23.09.2008 | 21:00
GEBRÜDER PLETSCHER
Von:
Urs Walter
Foto:
|
 

Kleines Zubehör mit grosser Wirkung

Dank den Komponenten des Zürcher KMU steht ein Velo von selbst oder es lässt sich Gepäck auf ihm befestigen.

Von Klimasorgen und Velo-förderung reden heute viele. Bei der Gebrüder Pletscher AG in Marthalen ZH steht dieses Thema schon seit 1926 im Zentrum. 2004 wurde die Fertigung von Druckgussteilen für die Automobilindustrie aufgegeben – allerdings weniger aus «grünen» Gedanken, sondern mehr wegen «roter» Zahlen. Unter der Leitung von Paul-André Wirth (CEO) hat sich das Familienunternehmen eine neue Struktur und die klare Ausrichtung auf zwei Produkte für Fahrräder gegeben: Stützen und Gepäckträger.

Der gelernte Kaufmann ist zugleich der Chefverkäufer der Firma. «Das Internationale liegt mir, bin ich doch französischer Muttersprache, in Zürich aufgewachsen und habe in England studiert und abgeschlossen.» 85% der Produktion gehen in den Export. Mehrheitsaktionär ist Hans Pletscher, ein Enkel des Firmengründers Hans Pletscher, und als Geschäftsleitungsmitglied für Entwicklung, Patente sowie Immobilien zuständig.

Das Velo abstellen oder seinen Sack aufschnallen, das tönt banal. Doch schon vor dem Zweiten Weltkrieg erhielt Pletscher ein deutsches Reichspatent für die Fahrradstütze. Weitere Innovationen folgten, so Patente für die Befestigungsmethode oder den Feder- und Klappmechanismus von Fahrradstützen und Zweibeinständern. 20000 Bewegungen – das ist 30 Jahre lang fast jeden Tag dreimal das Velo abstellen – werden zu- gesichert. Noch mehr freut sich Wirth am dabei zu hörenden, typischen «Pletscher-Sound», und strahlt, wie sonst eher Ferrari-Fans vom Röhren ihrer Maschinen erzählen. Eine in der Länge verstellbare «Zoom-Stütze» hat 2005 einen Designpreis der Fachmesse Eurobike erhalten. «Unsere Komponenten machen ein Fahrrad schöner», wirbt Wirth bei den Fabrikanten für sein Zubehör. So werden elegant und leicht gestaltete Gepäckträger eingeführt.

Dennoch findet auch der Dauerbrenner von 1948 immer wieder Anklang. Dank «Easy fix» lassen sich Träger heute aber schneller und sicherer be- und entladen. Ein Einkaufskorb, ein verschliessbarer Fahrradkoffer oder ein Kindersitz lassen sich aufsetzen – und teilweise sogar gegen Diebstahl sichern. Komfort und Kundennutzen gelten als Unternehmensziele. Das gilt auch für die Träger für Berg- oder Rennvelos, die sich dank des patentierten Schnellverschlusses ohne Werkzeug montieren lassen.

Von Entwicklern und Juristen

Zwei Entwickler stecken hinter den Neuerungen. Oft braucht es später allerdings Juristen, um die Patente durchzusetzen. «Nicht bei den Kopierenden in China oder Taiwan klagen wir. Das versandet und ist für uns als kleiner Betrieb kaum machbar. Aber wir weisen Fahrradhersteller und Grosshändler auf die kopierte Ware hin oder lassen sie – wenn wir Termin und Kunde wissen – an der Grenze beschlagnahmen. Viele kaufen dann doch lieber bei uns das Original, oder zahlen zumindest Lizenzgebühren», weist Wirth auf einen aufwendigen Aspekt hin.

Die Firmenpolitik, die auf innovative, montagefreundliche Produkte für die Hersteller und zugleich auf Qualität sowie Lebensdauer für die Benutzer setzt, bringt Erfolg. 2007 ist der Umsatz um 20% auf 10 Mio Fr. gestiegen. «Damit liegen wir über dem Marktwachstum von gut 7%», freut sich Wirth. Dahinter stecken Modelle, von denen teils mehrere hunderttausend Stück pro Jahr hergestellt werden.

Die je nach Saison 35 bis 40 Beschäftigte waren 2007 aber trotz Zweischichtbetrieb gefordert. Gewisse einfache oder repetitive Tätgikeiten wurden etwa an soziale Institutionen in der Region ausgelagert. Soziale Verant-wortung treffe sich da mit wirtschaftlichen Vorzügen, räumt Wirth ein. Spitzen sowie Schwankungen liessen sich so auffangen. Hohe Treue zum Betrieb sowie Beschäftigte aus der gesamten Region seien weitere Merkmale der Firma. «Dieses Jahr wird konsolidiert, bevor wir neues Wachstum anpeilen», gibt Wirth vor. Zudem stehen weitere Erneuerungs- und Erweiterungsinvestitionen an. Wieder bessern sollte sich die Ertragslage: «Die Preise der Komponenten werden zumeist auf ein Jahr festgesetzt. Da ist es als KMU schwierig, bei den grossen Fahrradherstellern nachträglich Änderungen durchzusetzen. Darum haben die rasch gestiegenen Preise für Aluminium und andere Rohstoffe die Erfolgsrechnung belastet.»

Wachstumsbasis Fachmessen

Die Basis für Wachstum bildet die Teilnahme an führenden Fachmessen der Fahrradbranche. Erstmals nahm Pletscher anfangs September an der Eurobike in Friedrichshafen teil. «Da treffen wir sowohl die Hersteller als auch die Gross- und viele Fachhändler. Ihnen allen müssen wir die von aussen wenig auffallenden Vorteile unserer Gepäckträger und Stützen vorzeigen», sagt Wirth. Reine Konsummessen seien hingegen wenig interessant, weil hier Aufwand und Kosten zu gross wären.

Top 2011

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S&P 5001.263,013,4plus1,1%
NASDAQ Composite Index2.648,4-0,4minus-0,0%
Nikkei 2258.929,297,3plus1,1%
EUR/CHF1,20650,0plus0,0%
USD/CHF0,92090,0plus0,2%
Ölpreis (WTI)96,9-0,0minus-0,0%
Goldpreis1.720,4-2,4minus-0,1%

Top und Flops

NameKurs+/-+/- %
56,750,651,16
158,001,100,70
51,700,350,68
373,801,900,51
52,800,200,38
36,40-1,45-3,83
25,16-0,55-2,14
47,55-0,88-1,82
13,21-0,24-1,78
19,96-0,16-0,80
NameKurs+/-+/- %
48,521,252,64
32,410,822,60
70,760,781,11
143,451,250,88
40,000,250,62
12,98-0,32-2,41
30,02-0,74-2,39
38,79-0,59-1,49
47,41-0,70-1,44
1,89-0,02-1,25
NameKurs+/-+/- %
4,210,122,83
32,500,872,74
48,331,202,54
15,600,362,34
0,790,022,06
20,42-0,80-3,76
16,01-0,43-2,59
7,29-0,18-2,36
23,49-0,54-2,23
1,54-0,03-2,16

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