Meistgelesen

Tesa-Rivale erhält finanzkräftige Unterstützung
Elektroauto

NextEV soll dem populären Elektro-Sportwagen Tesla den Rang ablaufen. Nun beteiligen sich eine Reihe von neuen Investoren am chinesischen Autoprojekt. Mehr...

01.09.2015
Glencore fällt aus wichtigem Aktienindex
Gestrichen

Der Rohstoffriese zählt wegen seiner geschrumpften Marktkapitalisierung nicht mehr zu den 50 grössten Unternehmen Europas. Im Aktienindex Stoxx Europe 50 fallen die Glencore-Titel daher raus. Mehr...

01.09.2015
Emirates-Vize: «Einreise in Zürich dauert teils zu lange»
Luftfahrt

Emirates-Vize Thierry Antinori spricht über den zweiten A380-Flieger für Zürich und was der Flughafen besser machen kann. Und er erklärt, warum die Airline zum 30. Geburtstag keine Party feiert. Mehr...

Interview vonTim Höfinghoff
02.09.2015
Briten planen Kriegsschiff wie bei James Bond
Zukunft

Britische Wissenschaftler haben ein Kriegsschiff für das Jahr 2050 entworfen. Die Pläne erinnern an einen bekannten Bond-Film. Ob das Schiff gebaut wird, ist vor allem eine Kostenfrage. Mehr...

VonGabriel Knupfer
02.09.2015
Top 500

Mit einem Gewinn von 14,9 Milliarden Franken ist Nestlé die gewinnträchtigste Firma der Schweiz. Seit 2013 hat die Firma um 43 Prozent zugelegt. Auch andere Konzerne beeindrucken mit ihrer Steigerung. Mehr...

VonSimon Schmid
02.09.2015
Wegen Pöbel-Post? Facebook wirft SVP-Mörgeli raus
Eklat

Das soziale Netzwerk hat SVP-Hardliner Christoph Mörgelis Profil gelöscht. Der Nationalrat fiel ob dem Entscheid aus allen Wolken. Mehr...

02.09.2015
Commerzbank-Chef: «Wollen Dividende zahlen»
Ausschüttung

Deutschlands zweitgrösstes Geldhaus will laut Martin Blessing wie angekündigt in diesem Jahr erstmals seit 2008 eine Dividende ausschütten. Dennoch übt sich der Commerzbank-Chef in Zurückhaltung. Mehr...

02.09.2015

Anzeige

Lyoness: Top-Kader sahnten mit illegalem Schenkkreis ab

Pyramide

Die Einkaufsgemeinschaft Lyoness, die Mitgliedern Rabatte auf allerlei Produkte verspricht, erzielt in der Schweiz Millionenumsätze. Führende Schweizer waren in illegalen Schenkkreisen aktiv.

03.04.2013

Die Einkaufsgemeinschaft Lyoness, die Mitgliedern Rabatte auf allerlei Produkte verspricht, erzielt in der Schweiz Millionenumsätze. Angeblich weiss niemand, woher die Einkaufsgemeinschaft ihre Millionen hat. Nun zeigen Recherchen des «Beobachters»: Das Geschäftsmodell ist nicht nur pyramidenförmig aufgebaut, obendrein waren führende Personen von Lyoness in der Schweiz bis vor wenigen Jahren auch in illegalen Schenkkreisen aktiv und machten damit ihr Geld.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft, seit einem Jahr mit zusätzlichen Kompetenzen im Kampf gegen Schneeballfirmen und unlautere Geschäftspraktiken ausgestattet, bleibt untätig. Angeblich liegen zu wenig Beschwerden über das schwer durchschaubare Geschäftsmodell von Lyoness vor, schreibt der «Beobachter», der wie handelszeitung.ch zum Verlag Axel Springer Schweiz gehört.

Schweiz Finanzdrehscheibe

Hinter 
Lyoness verbirgt sich ein schwer durchschaubares Geschäftsmodell. Sich selbst bezeichnet Lyoness als Einkaufsgemeinschaft. Wer bei Partnerfirmen einkauft, erhält Rabatte im tiefen einstelligen Prozentbereich. Diese Rabatte lassen sich die Mitglieder in «Einheiten» gutschreiben, um später Prämien zu erreichen. Weil das mit normalen Einkäufen zu lange dauert, wird den Mitgliedern empfohlen, solche «Einheiten» mit «Gutscheinanzahlungen» zu kaufen und dank neugeworbenen Mitgliedern und deren zugekauften «Einheiten» in der Hierarchie aufzusteigen – um so noch höhere Prämien zu erreichen. Der Umsatz der gesamten Gruppe wird auf einen hohen dreistelligen Millionen­betrag geschätzt.

Die Schweiz bildet im Lyoness-System de facto die Finanzdrehscheibe. Hierhin fliessen die Gelder, die Lyoness in Europa und in der Welt zusammenträgt. In Buchs SG ist Lyoness Inter­national mit ihren Tochterfirmen domiziliert, darunter die Lyoness Europe AG mit rund 30 weiteren Tochtergesellschaften. Recherchen von handelszeitung.ch machten Millionenausschüttungen an die Österreicher um Hubert Freidl öffentlich.

