Konsumentenschutz verstärkt Druck auf die Post

Die massiven Preiserhöhungen der Post sorgen in der ganzen Schweiz für rote Köpfe. Deshalb erhöhen die Konsumentenschützer den Druck auf den Staatsbetrieb und fordern ein Überdenken der Tarifanpassung

04.05.2012

Seit die Post gewisse Dienstleistungen markant verteuert hat, geht eine Welle der Empörung durch die Schweiz. Dass eine Vollmacht neu 36 Franken kosten soll und danach jährlich 24 Franken, stösst auf grossen Widerstand. Dasselbe gilt für Nachsendeaufträge nach einem Umzug.

Diese kosten neu 42 statt 15 Franken und ein Nachsendeauftrag in die Ferienwohnung neu 22 statt 10 Franken, wenn der Auftrag am Schalter hinterlegt wird. Online kostet das Ganze etwas weniger. Einschreiben kosten neu 6 statt 5 Franken - inklusive Briefmarke. Die Allianz der Schweizer Konsumentenschutz-Organisationen hat die Post schon im April aufgefordert, die umstrittenen Tariferhöhungen rückgängig zu machen oder zu reduzieren. Ein Treffen mit der Post am (gestrigen) Donnerstag hat gemäss einer Mitteilung vom Freitag «keine Annäherung der Positionen gebracht».

Preisüberwacher soll aktiv werden

Deshalb fordern die Konsumentenschützer den Preisüberwacher auf, «umgehend noch einmal einzelne Tarife zu überprüfen«. Ein Dorn im Auge sind ihnen die Preise für Adressänderungen bei einem Wohnungswechsel. Die Konsumentenschützer weisen darauf hin, dass die Post mit den aktualisierten Adressen auch Geld verdient. Preisüberwacher Stefan Meierhans will diese Problematik in die «laufende Globalprüfung der Posttarife integrieren», wie er der Nachrichtenagentur sda erklärte. Bisher sei der Adressdatenverkauf nicht im Detail analysiert worden.

Er gibt jedoch zu bedenken, dass ein allfälliger Gewinn aus diesem Adressdatenverkauf nicht unbedingt den Umgezogenen zugute kommen muss. Genauso könnte es sein, dass die Firmen, welche die Adressen kauften, entlastet werden müssten. Die Post ihrerseits verteidigt die Preisaufschläge mit einem 30-Millionen-Defizit bei den genannten Zusatzleistungen. Sie will mit dem Verursacherprinzip den Zusatzaufwand in der Administration und in den Poststellen decken, wie Post-Sprecher Oliver Flüeler erklärte.

Dem Druck der Proteste nachgegeben

Wichtiger als die Nachsendefrage erscheint dem Preisüberwacher jedoch die Frage der Vollmachten. Diese Preiserhöhung «hat bei mir am meisten Beschwerden verursacht», sagte Meierhans. Hier habe die Post dem Druck - auch seiner Behörde - schliesslich nachgegeben und akzeptiere nun notarielle Vollmachten als Alternative. Diese kostet einmalig, im Gegensatz zur Post-Vollmacht.

Die Konsumentenschützer verlangen von der Post jedoch weitergehende Konzessionen: Sie wollen tiefere Preise für Privatkunden und die Abschaffung der wiederkehrenden Kosten. Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen begründet diese Forderung damit, dass Privatkunden diese Dienstleistung weniger häufig in Anspruch nehmen als Geschäftskunden.

Insgesamt hätten bei der Post über viele Jahre zurück 650'000 Personen einmal eine Vollmacht hinterlegt, sagte Flüeler. Diese würden sukzessive bis Ende Mai schriftlich angefragt, ob sie diese noch wünschten. Die Reaktionen seien aufgrund der Preiserhöhungen «nicht überraschend».

(muv/vst/sda)

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Diese kosten neu 42 statt 15 Franken und ein Nachsendeauftrag in die Ferienwohnung neu 22 statt 10 Franken, wenn der Auftrag am Schalter hinterlegt wird. Online kostet das Ganze etwas weniger. Einschreiben kosten neu 6 statt 5 Franken - inklusive Briefmarke. Die Allianz der Schweizer Konsumentenschutz-Organisationen hat die Post schon im April aufgefordert, die umstrittenen Tariferhöhungen rückgängig zu machen oder zu reduzieren. Ein Treffen mit der Post am (gestrigen) Donnerstag hat gemäss einer Mitteilung vom Freitag «keine Annäherung der Positionen gebracht».

Preisüberwacher soll aktiv werden

Deshalb fordern die Konsumentenschützer den Preisüberwacher auf, «umgehend noch einmal einzelne Tarife zu überprüfen«. Ein Dorn im Auge sind ihnen die Preise für Adressänderungen bei einem Wohnungswechsel. Die Konsumentenschützer weisen darauf hin, dass die Post mit den aktualisierten Adressen auch Geld verdient. Preisüberwacher Stefan Meierhans will diese Problematik in die «laufende Globalprüfung der Posttarife integrieren», wie er der Nachrichtenagentur sda erklärte. Bisher sei der Adressdatenverkauf nicht im Detail analysiert worden.

Er gibt jedoch zu bedenken, dass ein allfälliger Gewinn aus diesem Adressdatenverkauf nicht unbedingt den Umgezogenen zugute kommen muss. Genauso könnte es sein, dass die Firmen, welche die Adressen kauften, entlastet werden müssten. Die Post ihrerseits verteidigt die Preisaufschläge mit einem 30-Millionen-Defizit bei den genannten Zusatzleistungen. Sie will mit dem Verursacherprinzip den Zusatzaufwand in der Administration und in den Poststellen decken, wie Post-Sprecher Oliver Flüeler erklärte.

Dem Druck der Proteste nachgegeben

Wichtiger als die Nachsendefrage erscheint dem Preisüberwacher jedoch die Frage der Vollmachten. Diese Preiserhöhung «hat bei mir am meisten Beschwerden verursacht», sagte Meierhans. Hier habe die Post dem Druck - auch seiner Behörde - schliesslich nachgegeben und akzeptiere nun notarielle Vollmachten als Alternative. Diese kostet einmalig, im Gegensatz zur Post-Vollmacht.

Die Konsumentenschützer verlangen von der Post jedoch weitergehende Konzessionen: Sie wollen tiefere Preise für Privatkunden und die Abschaffung der wiederkehrenden Kosten. Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen begründet diese Forderung damit, dass Privatkunden diese Dienstleistung weniger häufig in Anspruch nehmen als Geschäftskunden.

Insgesamt hätten bei der Post über viele Jahre zurück 650'000 Personen einmal eine Vollmacht hinterlegt, sagte Flüeler. Diese würden sukzessive bis Ende Mai schriftlich angefragt, ob sie diese noch wünschten. Die Reaktionen seien aufgrund der Preiserhöhungen «nicht überraschend».

(muv/vst/sda)

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