02.08.2006 | 14:28
Von:
Conny Schmid
Foto:
|
 

Internetdating-Plattformen: Suche nach der Liebe per Mausklick rentiert

Die Betreiber legen nicht nur bei den Mitgliederzahlen zu, sondern sie verdienen erstmals auch Geld.

Stern71 ist 35, kaufmännischer Angestellter, Hobby-Fussballer, gross, gut aussehend ­ und noch zu haben. Auf einer Single-Plattform sucht er im Internet nach seinem Komplementärsternchen. Tausende von Schweizer Singles erstellen im Web Profile, präsentieren sich offenherzig von ihrer Schokoladenseite und hoffen, auf diese Weise den passenden Partner fürs Leben zu finden. Laut der unabhängigen deutschen Online-Marketing-Firma Metaflake, die auf www. singleboersen-vergleich.ch auch Schweizer Dating-, Flirting- und Partnervermittlungsportale testet, gibt es hierzulande bereits gegen 500 verschiedene Websites mit entsprechenden Diensten. Vom erotischen Abenteuer über den Seitensprung bis hin zur «Osteuropa-Agentur» oder der seriösen Partnervermittlung werden sämtliche Kundenwünsche bedient.

Unterschätzte Investitionen

Viele in der Schweiz aktive Plattformenbetreiber sind schon seit Ende der 1990er Jahre im Geschäft, die wenigsten konnten damit bisher allerdings das grosse Geld machen. Im Gegenteil: Bis vor kurzem waren rote Zahlen die Regel. Dies gilt auch für die grössten Player der hiesigen Online-Dating-Branche. Laut Kennern sind dies Partnerwinner von Tamedia, die französische Meetic, Bluewin-Partner Friendscout24 aus München, die mit Edipress kooperierende Swissfriends sowie Swissflirt. Auf die durch beeindruckende Umsatzzahlen und Wachstumsprognosen aus den USA genährte Euphorie folgte im hiesigen Markt Ernüchterung.

Viele Anbieter dürften den Umfang der Startinvestitionen unterschätzt haben: «Wer eine seriöse, sichere Plattform führen will, auf der sich die Partnersuchenden wohl fühlen, muss mit Investitionen von 1 bis 2 Mio Fr. rechnen», schätzt etwa Jörg Eugster von Swissfriends. Der Aufwand für die Kundenbetreuung sei relativ hoch, zumal es sich bei den Profilen der Singles um hochsensible Daten handelt, die verantwortungsvoll verwaltet werden müssen.

«Wer eine seriöse Online-Dating-Plattform betreibt, braucht mindestens vier oder fünf Vollzeit-Mitarbeiter, und wer davon leben will, muss mindestens 1 Mio Fr. jährlich umsetzen», glaubt Patrick C. Price, Chief Commercial Officer von Scout24 Schweiz, der Betreiberin von Friendscout24. Obwohl sowohl die Zahl der Singles als auch jene der Internetnutzer laut offizieller Statistik auch in der Schweiz wächst, war das Geschäft mit der Liebe im Internet bisher keine Goldgrube.

Seit 2004 die meisten Angebote kostenpflichtig geworden sind, schreiben die Betreiber immerhin schwarze Zahlen. Dass dies möglich wurde, hat zu tun mit einem generell wachsenden Vertrauen ins Internet sowie einer laut verschiedenen Studien zunehmenden Bereitschaft vieler Singles, für Online-Dating-Dienste zu bezahlen. Dahinter verbirgt sich die Annahme, dass etwas, das kostet, auch Qualität hat. Wer 100 Fr. für eine Jahresmitgliedschaft bezahlt, verlässt sich darauf, dass unseriöse Angebote von den Betreibern aussortiert und die Datenschutzbestimmungen eingehalten werden.