Perpetuum Mobile seit 20 Jahren

In der Schweiz kann Firmengründer Freidl auf eine besonders aktive Anhängerschaft zählen. Allerdings hat die hiesige Spitze ­eine zweifelhafte Vergangenheit. In führender Stellung agiert eine illustre Dreiergruppe um Giovanni Cefariello, Jörg Flubacher und Eveline Rost. Die Truppe hat Erfahrung in der wundersamen Geldvermehrung: Sie gründeten mit den Buchstaben ihrer Nach­namen zusammen die CeFluRo GmbH. Der Firmenzweck laut Handelsregistereintrag: «[…] Förderung von Ein­kaufs­gemein­schaf­ten und Handelspartnern zum Kauf von Waren und Gütern aller Art  […]» Noch vor wenigen Jahren waren die drei an vorderster Front für den Schenkkreis «Spirit of Independence» aktiv, etwa im deutschen Meersburg.

Bis dahin dreht sich das Perpetuum mobile weiter – seit 20 Jahren. Ein halbes Dutzend Firmen hat Hubert Freidl in dieser Zeit betrieben. Das Geschäfts­modell war immer wieder ähnlich: Erst verkaufte er «Gutscheine», später liquidierte er die Firmen. Einmal nannte er das Konstrukt Global Trade System, GTS. Böse Zungen behaupten, Freidl habe eine andere Erklärung für diese Abkürzung gehabt: «Gemma Teppen suchen».

(chb)

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

Die Einkaufsgemeinschaft Lyoness, die Mitgliedern Rabatte auf allerlei Produkte verspricht, erzielt in der Schweiz Millionenumsätze. Angeblich weiss niemand, woher die Einkaufsgemeinschaft ihre Millionen hat. Nun zeigen Recherchen des «Beobachters»: Das Geschäftsmodell ist nicht nur pyramidenförmig aufgebaut, obendrein waren führende Personen von Lyoness in der Schweiz bis vor wenigen Jahren auch in illegalen Schenkkreisen aktiv und machten damit ihr Geld.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft, seit einem Jahr mit zusätzlichen Kompetenzen im Kampf gegen Schneeballfirmen und unlautere Geschäftspraktiken ausgestattet, bleibt untätig. Angeblich liegen zu wenig Beschwerden über das schwer durchschaubare Geschäftsmodell von Lyoness vor, schreibt der «Beobachter», der wie handelszeitung.ch zum Verlag Axel Springer Schweiz gehört.

Schweiz Finanzdrehscheibe

Hinter 
Lyoness verbirgt sich ein schwer durchschaubares Geschäftsmodell. Sich selbst bezeichnet Lyoness als Einkaufsgemeinschaft. Wer bei Partnerfirmen einkauft, erhält Rabatte im tiefen einstelligen Prozentbereich. Diese Rabatte lassen sich die Mitglieder in «Einheiten» gutschreiben, um später Prämien zu erreichen. Weil das mit normalen Einkäufen zu lange dauert, wird den Mitgliedern empfohlen, solche «Einheiten» mit «Gutscheinanzahlungen» zu kaufen und dank neugeworbenen Mitgliedern und deren zugekauften «Einheiten» in der Hierarchie aufzusteigen – um so noch höhere Prämien zu erreichen. Der Umsatz der gesamten Gruppe wird auf einen hohen dreistelligen Millionen­betrag geschätzt.

Die Schweiz bildet im Lyoness-System de facto die Finanzdrehscheibe. Hierhin fliessen die Gelder, die Lyoness in Europa und in der Welt zusammenträgt. In Buchs SG ist Lyoness Inter­national mit ihren Tochterfirmen domiziliert, darunter die Lyoness Europe AG mit rund 30 weiteren Tochtergesellschaften. Recherchen von handelszeitung.ch machten Millionenausschüttungen an die Österreicher um Hubert Freidl öffentlich.

Perpetuum Mobile seit 20 Jahren

In der Schweiz kann Firmengründer Freidl auf eine besonders aktive Anhängerschaft zählen. Allerdings hat die hiesige Spitze ­eine zweifelhafte Vergangenheit. In führender Stellung agiert eine illustre Dreiergruppe um Giovanni Cefariello, Jörg Flubacher und Eveline Rost. Die Truppe hat Erfahrung in der wundersamen Geldvermehrung: Sie gründeten mit den Buchstaben ihrer Nach­namen zusammen die CeFluRo GmbH. Der Firmenzweck laut Handelsregistereintrag: «[…] Förderung von Ein­kaufs­gemein­schaf­ten und Handelspartnern zum Kauf von Waren und Gütern aller Art  […]» Noch vor wenigen Jahren waren die drei an vorderster Front für den Schenkkreis «Spirit of Independence» aktiv, etwa im deutschen Meersburg.

Bis dahin dreht sich das Perpetuum mobile weiter – seit 20 Jahren. Ein halbes Dutzend Firmen hat Hubert Freidl in dieser Zeit betrieben. Das Geschäfts­modell war immer wieder ähnlich: Erst verkaufte er «Gutscheine», später liquidierte er die Firmen. Einmal nannte er das Konstrukt Global Trade System, GTS. Böse Zungen behaupten, Freidl habe eine andere Erklärung für diese Abkürzung gehabt: «Gemma Teppen suchen».

(chb)

Die aktuelle Ausgabe der Handelszeitung
 

 

Unsere Partner      
 

Flughafenchef erwartet Glanzstart von «Circle» Mehr

Ex-UBS-Händler wehrt sich gegen US-Anklage Mehr

China: Die rote Gefahr für die Schweiz Mehr

Arbonia Forster will dank Billigarbeit wachsen Mehr

«SRG darf online keine Werbung schalten» Mehr

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

  • 1 Jahr (50 Ausgaben) CHF 259.-
  • Halbjahres-Abo (25 Ausgaben) CHF 139.-
  • Test-Abo (8 Ausgaben) CHF 20.-
    Zu den Abonnementen!

 

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...

 

Startseite

Jetzt in den App Stores!

Wirtschaft für unterwegs.