Microsoft
Von:
Matthias Niklowitz
Foto:
Bild: Bloomberg
 

Microsoft wird auch ein Retailer(chen)

Ob Betriebssystem-Oberfläche oder dem MP3-Player – immer hiess es, Microsoft kopiere Apple. Jetzt geht der Softwarekonzern einen Schritt weiter – und eröffnet in den USA die ersten Geschäfte. Das gleiche unternahm Apple bereits vor acht Jahren. Ob Microsoft auch in der Schweiz solche Geschäfte eröffnen wird, ist noch völlig offen

Auch wenn am Dienstag in New York der offizielle Startschuss zum Verkauf des neuen Microsoft-Betriebssystems «7» fiel – die wichtigere Entwicklung findet 4000 weiter westlich statt. In der «Fashion Square Mall» in Scottsdale, unweit von Phoenix im US-Bundesstaat Arizona wird neben dem Burberry-Geschäft und schräg gegenüber des Louis Vuitton-Ladens hinter einer Bretterwand vernehmlich an der Inneneinrichtung gearbeitet. Seit September sucht Microsoft Personal über den Online-Vermittler talentbankpreview.com. Pro Geschäft sollen neben dem Filialleiter sieben Personen eingestellt werden. Notebooks mit dem eigenen Betriebssytem, Handies mit «Windows», den «Zune»-MP3-Playern und den X-Box-Spielkonsolen bilden das Sortiment. Ein weiterer Laden ist in Mission Viejo geplant, einem Vorort im Südosten der US-Megametropole Los Angeles. Laut einem Bericht in der «Seattle Times» soll das erste Geschäft in Scottsdale am 29. Oktober seine Pforten öffnen. Ob Microsoft mit den eigenen Geschäften auch nach Europa und/oder in die Schweiz kommen wird, ist laut Microsoft-Sprecherin Barbara Josef nicht klar.

Keine Erfolgsgarantie

Microsoft kopiert mit dieser Strategie Apple. Seit Mai 2001 verkauft Apple eigene Hard- und Software in den eigenen Geschäften. Das funktioniert laut Analysten (auch) deshalb sehr gut, weil Apple alles, den ganzen «Stack» von Hard- und Software, inklusive Betriebssystemen, in den puristisch gestalteten Läden aus einer Hand anbietet. Inzwischen sind weltweit rund 280 Apple-Stores eröffnet worden.

Eigene Geschäfte sind indes keine Garantie für einen Erfolg: Der Computerkonzern Dell beispielsweise scheiterte mit seinem «Kiosk»-Konzept, weil Kunden dort die Geräte zwar berühren und ausprobieren durften. Aber sie konnten sie nicht gleich mitnehmen, sondern sie mussten sie über das Internet bestellen. Analysten halten es zudem für schwieriger, wenn ein Unternehmen wie Microsoft, das mit Ausnahme der x-box nur Software produziert, als Markenname ausreichend stark ist, um Kunden in die eigenen Geschäfte zu locken. Immerhin dürften die Microsoft-Geschäfte optisch deutlich attraktiver sein als die üblichen Verkaufspunkte, die teilweise den Groove von Lagerverkäufen haben.

Starker PC-Absatz im dritten Quartal

Microsoft ist auf einen Erfolg angewiesen. Die bevorstehenden Quartalszahlen dürften auch für Microsoft nach dem Glanzzahlen von Apple gut ausfallen. Zwar rechnen die Analysten von Goldman Sachs für Microsoft mit einem Umsatzrückgang in der «Client»-Sparte von 8% (ursprünglich lag ihre Prognose bei minus 13%) im Vergleich zum Vorjahr. Weil aber besonders die Notebook-Verkäufe an Privatkunden sowie von Kunden aus aufstrebenden Ländern laut den Marktforschern von Gartner mit einem Plus von 18% gegenüber dem Vorquartal besser als erwartet ausgefallen sind, dürfte auch Microsoft davon bei Betriebssystemen und Office-Softwarepaketen, den beiden Hauptumsatzträgern und Gewinngaranten, profitieren. Die Analysten von Morgan Stanley weisen zusätzlich darauf hin, dass Intel ebenfalls gute Zahlen vorgelegt hatte. Diese deuten auf ein Stückzahlplus zwischen 14 und 15% bei PCs hin im Vergleich zum Vorquartal hin. Alleine durch die Differenz zwischen der ursprünglichen Prognose, die bei plus 8% gelegen hatte, und den aktualisierten Werten dürfte Microsoft über 100 Mio. Dollar mehr Umsatz einspielen als zuvor berechnet. Und auch der Gewinn dürfte dadurch um einen Cent zusätzlich steigen. Für den 23. Oktober, wenn die Microsoft-Zahlen kommen, liegt der Analystenkonsens bei 12,4 Mrd. Dollar Umsatz und 32 Cents Gewinn pro Aktie.

Ganz entspannt sieht übrigens der «Burberry»-Verkäufer der Eröffnung des Microsoft-Geschäfts entgegen. «Wissen Sie – wenn Apple kommen würde, wäre das etwas anders, da würden die Fans am Vorabend kommen und gleich hier vor dem Eingang übernachten. Jetzt könnte der Microsoft-Laden eher neue Kundenschichten in die Luxus-Mall und damit auch in mein Geschäft locken.» Laut einem Bericht in der «Seattle Times» soll das erste Geschäft in Scottsdale am 29. Oktober seine Pforten öffnen.

