14.07.2010 | 05:30
IMMOBILIEN
Von:
Urs Gribi
 

Mit beiden Füssen auf dem Boden

Der lang anhaltende Aufwärtstrend am Immobilienmarkt könnte in diesem Jahr gebrochen werden. Warnungen vor einer Blase sind übertrieben.

Der enge Bezug zum realen und realistischen Wert der Liegenschaften und damit die grosse Stabilität von Investitionen in Immobilien hat in den turbulenten Monaten der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise als der wichtigste Trumpf der Schweizer Immobilien gestochen.

Wohneigentümer haben durch sinkende Zinsen sogar von der Finanzkrise profitiert. Das ist gut so, denn verfügbares Einkommen, das nicht für Zinszahlungen an die Banken fliesst, steht für den Konsum zur Verfügung und stützt so die Wirtschaft.

Zeichen einer Trendwende

Natürlich ist auch der Schweizer Immobilienmarkt gegen Korrekturen nicht gefeit. Beobachter warnen derzeit mit auffallender Übereinstimmung, dass verschiedene Segmente vor einer Wende des bisherigen, lang anhaltenden Aufwärtstrends stehen. So ist unklar, ob die weiterhin überdurchschnittliche Wohnungsproduktion auch ohne die hohe Zuwanderung absorbiert wird. Die Nationalbank hat überdies unlängst auf eine Blase am Markt für Eigentumswohnungen hingewiesen und die Banken ermahnt. Am Büro- und Verkaufsflächenmarkt hat die konjunkturelle Delle die Nachfrage gedämpft. Das grösste Gefahrenpotenzial geht derzeit aber von der Entwicklung des Zinsniveaus aus. Fasst die Wirtschaft Tritt und bleibt die Geldmenge zu lange hoch, wird es unweigerlich zu einem schmerzhaften Anstieg der Hypothekarzinsen kommen. Dies wird alle treffen - Mieter wie Wohneigentümer.

Vom Eintreffen des pessimistischen Szenarios wären alle Sektoren betroffen - die Finanzwirtschaft mit ihren Märkten für Festverzinsliche und Aktien in deutlich stärkerem Masse als der Immobilienmarkt. Denn aus den Erfahrungen der 1990er-Jahre haben die Beteiligten gelernt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Ungleichgewichte, die vom Immobilienmarkt nicht hausgemacht sind, verkraftet dieser regelmässig in guter Verfassung. Die Nachfrage nach Mietwohnungen verändert sich konjunkturell kaum. Wohnungen, die neu oder zur Wiedervermietung auf den Markt kommen, machen am gesamten Wohnungsbestand einen Bruchteil aus. Und nur hier kommen externe Einflüsse wie Konsumentenstimmung, Zuwanderung, Lohnentwicklung und Arbeitslosigkeit überhaupt zum Tragen.

Die jüngst vom Bund veröffentlichte Statistik über die Leerwohnungen zeigt überdies, dass die Quote der freien Wohnungen per Mitte 2009 weiter gesunken ist. Im zweiten Jahr in Folge liegt der Anteil unter 1%. Von einem funktionierenden, liquiden Markt ist man vor allem in den Ballungszentren weit entfernt. Das ist aber nicht das Versäumnis der Investoren, die nur allzu gerne in Mietwohnraum investieren würden. Es ist vielmehr die Schuld der unsäglichen Raumordnung mit Beschränkungen für Verdichtung, Rekursmöglichkeiten gegen Ersatzneubauten oder einem überschiessenden Mietrecht wie etwa in der Westschweiz. Im langfristigen Durchschnitt «konsumiert» jeder Einwohner der Schweiz einen Quadratmeter mehr Wohnfläche pro Jahr - bei steigender Bevölkerungszahl. Welche zusätzlichen Argumente braucht es da noch für die Attraktivität des Wohnmarktes?

Und auch die Warnung vor einer sinkenden Tragfähigkeit des Wohneigentums ist übertrieben. Wir Schweizer wohnen im Vergleich zum verfügbaren Einkommen günstig, und die Wohneigentumsquote liegt bei etwa einem Drittel - ganz anders als etwa am amerikanischen Wohneigentumsmarkt.

Volatiler Geschäftsflächenmarkt

Volatiler ist naturgemäss der Markt für Büro-, Verkaufs- und Gewerbeflächen. Eine zunehmend professionelle Investorenschaft ist sich aber der Risiken von buchhalterischen Wertverlusten und Leerständen bewusst. Auch ist ihnen ein langfristiger Investitionshorizont eigen, wofür sie vor der Krise vor allem von angelsächsischen Investoren belächelt und nun beneidet werden. Deren «Buy and Sell»-Strategie mit hohem Leverage darf mit Fug und Recht als Irrläufer bezeichnet werden. «Buy and Hold» auf solider finanzieller Grundlage vermag demgegenüber auch Wertschwankungen ohne Liquiditätskrise zu überstehen.

