EFG: Finanzkrise zerstörte Wachstumsträume

Die Schweizer Bank mit griechischstämmigen Eigentümern ist rasant gewachsen. Nun leidet sie unter dem starken Franken und ihrem Image als griechisches Institut. Die Probleme soll nun der junge Vizeche

VonClaude Baumann
11.05.2011

Eigentlich war Lukas Ruflin schon immer ein Exot. Der Ostschweizer Arztsohn kam im afrikanischen Lesotho zur Welt. Von dort stammt auch sein zweiter Vorname: Thabo. Später verbrachte er einen Teil seiner Kindheit in Kamerun, wo seine Eltern ein Spital leiteten und wo man ihn ganz einfach «le blanc» nannte. Nach der Matur in St. Gallen bewarb er sich bei der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers um eine Praktikumsstelle – aber nicht in der Schweiz, sondern in Moskau. Später folgen in seiner steilen Karriere die Stationen HSG, J.P. Morgan und Lehman Brothers.

Die Bereitschaft, in immer neue Welten einzutauchen, passt auch gut zu seinem neuen Posten: Der 36-jährige Ruflin ist heute stellvertretender Chef im bunt zusammengewürfelten Top-Management von EFG International. Wenngleich das Unternehmen zu den grössten Vermögensverwaltungsbanken der Schweiz zählt, ist es hierzulande wenig bekannt. Und dies obwohl die Bank wiederholt für Aufmerksamkeit gesorgt hat: Zunächst 2005, als sie an die Schweizer Börse ging und sich in den Olymp der Hochfinanz katapultierte. Gleichzeitig schuf sie sich in der Branche durch die aggressive Abwerbung von Kundenberatern bei der Konkurrenz mehr Feinde als Freunde.

Der Franken drückt wie ein Mühlstein

In die Schlagzeilen kam EFG dann nochmals im Sog der Finanzkrise, als die Firma erhebliche Probleme bekundete, an denen sie noch heute leidet: Vor allem auf Grund einer forcierten Expansionsstrategie im hoch volatilen Hedgefonds-Sektor erlitt das Unternehmen allein im letzten Jahr Abschreibungen von mehr als 850 Millionen Franken und einen Verlust von 722 Millionen. Und dieser Tage signalisierte das Unternehmen, dass die Gewinnentwicklung als Folge des starken Frankens hinter dem Ziel von 200 Millionen Franken zurückliege. Hier rächt sich der Umstand, dass die Bank 95 Prozent ihrer Erträge in Fremdwährungen erzielt, aber 40 Prozent der Kosten in Franken anfallen. Kein Wunder, dümpelt der Kurs der EFG-Aktie lustlos auf 13 Franken vor sich hin. In den besten Zeiten notierte das Papier bei 60 Franken.

Noch viel mehr Anlass zu Fragen gibt jedoch heute die Tatsache, dass EFG International von der griechischstämmigen Milliardärsfamilie Latsis kontrolliert wird. Sie hält noch immer namhafte Beteiligungen in Griechenland. So etwa an einer hellenischen Bank oder im Erdölsektor. Investoren befürchten deshalb, dass bei anhaltenden Turbulenzen oder tiefgreifenden Restrukturierungsschritten in Griechenland auch EFG betroffen sein könnte. Diese Ängste erhalten nun noch zusätzlich Nahrung: Die griechische Regierung hat Steuerflüchtlingen den Kampf angesagt und deshalb direkt Verhandlungen mit der Schweiz aufgenommen, um hier griechische Vermögensanlagen zu überwachen.

Das Gros der Klientel von EFG International seien nicht Griechen, sondern europäische, lateinamerikanische sowie asiatische Kunden, kontert Ruflin. EFG sei eine Schweizer Bankgengruppe ohne Verbindung zu Griechenland und juristisch absolut unabhängig von anderen Latsis-Gesellschaften. Und selber beschränkten sich die Engagements von EFG International in Griechenland auf gerade einmal ein halbes Prozent der gesamten Bilanzsumme von 21 Milliarden Franken, hält Ruflin fest. Bei der schweizerischen Finanzmarktaufsicht Finma gibt es keinen Anhaltspunkt bezüglich irgendwelcher Unregelmässigkeiten wie etwa Geldwäscherei bei EFG International.
 

