Julius Bär sackt nach Jahreszahlen ab

Julius Bär verzeichnet für 2012 einen Höchststand bei den verwalteten Vermögen und einen gestiegenen Konzerngewinn. Die Anleger schicken die Aktie der Bank dennoch abwärts. Die Analysten sind sich une

04.02.2013

Die Aktien der Privatbankengruppe Julius Bär notieren nach der Präsentation der Jahreszahlen für 2012 an der Schweizer Börse mit deutlichen Abschlägen. Zwar lagen die Zahlen in etwa im Rahmen der Erwartungen der meisten Markteilnehmer, aber auf der Kostenseite hat die Bank von positiven Sondereffekten profitiert, was den ersten guten Eindruck etwas beeinträchtigt. Keine Freude haben die Marktbeobachter zudem am anhaltenden Margendruck.

Bis gegen 10.35 Uhr verlieren Julius Bär 2,32 Prozent auf 36,69 Franken. Das bisherige Tagestiefst lag bei 36,40 Franken. Der Gesamtmarkt (SMI) gewinnt derweil rund 0,24 Prozent.

Die von Julius Bär präsentierten Zahlen lösen unter Analystenkreise keine Begeisterungsstürme aus. Auf den ersten Blick lägen die Zahlen zwar im Rahmen ihrer Erwartungen, schreibt Vontobel-Analystin Teresa Nielsen. Berücksichtige man allerdings die positiven Einmaleffekte auf der Kostenseite, dann hätten sich die Kosten schlechter als erwartet entwickelt.

Zudem seien die Margen unter Druck und die Cost-Income-Ratio dürfte in den nächsten zwei Jahren vor dem Hintergrund der IWM-Integration ansteigen, bemängelt Nielsen. Entsprechend bestätigt sie ihr Rating mit «Reduce».

CS lobt Kostenmanagement

Für die ZKB liegen die Zahlen gar unter den Erwartungen. Die Bank habe zwar die Personalkosten eindämmen können, habe aber auf der Kostenseite von der Auflösung von Wertberichtigungen und Rückstellungen profitiert, was das Ergebnis positiv beeinflusst habe, so die ZKB.

Überrascht zeigt sich die ZKB auch von der Abschwächung des Neugeldwachstums. Ausserdem macht das Institut noch beträchtliche Unsicherheiten im Bezug zur IWM-Übernahme aus. Die Einstufung der ZKB bleibt auf «Marktgewichten».

Positivere Töne schlägt die Credit Suisse in ihrer Beurteilung an. Der Vermögensverwalter habe Zahlen im Rahmen der Erwartungen ausgewiesen und insbesondere im Kostenmanagement besser gearbeitet als erwartet, schreibt CS-Analyst Gurjit Kambo in einem ersten Kommentar. Er stuft die Julius-Bär-Aktien weiterhin mit dem Rating «Outperform» ein.

(tno/aho/awp)



Julius-Bär-Chef Boris Collardi zu den Zahlen:

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema
04.02.2013

Die Aktien der Privatbankengruppe Julius Bär notieren nach der Präsentation der Jahreszahlen für 2012 an der Schweizer Börse mit deutlichen Abschlägen. Zwar lagen die Zahlen in etwa im Rahmen der Erwartungen der meisten Markteilnehmer, aber auf der Kostenseite hat die Bank von positiven Sondereffekten profitiert, was den ersten guten Eindruck etwas beeinträchtigt. Keine Freude haben die Marktbeobachter zudem am anhaltenden Margendruck.

Bis gegen 10.35 Uhr verlieren Julius Bär 2,32 Prozent auf 36,69 Franken. Das bisherige Tagestiefst lag bei 36,40 Franken. Der Gesamtmarkt (SMI) gewinnt derweil rund 0,24 Prozent.

Die von Julius Bär präsentierten Zahlen lösen unter Analystenkreise keine Begeisterungsstürme aus. Auf den ersten Blick lägen die Zahlen zwar im Rahmen ihrer Erwartungen, schreibt Vontobel-Analystin Teresa Nielsen. Berücksichtige man allerdings die positiven Einmaleffekte auf der Kostenseite, dann hätten sich die Kosten schlechter als erwartet entwickelt.

