10.06.2008 | 21:00
RISIKOBEURTEILUNG
Von:
Michael Pohl
Foto:
|
 

Liquiditätsrisiken gewinnen an Bedeutung

Nach der Subprime-Krise wird den Liquiditätsrisiken mehr Beachtung geschenkt. Dies fördert eine neue Denkweise zu Tage.

Während für das Management von Marktpreis-, Kredit- und Zinsänderungsrisiken in Banken zunehmend sophistiziertere Modelle entwickelt wurden, blieben Liquiditätsrisiken lange weitgehend unbeachtet. Ursächlich hierfür waren einerseits ein fehlendes Messinstrumentarium sowie die nur spärlichen Vorschriften seitens der Regulierung, andererseits die teilweise herrschende Meinung, dass eine Bank mit guter Bonität jederzeit alle auftretenden Zahlungsansprüche befriedigen könne und Liquidität für Banken in entwickelten Finanzmärkten somit kein Risiko an sich darstelle. Dass dem nicht so ist, kann nicht zuletzt durch die gegenwärtige Subprime-Krise festgestellt werden. Für Banken ist ein Liquiditätsrisikomanagement zumindest in jenem Umfang unerlässlich, dass die Zahlungsfähigkeit bis zum Einschreiten von Zentralbanken sichergestellt ist.

Jüngst konnte jedoch ein Umdenken von den Regierungen und Regulierungsbehörden festgestellt werden. Ein unterstützendes Eingreifen soll – wenn immer möglich – verhindert werden. So wurden im Rahmen des G7-Treffens im April vom Basler Ausschuss bereits bis Mitte des Jahres revidierte Leitlinien für das Management von Liquiditätsrisiken gefordert. Bis Ende 2008 ist eine stärkere Aufsicht über das Liquiditätsrisikomanagement angestrebt.

Erfolgswirksame Liquidität

Weitgehend unbeachtet hinsichtlich der sich bei deren konsequenter Umsetzung ergebenden Auswirkungen für das Liquiditätsrisikomanagement deutscher Banken blieben die bereits seit Ende 2005 geltenden Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk). Diese verpflichten Banken, alle wesentlichen Risiken, worunter explizit auch das Liquiditätsrisiko gezählt wird, in ein System zur Ertrags- und Risikosteuerung einzubinden. Liquiditätsrisiken sind somit nicht nur in einer zahlungsstromorientierten, sondern auch in einer erfolgswirksamen Sichtweise zu betrachten.

Diese Denkweise stellt eine weitgehende Neuorientierung dar, da in der Theorie bislang häufig eine Trennung zwischen Erfolgsrisiken und Liquiditätsrisiken vorgenommen wurde. In diesem Umdenken kann für zukünftige Liquiditätsrisikomodelle aber ein entscheidender Ansatzpunkt liegen. Darauf aufbauend ist es grundsätzlich möglich, das Liquiditätsrisiko in die eigenmittelunterlegungspflichtigen Risikokategorien nach Basel II zu integrieren.

Entscheidend ist daher, nicht nur Verfahren zu entwickeln, die Liquiditätsrisiken in ihrer zahlungsstromwirksamen Höhe quantifizieren, sondern ebenso Verfahren, die in der Lage sind, die erfolgswirksamen Auswirkungen zahlungsstromwirksamer Liquiditätsrisiken zu bestimmen.

Durch eine Verknüpfung der Verteilungen des Liquiditätsbedarfs mit dem Kostensatz dessen Refinanzierung wird es möglich, die Auswirkungen von Mittelabzügen auf die Erfolgsrechnung im Fall angespannter Märkte – wie diese derzeit mit Risikospreads für Bankenrefinanzierungen an den Kapitalmärkten gegenüber dem risikofreien Zinssatz von teilweise über 100 Basispunkten gegeben sind – vorab zu quantifizieren. Hier besteht deutlicher Forschungs- und Implementierungsbedarf, der in Zeiten weniger angespannter Märkte nicht wieder aus den Augen verloren werden darf.

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Dow Jones 30 Industrial 12'334.8 -168.0 -1.3%
NASDAQ 100 2'507.2 -32.0 -1.3%
S&P 500 1'316.6 0.6 0.1%
Nikkei 225 8'556.6 -172.7 -2.0%

Top und Flops

Name Kurs +/- +/- %
155.80 -0.60 -0.38
54.65 -0.30 -0.55
1'709.00 -16.00 -0.93
49.05 -0.53 -1.07
864.50 -9.50 -1.09
37.89 -1.03 -2.65
30.49 -0.83 -2.65
40.23 -1.14 -2.76
56.25 -2.45 -4.17
375.50 -18.90 -4.79
Name Kurs +/- +/- %
75.63 0.04 0.05
23.75 -0.08 -0.31
47.38 -0.43 -0.90
52.58 -0.50 -0.94
37.91 -0.45 -1.17
29.34 -1.16 -3.79
39.32 -1.64 -3.99
MAN
78.14 -3.30 -4.05
8.39 -0.37 -4.26
14.64 -0.77 -5.00
Name Kurs +/- +/- %
2.62 0.14 5.73
1.07 0.05 4.59
14.35 0.53 3.84
8.88 0.31 3.62
15.90 0.53 3.45
9.26 -0.45 -4.60
9.50 -0.49 -4.90
4.71 -0.26 -5.14
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