 

Suite 150


Auf Initiative der «Handelszeitung» geben Traditions- unternehmen, die mindestens 150 Jahre alt sind, ihr Know-how an Jungunternehmer weiter. Hier erfahren Sie, welche Firmen zum Kreis «Suite 150» gehören.
Details erfahren

Top 2011

Die Listen der 1300 grössten Unternehmen in der Schweiz sind eine einzigartige Sammlung von Daten und Kennzahlen.
Zu den neuen Listen

SMI 5'872.7 7.6 0.1%
SPI 5'488.9 9.5 0.2%
SLI 887.3 3.3 0.4%
SMIM 1'138.4 5.4 0.5%
DAX 30 6'384.3 -16.8 -0.3%
EURO STOXX 219.4 -0.6 -0.3%
FTSE 100 5'405.3 -32.4 -0.6%
Dow Jones 30 Industrial 12'598.6 -33.4 -0.3%
NASDAQ 100 2'561.6 -19.2 -0.7%
S&P 500 1'330.7 -7.7 -0.6%
Nikkei 225 8'801.2 -99.6 -1.1%

Top und Flops

Name Kurs +/- +/- %
57.65 4.30 8.06
397.50 10.30 2.66
202.90 1.90 0.95
41.48 0.38 0.92
15.65 0.11 0.71
54.50 -0.35 -0.64
18.91 -0.17 -0.89
10.95 -0.10 -0.90
1'724.00 -19.00 -1.09
54.20 -0.70 -1.28
Name Kurs +/- +/- %
36.39 0.95 2.67
23.26 0.41 1.77
45.92 0.72 1.59
103.55 0.65 0.63
38.15 0.22 0.57
132.20 -1.55 -1.16
51.73 -0.86 -1.64
MAN
81.00 -1.43 -1.73
13.27 -0.28 -2.03
15.58 -0.43 -2.69
Name Kurs +/- +/- %
13.01 0.33 2.56
9.50 0.20 2.16
1.00 0.02 2.05
34.92 0.56 1.62
16.05 0.26 1.61
32.86 -0.51 -1.51
4.52 -0.08 -1.80
67.60 -1.34 -1.94
11.62 -0.28 -2.35
2.27 -0.06 -2.74

Aktuelle Ausgabe - Jetzt am Kiosk!

Aktuelle Ausgabe der Handelszeitung

  • EFTA-Gerichtshof- präsident: «Ein EWR-Beitritt wäre sinnvoll». Lesen
     
  • St. Galler KB forciert Geschäft in Deutschland. Lesen
     
  • Philippe Gaydoul verliert Navyboot-Chefdesigner. Lesen
     
  • Kommentar von Beat Balzli: CDS = Chemie der Sorglosigkeit. Lesen

 

Dieses und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Handelszeitung.
Zum Inhaltsverzeichnis
Abonnement bestellen

Top-Ten


Der schönste Strand, das meistgekaufte Auto oder die angesagteste Stadt? Unsere wöchentliche Top-Ten Liste gibt Aufschluss.
Zu den Top-Ten-Listen

finanzen.ch


Die aktuellen Börsenberichte aus aller Welt und weitere Infos für Anleger finden Sie laufend aktualisiert auf dem Schweizer Börsen- und Finanzportal finanzen.ch - einer Partner-Seite der Handelszeitung.
www.finanzen.ch

Kostenloses Probeabo


4 Wochen lang gratis am Puls der Wirtschaft.
Zur Bestellseite

Sesselwechsel


Ab dem 1. Juni tritt Fabrizio Petrillo seinen Dienst als neuer CFO der Axa Winterthur an.
Zum aktuellen Sesselwechsel
Zur Übersichtsseite

Verlosung:

Gewinnen Sie ein edles Besteckset „duetto“, 24-teilig, von Casa Bugatti.

Mitmachen und gewinnen

Newsletter bestellen

Der Newsletter von Handelszeitung informiert Sie wöchentlich über die wichtigsten News der Schweizer WirtschaftAbonnieren Sie unseren Newsletter und Sie erhalten wöchentlich die wichtigsten News der Schweizer Wirtschaft per E-Mail.
Newsletter abonnieren

ANZEIGE

Dossiers

Die grosse Analyse - auch abseits des Spielfelds: «Handelszeitung Online»...
Alt und schön: Von klassischen Oldtimern geht eine ungewöhnliche Faszination...
Griechenland steckt in einer politischen Krise - die finanzielle Zukunft des...
Hollande oder Sarkozy? Alle Fakten und Hintergründe im Vorfeld der Stichwahl am...
Am Mittwoch hat die Schweizerische Nationalbank wieder eine komplette...
Verbissene Verhandlungen: In Deutschland herrscht keine Einigkeit, ob das...
Das 42. St. Gallen Symposium findet am 3. und 4. Mai 2012 statt.
Die «Handelszeitung» kürt die besten Nobelherbergen für Wellnessferien in der...

RSS abonnieren

ANZEIGE

Werden Sie angemessen bezahlt?

Unser Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss darüber, ob Sie genügend entlöhnt werden
Das Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss.
Zum Tool

ANZEIGE