Glencore & Xstrata: Scheitert die Fusion am Abstimmungsverfahren?

Noch ist die Rohstoff-Fusion zwischen Xstrata und Glencore nicht wasserdicht: Ein kompliziertes Abstimmungsverfahren an der Xstrata-Generalversammlung könnte den Deal zum Scheitern bringen.

12.11.2012

Die geplante Fusion zwischen den Bergbau- und Rohstoffkonzernen Xstrata und Glencore könnte auf weitere Probleme stossen. Das komplexe Abstimmungsverfahren an der für den 20. November geplanten Generalversammlung (GV) der Xstrata-Aktionäre könnte zu einem Scheitern der Pläne führen, berichtet das «Wall Street Journal Europe».

Demnach legt der Verwaltungsrat von Xstrata dem Aktionariat drei Vorlagen zur Abstimmung vor. Die erste Abstimmung erfolgt über die Fusion inklusive des für das Management vorgesehenen Bonus-Pakets.

Zudem ist eine separate Abstimmungen über die Fusion vorgesehen und eine weitere über das Paket für das Management selbst. Während die beiden ersten Abstimmungen eine Mehrheit von 75 Prozent erfordern, reicht für den dritten Antrag ein einfaches Mehr von 50 Prozent.

Abstimmungsverhalten der Aktionäre unklar

Dem Bericht zufolge ist unklar, ob die Aktionäre der Empfehlung des Verwaltungsrates folgen und sowohl für den ersten und den dritten Antrag stimmen werden. Informationen der Zeitung zufolge gibt es eine Reihe von grösseren Aktionären, die zwar für die Fusion stimmen werden, jedoch die Bonus-Zahlungen an das Management ablehnen.

Neben den Aktionären beider Unternehmen müssen auch die Kartellbehörden in verschiedenen Ländern den Zusammenschluss noch absegnen, schreibt zudem das «Handelsblatt». Glencore-Chef Ivan Glasenberg biete der EU-Kartellbehörde an, auf einen Teil des Zink-Geschäfts zu verzichten.

Konkret soll die Vertriebsvereinbarung mit dem Produzenten Nyrstar in Belgien beendet werden. Xstrata ist ebenfalls stark im Zink-Markt engagiert. Durch die Fusion der Konzerne mit Sitz im Kanton Zug entstünde ein Grundgüter-Gigant, der wie kein anderer Abbau, Handel, Transport und Lagerung von Rohstoffen abdeckt, heisst es dazu weiter.

(aho/vst/awp)

Bildergalerie: Die grössten Minenkonzerne der Welt

[[nid:370263]]

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

Die geplante Fusion zwischen den Bergbau- und Rohstoffkonzernen Xstrata und Glencore könnte auf weitere Probleme stossen. Das komplexe Abstimmungsverfahren an der für den 20. November geplanten Generalversammlung (GV) der Xstrata-Aktionäre könnte zu einem Scheitern der Pläne führen, berichtet das «Wall Street Journal Europe».

Demnach legt der Verwaltungsrat von Xstrata dem Aktionariat drei Vorlagen zur Abstimmung vor. Die erste Abstimmung erfolgt über die Fusion inklusive des für das Management vorgesehenen Bonus-Pakets.

Zudem ist eine separate Abstimmungen über die Fusion vorgesehen und eine weitere über das Paket für das Management selbst. Während die beiden ersten Abstimmungen eine Mehrheit von 75 Prozent erfordern, reicht für den dritten Antrag ein einfaches Mehr von 50 Prozent.

Abstimmungsverhalten der Aktionäre unklar

Dem Bericht zufolge ist unklar, ob die Aktionäre der Empfehlung des Verwaltungsrates folgen und sowohl für den ersten und den dritten Antrag stimmen werden. Informationen der Zeitung zufolge gibt es eine Reihe von grösseren Aktionären, die zwar für die Fusion stimmen werden, jedoch die Bonus-Zahlungen an das Management ablehnen.

Neben den Aktionären beider Unternehmen müssen auch die Kartellbehörden in verschiedenen Ländern den Zusammenschluss noch absegnen, schreibt zudem das «Handelsblatt». Glencore-Chef Ivan Glasenberg biete der EU-Kartellbehörde an, auf einen Teil des Zink-Geschäfts zu verzichten.

Konkret soll die Vertriebsvereinbarung mit dem Produzenten Nyrstar in Belgien beendet werden. Xstrata ist ebenfalls stark im Zink-Markt engagiert. Durch die Fusion der Konzerne mit Sitz im Kanton Zug entstünde ein Grundgüter-Gigant, der wie kein anderer Abbau, Handel, Transport und Lagerung von Rohstoffen abdeckt, heisst es dazu weiter.

(aho/vst/awp)

Bildergalerie: Die grössten Minenkonzerne der Welt

Meistgelesen

Rebell erzählt über den Abschuss der MH17
Ukraine

Erstmals spricht ein pro-russischer Kämpfer über den Abschuss der MH17. Er berichtet dem italienischen «Corriere della Sera», dass er danach ukrainische Gegner erwartete - und tote Zivilisten fand. Mehr...

VonGabriel Knupfer
24.07.2014
Personenfreizügigkeit wird von der EU nicht neu verhandelt
Verträge

Die EU wird im Rahmen der neuen Gesetze zur Zuwanderung die Freizügigkeit der Personen mit der Schweiz nicht neu verhandeln. Das geht aus einem Schreiben an Bundespräsident Didier Burkhalter hervor. Mehr...

24.07.2014
Schweres Unwetter sucht Emmental heim
Überschwemmung

Das Unwetter hat im Emmental grossen Schaden angerichtet. Mehr...

24.07.2014
So viel verdient Mercedes an jedem Auto
Auto

Die Fahrzeuge von Mercedes haben in den letzten zehn Jahren schwankende Erträge gebracht, teils musste der Autobauer draufzahlen. Doch nun die Kehrtwende: Der Gewinn pro Auto nähert sich einem Rekord. Mehr...

VonLukas Rohner
23.07.2014
Asset Allocation

Wer hierzulande viel Geld hat, schwört in erster Linie auf Bares – im internationalen Vergleich ist das ein Sonderfall. Dennoch stieg die Zahl der Millionäre und Milliardäre. Mehr...

VonPascal Meisser
24.07.2014
Interkontinental-Debakel: Vorwürfe gegen CS-Fonds
Konkurs

Nach dem Debakel um das Davoser Edelhotel erhebt der Ex-VR-Präsident der Pächterin schwere Vorwürfe gegen den Immobilienfonds der Credit Suisse. Der Konkurs sei mit Absicht herbeigeführt worden. Mehr...

12:32
Aktien

Umsatzprognose? Gewinnprognose? Im Geschäftsbericht der meisten SMI-Mitglieder ist davon nichts zu finden. Wo Aktionäre bei Infos leer ausgehen, welche Firmen konkreter werden. Mehr...

VonGeorg Pröbstl
09:25

Die aktuelle Ausgabe der Handelszeitung
 

Cover der aktuellen Ausgabe

 

Unsere Partner      
 

Schweizer Exporte nach Russland brechen ein. Mehr

AFG will keinen Internen als Chef. Mehr

UBS-Whistleblower Birkenfeld droht wieder Haft. Mehr

ZKB Österreich: Schwarze Zahlen 2015. Mehr

«Mir wurden schon extremere Titel verliehen». Mehr

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...