Die grössten Onlinehändler in der Schweiz machen schon heute mehr Umsatz als die hiesigen Shopping-Center. In den kommenden Jahren dürften die Schweizerinnen und Schweizer jedoch nicht nur Elektronikgeräte und Kleidung über das Internet bestellen. Der digitale Verkauf von Lebensmitteln steht vor dem Durchbruch, wie die Grafik der Woche von handelszeitung.ch in Kooperation mit dem Statistikportal Statista zeigt. Liegt der Umsatz in diesem Jahr bei gut 250 Millionen Franken, dürfte dieser Wert in vier Jahren bereits auf fast 430 Millionen Franken gestiegen sein.

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Heute wird hierzulande zwar mit rund 2 Prozent lediglich ein Bruchteil aller Lebensmittelkäufe im Internet getätigt. Doch dem Online-Handel wird von Experten eine vielversprechende Zukunft vorhergesagt: Bereits zu Jahresbeginn kamen die Ökonomen der Credit Suisse in einer Studie zum Ergebnis, dass sich die Webverkäufe von Lebensmitteln und Getränken bis 2020 verdoppeln dürften. In diesem Markt sind Coop mit ihrem E-Supermarkt Coop@home und Migros mit LeShop schon heute dominante Anbieter.

Verschiebung ins Web

Andere Länder zeigen auf, wohin die Reise gehen könnte: In China und den USA sind Online-Lebensmittelkäufe bereits fast eine Selbstverständlichkeit. Die jährlichen Umsätze liegen heute im zweistelligen Milliardenbereich. Für China wird bis 2021 gar eine Verdoppelung auf umgerechnet fast 30 Milliarden Franken erwartet.

Die Verschiebung der Umsätze von stationärem Handel in Richtung Internet ist in der Schweiz seit Jahren massiv zu beobachten. Wie schwer das Geschäft etwa für Shopping-Center inzwischen ist, zeigen jüngst veröffentlichte Zahlen des Marktforschungsinstituts GfK. Demnach verloren die 25 grössten Zentren in der Schweiz in den vergangenen sechs Jahren über eine halbe Milliarde Franken Umsatz – die grössten Onlinehändler ziehen deutlich davon.

Digitec macht über 700 Millionen Franken Umsatz

So setzte Platzhirsch Digitec 2016 rund 704 Millionen Franken um – 10 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Zalando legte gar um ein Viertel auf 534 Millionen Franken zu, Amazon gewann 18,6 Prozent auf geschätzt 475 Millionen Franken.

Handelszeitung.ch präsentiert zusammen mit dem Statistik-Portal Statista jeden Dienstag eine aktuelle Infografik aus den Bereichen Wirtschaft, Technik oder Wissenschaft.