Zudem seien die Margen unter Druck und die Cost-Income-Ratio dürfte in den nächsten zwei Jahren vor dem Hintergrund der IWM-Integration ansteigen, bemängelt Nielsen. Entsprechend bestätigt sie ihr Rating mit «Reduce».

CS lobt Kostenmanagement

Für die ZKB liegen die Zahlen gar unter den Erwartungen. Die Bank habe zwar die Personalkosten eindämmen können, habe aber auf der Kostenseite von der Auflösung von Wertberichtigungen und Rückstellungen profitiert, was das Ergebnis positiv beeinflusst habe, so die ZKB.

Überrascht zeigt sich die ZKB auch von der Abschwächung des Neugeldwachstums. Ausserdem macht das Institut noch beträchtliche Unsicherheiten im Bezug zur IWM-Übernahme aus. Die Einstufung der ZKB bleibt auf «Marktgewichten».

Positivere Töne schlägt die Credit Suisse in ihrer Beurteilung an. Der Vermögensverwalter habe Zahlen im Rahmen der Erwartungen ausgewiesen und insbesondere im Kostenmanagement besser gearbeitet als erwartet, schreibt CS-Analyst Gurjit Kambo in einem ersten Kommentar. Er stuft die Julius-Bär-Aktien weiterhin mit dem Rating «Outperform» ein.

(tno/aho/awp)

Julius-Bär-Chef Boris Collardi zu den Zahlen:

Meistgelesen

Ranking: ETH und EPFL hängen Europas Unis ab
Rangliste

Schweizer Hochschulen stehen im globalen Vergleich blendend da. Die ETH Zürich belegt auf dem Kontinent den Spitzenplatz. Und eine weitere Schweizer Uni arbeitet sich im QS-Ranking weiter nach vorn. Mehr...

VonGabriel Knupfer
16.09.2014
Deutsches Netflix-Angebot lässt für die Schweiz hoffen
Start

Netflix ist in der Nacht auf heute in Deutschland gestartet. Das Programm ist umfassend, lässt aber durchaus Luft nach oben, wie erste Reaktionen zeigen. Was bedeutet das für die Schweiz? Mehr...

VonMarc Iseli
16.09.2014
Angebliche Putin-Geliebte führt Medienkonzern
Chefin

Die ehemalige Turnerin Alina Kabajewa übernimmt die Führung der National Media Group in Russland. 2008 war eine angebliche Affäre der 31-Jährigen mit Präsident Wladimir Putin bekannt geworden. Mehr...

16.09.2014
Deutsches Gericht hebt Uber-Verbot vorerst auf
Entscheid

Ein Gericht in Frankfurt hat das Verbot des Taxidienstes vorübergehend aufgehoben. Die Berufstaxifahrer haben bereits Berufung angekündigt, Uber dagegen bejubelt den Entscheid. Mehr...

16.09.2014
Alibaba-Gründer Jack Ma ist Chinas Bill Gates
Erstemission

Alibabas Rekord-Börsengang nimmt noch grössere Dimensionen an. Doch wer ist der 1,50 Meter kleine Mann, der aus dem Nichts ein Imperium aufgebaut hat und heute zu den reichsten Menschen Chinas gehört? Mehr...

VonGabriel Knupfer
16.09.2014
Klage: Ex-UBS-Banker bot Schuhe für Sex
Justiz

Eine Praktikantin verklagt ihren Ex-Chef: Der frühere UBS-Banker habe Sex verlangt und mit Designerschuhen bezahlen wollen, sagte sie. Als sich die Verheiratete weigerte, habe er sie entlassen. Mehr...

16.09.2014
Apple: Vorbestellrekord - Ärger wegen U2
iPhone

Die Vorbestellungen fürs neue Apple-Handy sprengen alle Rekorde. Die mitgelieferte Gratismusik der Band U2 nervt aber viele. Mehr...

15.09.2014

Die aktuelle Ausgabe der Handelszeitung
 

Cover der aktuellen Ausgabe

 

Unsere Partner      
 

Konrad Hummler: «Die Schweiz ist keine Insel». Mehr

Hafenkran im Zentrum des DDR-Waffenexports. Mehr

Apple Pay fordert UBS und Co. heraus. Mehr

Sunrise-Präsident zeigt Orange die kalte Schulter. Mehr

Zattoo-Investoren kaufen Brandschutzfirma Roth. Mehr

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...