Julius Bär mit Rekordvermögen und Japan-Beteiligung

Die von Julius Bär verwalteten Vermögen sind 2012 auf einen Höchststand gestiegen. Auch beim Konzerngewinn ging es aufwärts. Mit einer Beteiligung will die Bank nun ihre Präsenz auf dem japanischen Ma

04.02.2013

Die Bank Julius Bär hat im vergangenen Jahr mehr verdient. Der adjustierte Konzerngewinn stieg um 8,1 Prozent auf 433 Millionen Franken. Dabei klammert die Vermögensverwalterin allerdings Integrations- und Restrukturierungskosten sowie Abschreibungen auf immateriellen Vermögenswerten bei Akquisitionen aus.

Unter Einschluss dieser Positionen verblieb unter dem Strich ein Konzerngewinn von 298 Millionen Franken. Das seien 15 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte Julius Bär am Montag in einem Communiqué mit.

Zu Buche hatte 2011 eine Zahlung von 50 Millionen Euro oder 65 Millionen Franken geschlagen, mit der Julius Bär ein mögliches Steuerverfahren in Deutschland wegen Schwarzgeldern von reichen Deutschen abwenden konnte. Dafür musste die Bank 2012 für die weiterhin ungelöste Auseinandersetzung mit den US-Behörden um unversteuerte Gelder 38 Millionen Franken aufwenden.

Vermögen auf Höchststand

Die verwalteten Vermögen seien 2012 um 11 Prozent auf 189 Milliarden Franken gestiegen. Dies sei ein neuer Rekord, hiess es. Netto flossen Julius Bär Neugelder von 9,7 Milliarden Franken zu. Im Vorjahr waren es 10,2 

Milliarden Franken gewesen. Zum Zufluss neuer Gelder hätten alle Regionen beigetragen, sagte Julius-Bär-Chef Boris Collardi laut der Nachrichtenagentur AWP an einer Telefonkonferenz.

Nun will Julius Bär die Präsenz auch auf dem japanischen Markt für vermögende Privatkunden stärken. Im Januar hat sie dazu eine Beteiligung von 60 Prozent an der Vermögensverwaltungsgesellschaft TFM Asset Management übernommen. TFM unterhält Büros in Tokio und Zürich.

Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart, wie es weiter hiess. TFM verfüge in Japan über Lizenzen für die Anlageberatung und das Investmentmanagement und konzentriere sich vorwiegend auf vermögende japanische Privatkunden. Das Unternehmen verwaltet gemäss Mitteilung Kundenvermögen von mehreren hundert Millionen Franken.

Integration auf Kurs

Julius Bär hat laut Mitteilung das Recht, drei Jahre nach dem für April 2013 geplanten Abschluss 100 Prozent der TFM-Anteile zu übernehmen. Die Aktien von Julius Bär verloren nach Bekanntgabe des Jahresresultats und der Beteiligung in Japan an Wert. Kurz nach 9.20 Uhr notierten die Papiere 2,2 Prozent im Minus.

Die Integration des von der Bank of America übernommenen internationalen Merrill Lynch Vermögensverwaltungsgeschäftes für Reiche ausserhalb der USA (IWM) sei «gut» auf Kurs, wie Collardi in der Telefonkonferenz betonte. Am Freitag hatte Bär den prinzipiellen Abschluss der Akquisition bekanntgegeben.

Dies beinhaltete auch die Übernahme der Genfer Merrill Lynch Bank (Suisse). «Mit den verwalteten Vermögen von 11 Milliarden Franken der Merrill Lynch (Suisse) steigen unsere verwalteten Vermögen erstmals über 200 Mrd. Franken», sagte Collardi.

(tno/aho/sda)

Julius-Bär-Chef Boris Collardi zu den Zahlen:

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema
04.02.2013

Die Bank Julius Bär hat im vergangenen Jahr mehr verdient. Der adjustierte Konzerngewinn stieg um 8,1 Prozent auf 433 Millionen Franken. Dabei klammert die Vermögensverwalterin allerdings Integrations- und Restrukturierungskosten sowie Abschreibungen auf immateriellen Vermögenswerten bei Akquisitionen aus.

Unter Einschluss dieser Positionen verblieb unter dem Strich ein Konzerngewinn von 298 Millionen Franken. Das seien 15 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte Julius Bär am Montag in einem Communiqué mit.

Zu Buche hatte 2011 eine Zahlung von 50 Millionen Euro oder 65 Millionen Franken geschlagen, mit der Julius Bär ein mögliches Steuerverfahren in Deutschland wegen Schwarzgeldern von reichen Deutschen abwenden konnte. Dafür musste die Bank 2012 für die weiterhin ungelöste Auseinandersetzung mit den US-Behörden um unversteuerte Gelder 38 Millionen Franken aufwenden.

