Migros übernimmt Mehrheit an Cash+Carry Angehrn

Cash+Carry Angehrn bekommt einen neuen Bestizer: Die Migros stockt ihren Anteil an der Abhol-Grosshandelsfirma auf 80 Prozent auf.

10.05.2012

Die Migros baut den Grosshandel weiter aus: Der orange Riese übernimmt die Mehrheit an Cash+Carry Angehrn (CCA). Die Beteiligung werde auf Anfang Juli von 30 auf 80 Prozent erhöht, teilte die Migros mit. Die restlichen 20 Prozent der im Abholgrosshandel tätigen CCA blieben im Besitz der Familie Angehrn.

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Migros-Sprecherin Monika Weibel auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Für die rund 400 Mitarbeitenden werde es keine Änderungen geben. Es sei auch kein Stellenabbau geplant.

Die von den Gebrüdern Martin und Thomas Angehrn in fünfter Generation geführte CCA betreibt neun Grosshandelsmärkte in der Deutschschweiz für das Gastgewerbe, Spitäler, Heime, Betriebsverpflegung sowie Dorf- und Quartierläden. Cash+Carry Angehrn biete den Kunden aus dem Gastgewerbe und dem Lebensmittelhandel ein Sortiment von rund 25'000 Artikeln an.

Familie weiterhin am Steuer

Die Familie engagiere sich weiterhin im Unternehmen, hiess es weiter. Thomas Angehrn werde per 1. Juli in den Verwaltungsrat wechseln und Martin Angehrn werde in der Geschäftsleitung von CCA weiterhin für Einkauf, Marketing und Verkauf zuständig bleiben.

Die Migros war bereits im Herbst 2006 mit Cash+Carry Angehrn eine strategische Zusammenarbeit eingegangen. Damals beteiligte sich die Migros mit 30 Prozent am Familienunternehmen. Seither arbeiten die Migros-Grosshandelstochter Scana und CCA zusammen.

Durch die Übernahme der Mehrheit an CCA ergäben sich Chancen für die Migros-Industrie, hiess es. Diese hofft, mehr Produkte über CCA abzusetzen. Dort wo es Sinn mache, würden auch Produkte der Migros-Industrie ins Sortiment von CCA aufgenommen, sagte Weibel. Eine Expansion von CCA in die Westschweiz oder ins Ausland sei derzeit kein Thema.

Ausbau der Position

Mit der Übernahme baut die Migros ihre Position im Schweizer Grosshandel deutlich aus. Während CCA im vergangenen Jahr über 340 Millionen Franken Umsatz erzielte, waren es bei Scana 260 Millionen Franken. Allerdings bleibt die Migros immer noch mit deutlichem Abstand hinter Coop zurück.

Coop ist im Schweizer Grosshandel umsatzmässig über dreimal so gross. Die Migros-Konkurrentin erzielt im Grosshandel gegen 2 Milliarden Franken Umsatz, wie Sprecher Urs Meier sagte. Im Jahr 2010 hatte Coop die Grosshandelsgruppe Transgourmet vollständig übernommen, die bis dahin eine Gemeinschaftsunternehmen mit dem deutschen Handels- und Touristikkonzern Rewe gewesen war.

Transgourmet ist Europas zweitgrösstes Cash&Carry- und Foodservice-Unternehmen und ausserhalb der Schweiz auch in Frankreich, Deutschland, Polen, Rumänien und Russland tätig. In der Schweiz gehören der Belieferungsgrosshändler Howeg oder der Abholgrosshändler Prodega/Growa CC zur Gruppe. Im vergangenen Jahr erzielte Transgourmet einen Umsatz von 8,2 Milliarden Franken.

(rcv/chb/awp/sda)

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Die Migros baut den Grosshandel weiter aus: Der orange Riese übernimmt die Mehrheit an Cash+Carry Angehrn (CCA). Die Beteiligung werde auf Anfang Juli von 30 auf 80 Prozent erhöht, teilte die Migros mit. Die restlichen 20 Prozent der im Abholgrosshandel tätigen CCA blieben im Besitz der Familie Angehrn.

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Migros-Sprecherin Monika Weibel auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Für die rund 400 Mitarbeitenden werde es keine Änderungen geben. Es sei auch kein Stellenabbau geplant.

Die von den Gebrüdern Martin und Thomas Angehrn in fünfter Generation geführte CCA betreibt neun Grosshandelsmärkte in der Deutschschweiz für das Gastgewerbe, Spitäler, Heime, Betriebsverpflegung sowie Dorf- und Quartierläden. Cash+Carry Angehrn biete den Kunden aus dem Gastgewerbe und dem Lebensmittelhandel ein Sortiment von rund 25'000 Artikeln an.

Familie weiterhin am Steuer

Die Familie engagiere sich weiterhin im Unternehmen, hiess es weiter. Thomas Angehrn werde per 1. Juli in den Verwaltungsrat wechseln und Martin Angehrn werde in der Geschäftsleitung von CCA weiterhin für Einkauf, Marketing und Verkauf zuständig bleiben.

Die Migros war bereits im Herbst 2006 mit Cash+Carry Angehrn eine strategische Zusammenarbeit eingegangen. Damals beteiligte sich die Migros mit 30 Prozent am Familienunternehmen. Seither arbeiten die Migros-Grosshandelstochter Scana und CCA zusammen.

Durch die Übernahme der Mehrheit an CCA ergäben sich Chancen für die Migros-Industrie, hiess es. Diese hofft, mehr Produkte über CCA abzusetzen. Dort wo es Sinn mache, würden auch Produkte der Migros-Industrie ins Sortiment von CCA aufgenommen, sagte Weibel. Eine Expansion von CCA in die Westschweiz oder ins Ausland sei derzeit kein Thema.

Ausbau der Position

Mit der Übernahme baut die Migros ihre Position im Schweizer Grosshandel deutlich aus. Während CCA im vergangenen Jahr über 340 Millionen Franken Umsatz erzielte, waren es bei Scana 260 Millionen Franken. Allerdings bleibt die Migros immer noch mit deutlichem Abstand hinter Coop zurück.

Coop ist im Schweizer Grosshandel umsatzmässig über dreimal so gross. Die Migros-Konkurrentin erzielt im Grosshandel gegen 2 Milliarden Franken Umsatz, wie Sprecher Urs Meier sagte. Im Jahr 2010 hatte Coop die Grosshandelsgruppe Transgourmet vollständig übernommen, die bis dahin eine Gemeinschaftsunternehmen mit dem deutschen Handels- und Touristikkonzern Rewe gewesen war.

Transgourmet ist Europas zweitgrösstes Cash&Carry- und Foodservice-Unternehmen und ausserhalb der Schweiz auch in Frankreich, Deutschland, Polen, Rumänien und Russland tätig. In der Schweiz gehören der Belieferungsgrosshändler Howeg oder der Abholgrosshändler Prodega/Growa CC zur Gruppe. Im vergangenen Jahr erzielte Transgourmet einen Umsatz von 8,2 Milliarden Franken.

(rcv/chb/awp/sda)

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