Eine neue Banker-Generation

Doch Ruflin gibt auch zu: «Es liegt an uns, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.» Immerhin, so fährt er fort, gebe es auch positive Anzeichen.
Seit dem Börsengang hätten sich die weltweit verwalteten Vermögen von 36 Milliarden auf 85 Milliarden Franken erhöht. Der Neugeldzufluss sei auch in den letzten zwölf Monaten mit einem Plus von 13 Prozent oder 11 Milliarden Franken stets zweistellig geblieben. Zudem sei die Bank solide kapitalisiert. Und mit der Anwerbung von 25 bis 50 weiteren Kundenberatern im laufenden Jahr halte man an der eingeschlagenen Wachstumsstrategie mit wohlhabenden Privatkunden rund um den Globus fest.

Bislang ist es dem Finanzunternehmen aber nicht gelungen, die Vorbehalte der Investoren zu entkräften. Gemeinsam mit Konzernchef Lawrence «Lonnie» Howell ist das nun Ruflins Job. Denn wenn einer in der kosmopolitischen EFG-Geschäftsleitung die Swissness verkörpert, die sich die Bank so gerne auf die Fahne schreibt, dann ist es Ruflin. Unaufgeregt, etwas bedächtig, aber doch klar argumentierend: Ohne Zweifel zählt er neben Julius-Bär-Chef Boris Collardi oder Vontobel-Chef Zeno Staub zur Avantgarde einer neuen Generation von Schweizer Bankern.

Die Herausforderung ist enorm – nicht zuletzt auch wegen des Geschäftsmodells von EFG, wo alle Kundenberater als Partner eingestellt werden und die Bank die Infrastruktur zur Betreuung der Klientel zur Verfügung stellt. Unter diesen Prämissen ist das Unternehmen in den letzten Jahren vor allem im Ausland, namentlich in Südamerika und in Asien, rasant gewachsen.

Zu rasant, wie Kritiker monieren. Sie behaupten, dass EFG aus puren Wachstumsüberlegungen die notwendigen Vorabklärungen bezüglich der Herkunft der akquirierten Gelder nicht immer sachgemäss getroffen habe. Ruflin weist dies klar von sich. Als börsenkotierte Schweizer Bank, die der Finanzmarktaufsicht Finma unterstellt sei, könne man es sich nicht leisten, geltende Bestimmungen zu missachten, betont er.

Auch hier schimmert das veränderte Selbstbewusstsein der neuen Banker-Generation durch. Für Ruflin ist das Bankgeheimnis kein sakrosanktes Gut des Schweizer Finanzwesens, sondern ein Wettbewerbsvorteil für die hiesigen Banken, genauso wichtig wie Zuverlässigkeit, ein ausgezeichneter Service und eine überzeugende Performance.
 

Exot im Treibhaus

Noch etwas zeichnet Banker wie Ruflin aus. Sie haben Interessen, die über den Tellerrand des Banking hinausreichen. Der EFG-Vize spielt in seiner Freizeit Gitarre, liest leidenschaftlich gern und renoviert ein Haus auf Stromboli, das er vor einiger Zeit gekauft hat. Er gesteht auch: «Die 120-Stunden-Wochen als Investmentbanker möchte ich mir nicht mehr antun.» So stellt sich unweigerlich die Frage, ob er im Bankwesen die letzte Herausforderung sieht. Ruflin zuckt mit den Schultern, überlegt. «Ich habe einen spannenden Job, und ich muss noch liefern. Das bin ich EFG schuldig, wo man mir eine grossartige Karriere ermöglicht hat.» Ein Wechsel sei deshalb kein Thema.

«Wenn schon», fügt er nach einer weiteren Pause aber an, «würde ich wohl etwas ausserhalb der Finanzbranche machen wollen, vielleicht einmal in einer Gärtnerei arbeiten», sagt Ruflin mit der ihm eigenen Selbstverständlichkeit. Er wäre auch dort wieder ein Exot.

