10.11.2005 | 13:32
Von:
Sonja Lüthi Ihle
Foto:
|
 

MARIMEKKO: Als Ikone lebendig bleiben

Mit konsequentem Design für Mode, Bett und Taschen ist das finnische Mode- und Stofflabel auf Erfolgskurs. Vermehrt soll die Internationalisierung der Marke gefördert werden.

Hinter dem Namen Marimekko steckt nicht eine exotische Kletteraffenart, sondern ein 54-jähriges, topaktuelles Mode- und Stoffdesignlabel. Die für unsere Ohren ungewohnte, dennoch eingängige finnische Buchstabenfolge bedeutet simpel «Ein Kleid für Mary». In Finnland gilt denn auch die Marke als nationales Kultlabel. Dennoch stand Marimekko vor dem Aus, bis 1991 die neue Miteigentümerin und CEO Kirsti Paakkanen das Ruder übernahm. Sie straffte die Strukturen, modernisierte und stärkte das Kreativteam: Jetzt flattert Mary's Kleid wieder fröhlich im Wind.

Armi Ratia gründete Marimekko 1951 mit der Idee, dass junge Designer unter eigenem Namen ihre Ideen für Marimekko-Kleider und Heimtextilien umsetzen konnten. Diese Freiheit der Kreativität setzte die Gründerin an oberster Stelle. Maija Isola zeichnete damals die ersten Textildesigns ­ über 500 sollten bis 1987 folgen, und viele davon avancierten mit ihren grosszügigen, etwas plakativen Drucken in kraftvollen Farben zu Design-Ikonen, zu Marimekko-Klassikern. Eine Durchmischung von pulsierendem Leben und Innovation zeichnet das Angebot ebenso aus wie Kontinuität: «Jokapoika», ein Baumwoll-Hemd mit vertikalen Pinselstreifen, ist in dieser Wintersaison seit 50 Jahren in Produktion und noch immer aktuell.

Auch Jackie Kennedy trug Kleider aus Finnland

Nach dem Tod der Firmengründerin 1979 durchlief Marimekko schwierige 80er Jahre und stand vor dem Bankrott. Die glorreiche Dekade, mit Jackie Kennedy im schlichten Marimekko-Kleid aus Baumwolle auf den Titelblättern, war verflossen. Das aus dem Zeitgeist der 68er im Unisex-Jeans-Look kreierte, streng quergestreifte Jersey-T-Shirt «Tasaraita» hielt bis heute durch ­ doch Marimekko brauchte zum Überleben dringend die Kompetenz eines fähigen und engagierten Geistes. Kirsti Paakkanen, eine Marketingfachfrau, übernahm 1991 das Label, eroberte die Herzen der Designnation Finnland, reformierte als CEO Marimekko, rückte das kreative Design im Sinne der Gründerin Ratia wieder ins Zentrum und initiierte mit einem jungen Team neue Produktekollektionen wie die Business-Linie von Ritva Falla. Die casual wirkende Kollektion für berufstätige Frauen wirkt ungekünstelt und chic. Bis auf die Qualität der Stoffe in warmen Erdfarben haben die Kleider auf den ersten Blick nichts gemein mit dem Marimekko-Image von formlos hängenden Roben. Doch zwischendurch zwinkern die alten Muster, wie das Piccolomuster von 1953 im dunkeln Regenmantel der geschäftlich-sportlichen Herrenkollektion von Matti Seppänen.

Die kontinuierlich steigenden Umsatzzahlen mit dem letztjährigen Topergebnis von knapp 65 Mio Euro stimmen zuversichtlich. In der mutigen Verschmelzung von Alt und Neu scheint die kreative Kraft von Marimekko und ihrem CEO zu liegen, daher das marketingmässig professionell begleitete Comeback.

Schon früh in der Schweiz präsent

Der eigentliche neue Boom setzte in Finnland selbst ein, unter der Jugend. Noch stammt drei Viertel des Umsatzes aus dem Heimmarkt, doch zieht das Interesse im Ausland zügig an.

Für die Schweiz mit ihren rund 40 Verkaufsstellen liegt die Generalvertretung seit bald 30 Jahren bei Heidi Stoll. Ihre Treue auch über die unerfreulichen 80er Jahre zahlt sich heute aus: «Neben bestandenen Marimekko-Anhängern, die sich oft in Architektur- und Designkreisen bewegen, kommen jetzt auch die Jungen auf den Geschmack», beobachtet sie. Neue Boutiquen, die oft eine ganze Lifestyle-Palette im Angebot haben, kommen allerdings über Marimekkos Taschen, Stoffe, Bad- und Bettwäsche erst nach und nach auf die Kleider. Diese machen hierzulande noch rund drei Viertel des Umsatzes aus, im Gesamtkonzern die Hälfte, knapp 40% entfallen auf Innendekoration und Stoffe, der Rest auf Taschen.

Durchdacht vom Motiv bis zur Schlussnaht

Bereits die Gründerin sah in Marimekko mehr als Mode: Die stil- und formsicheren Stoffdesigns sollten keine Lebensbereiche ausschliessen, daher kommt die Wertschätzung für Textildesigner und deren Entwürfe. Seit 1974 kreiert Fujiwo Ishimoto beispielsweise asiatisch-skandinavische Motive in gekonnter Farbsetzung, während bei der jungen Anna Danielsson repetitive Muster in Schwarzweiss ­ wie sich unaufhörlich überschlagende Wellen ­ dominieren. In gut zwei Dutzend Marimekko-Boutiquen und an rund 1000 Verkaufspunkten um den Globus liegen die scheinbar so unterschiedlichen Designs auf ­ doch Qualitätsbewusstsein, der Glaube an die positive Ausstrahlung von vitalem Design und dezente bis überbordende Lebensfreude vereinen sie unter einem Dach.

Top 2011

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SMIM1.197,4-2,9minus-0,2%
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EURO STOXX 502.512,9-1,2minus-0,0%
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Ölpreis (WTI)98,70,6plus0,6%
Goldpreis1.731,3-14,0minus-0,8%

Top und Flops

NameKurs+/-+/- %
25,230,230,92
162,301,300,81
36,100,280,78
13,100,080,61
230,400,900,39
46,50-0,55-1,17
394,20-4,10-1,03
53,40-0,50-0,93
291,80-2,10-0,71
51,30-0,35-0,68
NameKurs+/-+/- %
2,100,157,58
22,840,441,96
34,470,521,53
29,850,210,71
32,520,160,48
7,51-0,11-1,47
56,71-0,84-1,46
77,03-1,02-1,31
54,25-0,67-1,22
17,00-0,20-1,13
NameKurs+/-+/- %
3,320,206,56
1,620,053,33
17,250,553,29
34,660,982,89
37,911,052,83
55,65-0,81-1,44
7,28-0,09-1,18
54,45-0,55-1,00
123,94-1,23-0,98
25,12-0,24-0,95

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