Vermögen auf Höchststand

Die verwalteten Vermögen seien 2012 um 11 Prozent auf 189 Milliarden Franken gestiegen. Dies sei ein neuer Rekord, hiess es. Netto flossen Julius Bär Neugelder von 9,7 Milliarden Franken zu. Im Vorjahr waren es 10,2 

Milliarden Franken gewesen. Zum Zufluss neuer Gelder hätten alle Regionen beigetragen, sagte Julius-Bär-Chef Boris Collardi laut der Nachrichtenagentur AWP an einer Telefonkonferenz.

Nun will Julius Bär die Präsenz auch auf dem japanischen Markt für vermögende Privatkunden stärken. Im Januar hat sie dazu eine Beteiligung von 60 Prozent an der Vermögensverwaltungsgesellschaft TFM Asset Management übernommen. TFM unterhält Büros in Tokio und Zürich.

Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart, wie es weiter hiess. TFM verfüge in Japan über Lizenzen für die Anlageberatung und das Investmentmanagement und konzentriere sich vorwiegend auf vermögende japanische Privatkunden. Das Unternehmen verwaltet gemäss Mitteilung Kundenvermögen von mehreren hundert Millionen Franken.

Integration auf Kurs

Julius Bär hat laut Mitteilung das Recht, drei Jahre nach dem für April 2013 geplanten Abschluss 100 Prozent der TFM-Anteile zu übernehmen. Die Aktien von Julius Bär verloren nach Bekanntgabe des Jahresresultats und der Beteiligung in Japan an Wert. Kurz nach 9.20 Uhr notierten die Papiere 2,2 Prozent im Minus.

Die Integration des von der Bank of America übernommenen internationalen Merrill Lynch Vermögensverwaltungsgeschäftes für Reiche ausserhalb der USA (IWM) sei «gut» auf Kurs, wie Collardi in der Telefonkonferenz betonte. Am Freitag hatte Bär den prinzipiellen Abschluss der Akquisition bekanntgegeben.

Dies beinhaltete auch die Übernahme der Genfer Merrill Lynch Bank (Suisse). «Mit den verwalteten Vermögen von 11 Milliarden Franken der Merrill Lynch (Suisse) steigen unsere verwalteten Vermögen erstmals über 200 Mrd. Franken», sagte Collardi.

(tno/aho/sda)

Julius-Bär-Chef Boris Collardi zu den Zahlen:

Meistgelesen

Die Gold-Initiative könnte die Nachfrage nach dem Metall deutlich erhöhen.
Rohstoffe

Nach dem Fed-Entscheid kam Gold unter Druck. Die Chancen auf eine Erholung stehen aber nicht schlecht. Technisch notiert Gold an seiner Unterstützung, die Gold-Initiative könnte Rückenwind bringen. Mehr...

VonGeorg Pröbstl
31.10.2014
Straftäter «Carlos» sitzt erneut im Gefängnis
Haft

«Carlos» kann es nicht sein lassen: Der verurteilte Straftäter ist nach einer Auseinandersetzung im Zürcher Langstrassenquartier verhaftet worden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Mehr...

31.10.2014
Argentinien droht nach Staatspleite akuter Zahlungsengpass
Bankrott

Argentinien schlittert in die Krise. Auslöser für die Verschärfung der Zahlungsprobleme ist der Ablauf einer Frist für die Überweisung eines Anleihezinses. Mehr...

31.10.2014
Goldinitiative macht Mindestkurs unglaubwürdig
Bedrohung

Die Märkte haben Respekt vor einer Annahme der Goldinitiative. Diese dürfte den Euro/Franken-Kurs und den Goldpreis beeinflussen. Das ist bereits jetzt sichtbar. Mehr...

VonAndrea Marthaler
31.10.2014
Die Brüder Freitag machen jetzt Hosen, die verschwinden
Mode

Das Taschenlabel Freitag verkauft ab heute kompostierbare Kleidung. Ein Gespräch mit Gründer Daniel Freitag über widerspenstigen Bindfaden und Neuorientierung nach 21 Jahren Arbeit mit LKW-Planen. Mehr...

Interview vonKaren Merkel
31.10.2014
Eric Sarasin tritt zurück
Untersuchung

Der Basler Bankier Eric Sarasin steht in Deutschland wegen Beihilfe zum Steuerbetrug im Visier der Staatsanwaltschaft. Nun tritt er von seinem Posten bei der Bank Safra Sarasin zurück. Mehr...

VonStefan Eiselin und Christian Bütikofer
31.10.2014
Arbeitslosigkeit: Musterschüler tauschen Plätze
Arbeitslosigkeit

In den Euroländern ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor hoch. Bei den Ländern mit einer tiefen Quote gibt es hingegen eine Überraschung. Mehr...

31.10.2014

Die aktuelle Ausgabe der Handelszeitung
 

Cover der aktuellen Ausgabe

 

Unsere Partner      
 

UBS in New York wegen Raubkunst angeklagt. Mehr

Swissness-Gesetz gefährdet Schweizer Biermarken. Mehr

Personenfreizügigkeit: Hilfe aus Luxemburg fehlt. Mehr

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...