 

EFG international

Die Gründer
Die Ursprünge von EFG International reichen ins Jahr 1995 zurück. Damals beschlossen der langjährige Schweizer Bankier Jean-Pierre Cuoni und sein amerikanischer Branchenkollege Lawrence Howell, eine Vermögensverwaltungsbank mit Sitz in Zürich zu gründen. Als Financier konnten sie dafür den Milliardär Spiros Latsis gewinnen, griechischstämmig, seit Jahren in Genf wohnhaft und Schweizer Bürger.

Beachteter Börsengang
Zehn Jahre später und mit betreuten Kundenvermögen von 36,6 Milliarden Franken ging das Institut 2005 an die Schweizer Börse und entwickelte sich dort zunächst als attraktives Wachstumsunternehmen. Als eigentliches Erfolgskriterium von EFG International gilt der von Anfang an gesetzte Fokus auf die Kundenberater, denen bis heute eine weitgehende unternehmerische Unabhängigkeit gewährt wird. Beim Börsengang gab die Bank auch bekannt, wie viele Berater sie beschäftigte und wie viele sie noch einstellen würde. Das war damals ein Novum. Ende 2010 waren es 675 Kundenberater. Total beschäftigt EFG International heute knapp 2500 Personen.

Folgen der Finanzkrise
Durch eine forcierte Wachstumsstrategie in den wichtigsten Private-Banking-Märkten und den Einstieg ins Hedgefonds-Geschäft glaubten die EFG-Verantwortlichen, ihr Geschäftsmodell breiter abstützen zu können. Mit dem Ausbruch der Finanzkrise erwies sich diese Annahme als Illusion. Gerade Hedgefonds gerieten branchenweit in Turbulenzen. Der EFG-Aktienkurs stürzte ab, und die Bank musste enorme Verluste ausweisen.

Ballast Griechenland
Wenig förderlich für den Geschäftsgang waren auch die Probleme in der Euro-Zone, namentlich in Griechenland. Allerdings ist das Engagement von EFG International im südeuropäischen Staat gering. Branchenkreise bestätigen zudem, dass EFG nur wenige griechische Kunden habe. Zudem operiert die Bank unabhängig vom weitverzweigten Latsis-Imperium.

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Eigentlich war Lukas Ruflin schon immer ein Exot. Der Ostschweizer Arztsohn kam im afrikanischen Lesotho zur Welt. Von dort stammt auch sein zweiter Vorname: Thabo. Später verbrachte er einen Teil seiner Kindheit in Kamerun, wo seine Eltern ein Spital leiteten und wo man ihn ganz einfach «le blanc» nannte. Nach der Matur in St. Gallen bewarb er sich bei der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers um eine Praktikumsstelle – aber nicht in der Schweiz, sondern in Moskau. Später folgen in seiner steilen Karriere die Stationen HSG, J.P. Morgan und Lehman Brothers.

Die Bereitschaft, in immer neue Welten einzutauchen, passt auch gut zu seinem neuen Posten: Der 36-jährige Ruflin ist heute stellvertretender Chef im bunt zusammengewürfelten Top-Management von EFG International. Wenngleich das Unternehmen zu den grössten Vermögensverwaltungsbanken der Schweiz zählt, ist es hierzulande wenig bekannt. Und dies obwohl die Bank wiederholt für Aufmerksamkeit gesorgt hat: Zunächst 2005, als sie an die Schweizer Börse ging und sich in den Olymp der Hochfinanz katapultierte. Gleichzeitig schuf sie sich in der Branche durch die aggressive Abwerbung von Kundenberatern bei der Konkurrenz mehr Feinde als Freunde.

