.55 -0.60

Aktuelle Ausgabe - Jetzt am Kiosk!

Aktuelle Ausgabe der Handelszeitung

  • EFTA-Gerichtshof- präsident: «Ein EWR-Beitritt wäre sinnvoll». Lesen
     
  • St. Galler KB forciert Geschäft in Deutschland. Lesen
     
  • Philippe Gaydoul verliert Navyboot-Chefdesigner. Lesen
     
  • Kommentar von Beat Balzli: CDS = Chemie der Sorglosigkeit. Lesen

 

Dieses und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Handelszeitung.
Zum Inhaltsverzeichnis
Abonnement bestellen

Top-Ten


Der schönste Strand, das meistgekaufte Auto oder die angesagteste Stadt? Unsere wöchentliche Top-Ten Liste gibt Aufschluss.
Zu den Top-Ten-Listen

finanzen.ch


Die aktuellen Börsenberichte aus aller Welt und weitere Infos für Anleger finden Sie laufend aktualisiert auf dem Schweizer Börsen- und Finanzportal finanzen.ch - einer Partner-Seite der Handelszeitung.
www.finanzen.ch

Kostenloses Probeabo


4 Wochen lang gratis am Puls der Wirtschaft.
Zur Bestellseite

Sesselwechsel


Wechsel der Woche: Martina Bigliardi Barclays Bank.
Zum aktuellen Sesselwechsel
Zur Übersichtsseite

Verlosung:

Gewinnen Sie ein edles Besteckset „duetto“, 24-teilig, von Casa Bugatti.

Mitmachen und gewinnen

Newsletter bestellen

Der Newsletter von Handelszeitung informiert Sie wöchentlich über die wichtigsten News der Schweizer WirtschaftAbonnieren Sie unseren Newsletter und Sie erhalten wöchentlich die wichtigsten News der Schweizer Wirtschaft per E-Mail.
Newsletter abonnieren

ANZEIGE

Dossiers

Die grosse Analyse - auch abseits des Spielfelds: «Handelszeitung Online»...
Alt und schön: Von klassischen Oldtimern geht eine ungewöhnliche Faszination...
Griechenland steckt in einer politischen Krise - die finanzielle Zukunft des...
Hollande oder Sarkozy? Alle Fakten und Hintergründe im Vorfeld der Stichwahl am...
Am Mittwoch hat die Schweizerische Nationalbank wieder eine komplette...
Verbissene Verhandlungen: In Deutschland herrscht keine Einigkeit, ob das...
Das 42. St. Gallen Symposium findet am 3. und 4. Mai 2012 statt.
Die «Handelszeitung» kürt die besten Nobelherbergen für Wellnessferien in der...

RSS abonnieren

ANZEIGE

Werden Sie angemessen bezahlt?

Unser Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss darüber, ob Sie genügend entlöhnt werden
Das Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss.
Zum Tool

ANZEIGE