Umsätze sollen sich verdoppeln

Die Schätzungen des derzeitigen jährlichen Umsatzvolumens in der Schweiz schwanken stark und reichen von 3 bis zu 10 Mio Fr. In einem sind sich die Branchenkenner aber einig: Alle sprechen von einem Wachstumsmarkt mit entsprechenden Raten im zweistelligen Bereich. Und alle schätzen, dass sich das Umsatzvolumen in den nächsten fünf Jahren verdoppeln wird. «Danach wird es aber zu einer Konsolidierung kommen», glaubt Henning Wiechers von Singelbörsen-Vergleich.ch. Ähnliches lasse sich derzeit in den USA beobachten, wo der Markt bereits gesättigt sei.

Wer im Kupplergeschäft überleben will, muss in erster Linie über genügend Mitglieder verfügen. «Es ist ein Grössengeschäft», sagt Martin Dobner, Country Manager Schweiz der deutschen Partnervermittlerin Parship. «Der Anbieter mit den meistern Usern wird sich durchsetzen.»

Dobner hat gut reden: Parship gilt als mit Abstand grösster Online-Partnervermittler im deutschsprachigen Raum und beherrscht dieses spezifische Segment in der Schweiz laut eigenen Angaben mit einem Marktanteil von über 50%. Im Gegensatz zu den Dating- und Flirting-Plattformen arbeiten die Partnervermittler mit psychologischen Persönlichkeitstests und einem computergesteuerten Matching, um bindungswillige Singles zusammenzuführen. Diese Dienste sind auch wesentlich teurer, eine Halbjahresmitgliedschaft bei Parship etwa kostet 285 Fr.

«Wer Produkte und Preismodelle stets verbessert und technologisch auf der Höhe bleibt, kann den Umsatz relativ einfach steigern», sagt Wiechers von Singlebörsen-Vergleich.ch. Wichtig seien aber auch Kooperationen mit Verlagshäusern, um neue Mitglieder zu gewinnen. Die grösseren Schweizer Anbieter arbeiten denn auch bereits mit Verlagen zusammen. Und die Anbieter kennen die spezifischen Bedürfnisse der hiesigen Singles ­ im Idealfall schreibt der Kunde am Ende sogar ein paar Worte ins Gästebuch: «Habe meine Luna gefunden, schweben in der 7. Galaxie, Dank und Gruss aus dem Liebesall, Stern71.»

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SPI 5'437.5 -84.8 -1.5%
SLI 874.2 -16.4 -1.8%
SMIM 1'118.6 -20.7 -1.8%
DAX 30 6'285.8 -149.9 -2.3%
EURO STOXX 215.2 -5.9 -2.7%
FTSE 100 5'266.4 -136.9 -2.5%
Dow Jones 30 Industrial 12'334.8 -168.0 -1.3%
NASDAQ 100 2'507.2 -32.0 -1.3%
S&P 500 1'316.6 0.6 0.1%
Nikkei 225 8'556.6 -172.7 -2.0%

Top und Flops

Name Kurs +/- +/- %
155.80 -0.60 -0.38
54.65 -0.30 -0.55
1'709.00 -16.00 -0.93
49.05 -0.53 -1.07
864.50 -9.50 -1.09
37.89 -1.03 -2.65
30.49 -0.83 -2.65
40.23 -1.14 -2.76
56.25 -2.45 -4.17
375.50 -18.90 -4.79
Name Kurs +/- +/- %
75.63 0.04 0.05
23.75 -0.08 -0.31
47.38 -0.43 -0.90
52.58 -0.50 -0.94
37.91 -0.45 -1.17
29.34 -1.16 -3.79
39.32 -1.64 -3.99
MAN
78.14 -3.30 -4.05
8.39 -0.37 -4.26
14.64 -0.77 -5.00
Name Kurs +/- +/- %
2.62 0.14 5.73
1.07 0.05 4.59
14.35 0.53 3.84
8.88 0.31 3.62
15.90 0.53 3.45
9.26 -0.45 -4.60
9.50 -0.49 -4.90
4.71 -0.26 -5.14
14.46 -0.80 -5.21
11.12 -0.73 -6.12

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