Der Franken drückt wie ein Mühlstein

In die Schlagzeilen kam EFG dann nochmals im Sog der Finanzkrise, als die Firma erhebliche Probleme bekundete, an denen sie noch heute leidet: Vor allem auf Grund einer forcierten Expansionsstrategie im hoch volatilen Hedgefonds-Sektor erlitt das Unternehmen allein im letzten Jahr Abschreibungen von mehr als 850 Millionen Franken und einen Verlust von 722 Millionen. Und dieser Tage signalisierte das Unternehmen, dass die Gewinnentwicklung als Folge des starken Frankens hinter dem Ziel von 200 Millionen Franken zurückliege. Hier rächt sich der Umstand, dass die Bank 95 Prozent ihrer Erträge in Fremdwährungen erzielt, aber 40 Prozent der Kosten in Franken anfallen. Kein Wunder, dümpelt der Kurs der EFG-Aktie lustlos auf 13 Franken vor sich hin. In den besten Zeiten notierte das Papier bei 60 Franken.

Noch viel mehr Anlass zu Fragen gibt jedoch heute die Tatsache, dass EFG International von der griechischstämmigen Milliardärsfamilie Latsis kontrolliert wird. Sie hält noch immer namhafte Beteiligungen in Griechenland. So etwa an einer hellenischen Bank oder im Erdölsektor. Investoren befürchten deshalb, dass bei anhaltenden Turbulenzen oder tiefgreifenden Restrukturierungsschritten in Griechenland auch EFG betroffen sein könnte. Diese Ängste erhalten nun noch zusätzlich Nahrung: Die griechische Regierung hat Steuerflüchtlingen den Kampf angesagt und deshalb direkt Verhandlungen mit der Schweiz aufgenommen, um hier griechische Vermögensanlagen zu überwachen.

Das Gros der Klientel von EFG International seien nicht Griechen, sondern europäische, lateinamerikanische sowie asiatische Kunden, kontert Ruflin. EFG sei eine Schweizer Bankgengruppe ohne Verbindung zu Griechenland und juristisch absolut unabhängig von anderen Latsis-Gesellschaften. Und selber beschränkten sich die Engagements von EFG International in Griechenland auf gerade einmal ein halbes Prozent der gesamten Bilanzsumme von 21 Milliarden Franken, hält Ruflin fest. Bei der schweizerischen Finanzmarktaufsicht Finma gibt es keinen Anhaltspunkt bezüglich irgendwelcher Unregelmässigkeiten wie etwa Geldwäscherei bei EFG International.
 

Eine neue Banker-Generation

Doch Ruflin gibt auch zu: «Es liegt an uns, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.» Immerhin, so fährt er fort, gebe es auch positive Anzeichen.
Seit dem Börsengang hätten sich die weltweit verwalteten Vermögen von 36 Milliarden auf 85 Milliarden Franken erhöht. Der Neugeldzufluss sei auch in den letzten zwölf Monaten mit einem Plus von 13 Prozent oder 11 Milliarden Franken stets zweistellig geblieben. Zudem sei die Bank solide kapitalisiert. Und mit der Anwerbung von 25 bis 50 weiteren Kundenberatern im laufenden Jahr halte man an der eingeschlagenen Wachstumsstrategie mit wohlhabenden Privatkunden rund um den Globus fest.

Bislang ist es dem Finanzunternehmen aber nicht gelungen, die Vorbehalte der Investoren zu entkräften. Gemeinsam mit Konzernchef Lawrence «Lonnie» Howell ist das nun Ruflins Job. Denn wenn einer in der kosmopolitischen EFG-Geschäftsleitung die Swissness verkörpert, die sich die Bank so gerne auf die Fahne schreibt, dann ist es Ruflin. Unaufgeregt, etwas bedächtig, aber doch klar argumentierend: Ohne Zweifel zählt er neben Julius-Bär-Chef Boris Collardi oder Vontobel-Chef Zeno Staub zur Avantgarde einer neuen Generation von Schweizer Bankern.

Die Herausforderung ist enorm – nicht zuletzt auch wegen des Geschäftsmodells von EFG, wo alle Kundenberater als Partner eingestellt werden und die Bank die Infrastruktur zur Betreuung der Klientel zur Verfügung stellt. Unter diesen Prämissen ist das Unternehmen in den letzten Jahren vor allem im Ausland, namentlich in Südamerika und in Asien, rasant gewachsen.

