«Machbarkeit von Gaskombi-Kraftwerken ist heute nicht absehbar»

Alpiq-Verwaltungsratspräsident Interims-Chef Hans E. Schweickardt bleibt skeptisch, ob die Pläne für neue Gaskombi-Kraftwerke «politisch und wirtschaftlich machbar sein werden», wie er im Interview mi

VonJürg Meier
18.04.2012

Alpiq-Verwaltungsratspräsident Interims-Chef Hans E. Schweickardt ist skeptisch, ob sich die Pläne von Energieministerin Doris Leuthard für neue Gaskraftwerke realisieren lassen. Für die Versorgungssicherheit brauche es neue Grosskraftwerke. Ob allerdings Gaskombi-Kraftwerke «politisch und wirtschaftlich machbar sein werden, ist heute nicht absehbar», so Schweickardt im Interview mit der «Handelszeitung».

Er will deshalb auch an den derzeit sistierten Gesuchen für den Bau von neuen Kernkraftwerken festhalten. Die Frage eines allfälligen Rückzugs stellt sich nach Worten des Alpiq-Chefs erst, «wenn die Machbarkeit der neuen Energiepolitik klarer wird». Es sei wichtig, dass sich das Volk in einer Abstimmung zur Energiezukunft äussern könne. Und zu dieser gehörten «alle Optionen».

Als eine neue Möglichkeit für Grosskraftwerke nennt Schweickardt sogenannte Kugelhaufenreaktoren. Dieser Kernkraftwerktyp steht derzeit in China in Entwicklung. Er ist laut Schweickardt sicherer sowie effizienter als Anlagen heutiger Bauart und könnte «im Zeitraum ab 2020» in der Schweiz gebaut werden. Gleichzeitig warnt er vor den Gefahren, die der Technologie der Pumpspeicherkraftwerke drohen.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht schreibt der Bundesrat dieser Technologie grosses Potenzial zu. Doch Schweickardt warnt: «Wenn sich durch Eingriffe in den Markt mit Subventionen für Solarenergie diese Stauanlagen nicht mehr rechnen, macht man diese Technologie kaputt.»

Für das Alpiq-Pumpspeicherprojekt Nant de Drance, das 2017 ans Netz gehen soll, zeigt er sich zwar zuversichtlich. «Sicherlich wird es eine Durststrecke geben. Danach wird das Ganze wieder rentabler.» So rentabel wie bisher werde die Technologie aber vermutlich nie mehr sein, so Schweickardt.

Wechsel auch auf dem Posten des Finanzchefs

Derzeit sucht Alpiq nach einem neuen Konzernchef. Sein Name soll laut Schweickardt gegen Ende Juni bekannt werden, die Übernahme des operativen Geschäfts erfolge Ende Jahr.

Aber auch auf dem Posten des Finanzchefs kommt es bald zu einem Wechsel. Finanzchef Kurt Baumgartner wird dieses Jahr 63. «Wir sind miteinander im Gespräch über seine Nachfolge», bestätigt Schweickardt. Ein Wechsel erfolge frühestens dann, wenn der neue Konzernchef bestimmt sei und an der Auswahl von Baumgartners Nachfolger mitwirken könne.

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.

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Alpiq-Verwaltungsratspräsident Interims-Chef Hans E. Schweickardt ist skeptisch, ob sich die Pläne von Energieministerin Doris Leuthard für neue Gaskraftwerke realisieren lassen. Für die Versorgungssicherheit brauche es neue Grosskraftwerke. Ob allerdings Gaskombi-Kraftwerke «politisch und wirtschaftlich machbar sein werden, ist heute nicht absehbar», so Schweickardt im Interview mit der «Handelszeitung».

Er will deshalb auch an den derzeit sistierten Gesuchen für den Bau von neuen Kernkraftwerken festhalten. Die Frage eines allfälligen Rückzugs stellt sich nach Worten des Alpiq-Chefs erst, «wenn die Machbarkeit der neuen Energiepolitik klarer wird». Es sei wichtig, dass sich das Volk in einer Abstimmung zur Energiezukunft äussern könne. Und zu dieser gehörten «alle Optionen».

Als eine neue Möglichkeit für Grosskraftwerke nennt Schweickardt sogenannte Kugelhaufenreaktoren. Dieser Kernkraftwerktyp steht derzeit in China in Entwicklung. Er ist laut Schweickardt sicherer sowie effizienter als Anlagen heutiger Bauart und könnte «im Zeitraum ab 2020» in der Schweiz gebaut werden. Gleichzeitig warnt er vor den Gefahren, die der Technologie der Pumpspeicherkraftwerke drohen.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht schreibt der Bundesrat dieser Technologie grosses Potenzial zu. Doch Schweickardt warnt: «Wenn sich durch Eingriffe in den Markt mit Subventionen für Solarenergie diese Stauanlagen nicht mehr rechnen, macht man diese Technologie kaputt.»

Für das Alpiq-Pumpspeicherprojekt Nant de Drance, das 2017 ans Netz gehen soll, zeigt er sich zwar zuversichtlich. «Sicherlich wird es eine Durststrecke geben. Danach wird das Ganze wieder rentabler.» So rentabel wie bisher werde die Technologie aber vermutlich nie mehr sein, so Schweickardt.

Wechsel auch auf dem Posten des Finanzchefs

Derzeit sucht Alpiq nach einem neuen Konzernchef. Sein Name soll laut Schweickardt gegen Ende Juni bekannt werden, die Übernahme des operativen Geschäfts erfolge Ende Jahr.

Aber auch auf dem Posten des Finanzchefs kommt es bald zu einem Wechsel. Finanzchef Kurt Baumgartner wird dieses Jahr 63. «Wir sind miteinander im Gespräch über seine Nachfolge», bestätigt Schweickardt. Ein Wechsel erfolge frühestens dann, wenn der neue Konzernchef bestimmt sei und an der Auswahl von Baumgartners Nachfolger mitwirken könne.

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