Zu rasant, wie Kritiker monieren. Sie behaupten, dass EFG aus puren Wachstumsüberlegungen die notwendigen Vorabklärungen bezüglich der Herkunft der akquirierten Gelder nicht immer sachgemäss getroffen habe. Ruflin weist dies klar von sich. Als börsenkotierte Schweizer Bank, die der Finanzmarktaufsicht Finma unterstellt sei, könne man es sich nicht leisten, geltende Bestimmungen zu missachten, betont er.

Auch hier schimmert das veränderte Selbstbewusstsein der neuen Banker-Generation durch. Für Ruflin ist das Bankgeheimnis kein sakrosanktes Gut des Schweizer Finanzwesens, sondern ein Wettbewerbsvorteil für die hiesigen Banken, genauso wichtig wie Zuverlässigkeit, ein ausgezeichneter Service und eine überzeugende Performance.
 

Exot im Treibhaus

Noch etwas zeichnet Banker wie Ruflin aus. Sie haben Interessen, die über den Tellerrand des Banking hinausreichen. Der EFG-Vize spielt in seiner Freizeit Gitarre, liest leidenschaftlich gern und renoviert ein Haus auf Stromboli, das er vor einiger Zeit gekauft hat. Er gesteht auch: «Die 120-Stunden-Wochen als Investmentbanker möchte ich mir nicht mehr antun.» So stellt sich unweigerlich die Frage, ob er im Bankwesen die letzte Herausforderung sieht. Ruflin zuckt mit den Schultern, überlegt. «Ich habe einen spannenden Job, und ich muss noch liefern. Das bin ich EFG schuldig, wo man mir eine grossartige Karriere ermöglicht hat.» Ein Wechsel sei deshalb kein Thema.

«Wenn schon», fügt er nach einer weiteren Pause aber an, «würde ich wohl etwas ausserhalb der Finanzbranche machen wollen, vielleicht einmal in einer Gärtnerei arbeiten», sagt Ruflin mit der ihm eigenen Selbstverständlichkeit. Er wäre auch dort wieder ein Exot.

 

EFG international

Die Gründer
Die Ursprünge von EFG International reichen ins Jahr 1995 zurück. Damals beschlossen der langjährige Schweizer Bankier Jean-Pierre Cuoni und sein amerikanischer Branchenkollege Lawrence Howell, eine Vermögensverwaltungsbank mit Sitz in Zürich zu gründen. Als Financier konnten sie dafür den Milliardär Spiros Latsis gewinnen, griechischstämmig, seit Jahren in Genf wohnhaft und Schweizer Bürger.

Beachteter Börsengang
Zehn Jahre später und mit betreuten Kundenvermögen von 36,6 Milliarden Franken ging das Institut 2005 an die Schweizer Börse und entwickelte sich dort zunächst als attraktives Wachstumsunternehmen. Als eigentliches Erfolgskriterium von EFG International gilt der von Anfang an gesetzte Fokus auf die Kundenberater, denen bis heute eine weitgehende unternehmerische Unabhängigkeit gewährt wird. Beim Börsengang gab die Bank auch bekannt, wie viele Berater sie beschäftigte und wie viele sie noch einstellen würde. Das war damals ein Novum. Ende 2010 waren es 675 Kundenberater. Total beschäftigt EFG International heute knapp 2500 Personen.

Folgen der Finanzkrise
Durch eine forcierte Wachstumsstrategie in den wichtigsten Private-Banking-Märkten und den Einstieg ins Hedgefonds-Geschäft glaubten die EFG-Verantwortlichen, ihr Geschäftsmodell breiter abstützen zu können. Mit dem Ausbruch der Finanzkrise erwies sich diese Annahme als Illusion. Gerade Hedgefonds gerieten branchenweit in Turbulenzen. Der EFG-Aktienkurs stürzte ab, und die Bank musste enorme Verluste ausweisen.

Ballast Griechenland
Wenig förderlich für den Geschäftsgang waren auch die Probleme in der Euro-Zone, namentlich in Griechenland. Allerdings ist das Engagement von EFG International im südeuropäischen Staat gering. Branchenkreise bestätigen zudem, dass EFG nur wenige griechische Kunden habe. Zudem operiert die Bank unabhängig vom weitverzweigten Latsis-Imperium.

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