Suite 150


Auf Initiative der «Handelszeitung» geben Traditions- unternehmen, die mindestens 150 Jahre alt sind, ihr Know-how an Jungunternehmer weiter. Hier erfahren Sie, welche Firmen zum Kreis «Suite 150» gehören.
Details erfahren

Top 2011

Die Listen der 1300 grössten Unternehmen in der Schweiz sind eine einzigartige Sammlung von Daten und Kennzahlen.
Zu den neuen Listen

SMI 5'817.9 -92.3 -1.6%
SPI 5'437.5 -84.8 -1.5%
SLI 874.2 -16.4 -1.8%
SMIM 1'118.6 -20.7 -1.8%
DAX 30 6'285.8 -149.9 -2.3%
EURO STOXX 215.2 -5.9 -2.7%
FTSE 100 5'266.4 -136.9 -2.5%
Dow Jones 30 Industrial 12'339.0 -163.9 -1.3%
NASDAQ 100 2'507.7 -31.5 -1.2%
S&P 500 1'316.6 0.6 0.1%
Nikkei 225 8'556.6 -172.7 -2.0%

Top und Flops

Name Kurs +/- +/- %
155.80 -0.60 -0.38
54.65 -0.30 -0.55
1'709.00 -16.00 -0.93
49.05 -0.53 -1.07
864.50 -9.50 -1.09
37.89 -1.03 -2.65
30.49 -0.83 -2.65
40.23 -1.14 -2.76
56.25 -2.45 -4.17
375.50 -18.90 -4.79
Name Kurs +/- +/- %
75.63 0.04 0.05
23.75 -0.08 -0.31
47.38 -0.43 -0.90
52.58 -0.50 -0.94
37.91 -0.45 -1.17
29.34 -1.16 -3.79
39.32 -1.64 -3.99
MAN
78.14 -3.30 -4.05
8.39 -0.37 -4.26
14.64 -0.77 -5.00
Name Kurs +/- +/- %
14.35 0.53 3.84
14.40 0.48 3.41
25.14 -0.12 -0.46
67.79 -0.61 -0.89
47.38 -0.43 -0.90
0.70 -0.04 -4.80
9.50 -0.49 -4.90
4.71 -0.26 -5.14
14.46 -0.80 -5.21
11.12 -0.73 -6.12

Aktuelle Ausgabe - Morgen am Kiosk!

Aktuelle Ausgabe der Handelszeitung

  • Deutsche Banken buhlen um Schweizer Schwarzgeld. Lesen
     
  • Affäre um griechischen Ex-Minister trifft Schweizer Banken. Lesen
     
  • Griechenland: Das grosse Pokern um den Euro. Lesen
     
  • Kioske sollen auch Poststellen sein. Lesen
     

 

 

Dieses und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Handelszeitung.
Zum Inhaltsverzeichnis
Abonnement bestellen

Top-Ten


Der schönste Strand, das meistgekaufte Auto oder die angesagteste Stadt? Unsere wöchentliche Top-Ten Liste gibt Aufschluss.
Zu den Top-Ten-Listen

finanzen.ch


Die aktuellen Börsenberichte aus aller Welt und weitere Infos für Anleger finden Sie laufend aktualisiert auf dem Schweizer Börsen- und Finanzportal finanzen.ch - einer Partner-Seite der Handelszeitung.
www.finanzen.ch

Kostenloses Probeabo


4 Wochen lang gratis am Puls der Wirtschaft.
Zur Bestellseite

Sesselwechsel


Gewerbeverband wählt Rime zum Präsidenten.
Zum aktuellen Sesselwechsel
Zur Übersichtsseite

Verlosung:

Gewinnen Sie ein edles Besteckset „duetto“, 24-teilig, von Casa Bugatti.

Mitmachen und gewinnen

Newsletter bestellen

Der Newsletter von Handelszeitung informiert Sie wöchentlich über die wichtigsten News der Schweizer WirtschaftAbonnieren Sie unseren Newsletter und Sie erhalten wöchentlich die wichtigsten News der Schweizer Wirtschaft per E-Mail.
Newsletter abonnieren

ANZEIGE

Dossiers

Die grosse Analyse - auch abseits des Spielfelds: «Handelszeitung Online»...
Alt und schön: Von klassischen Oldtimern geht eine ungewöhnliche Faszination...
Griechenland steckt in einer politischen Krise - die finanzielle Zukunft des...
Hollande oder Sarkozy? Alle Fakten und Hintergründe im Vorfeld der Stichwahl am...
Am Mittwoch hat die Schweizerische Nationalbank wieder eine komplette...
Verbissene Verhandlungen: In Deutschland herrscht keine Einigkeit, ob das...
Das 42. St. Gallen Symposium findet am 3. und 4. Mai 2012 statt.
Die «Handelszeitung» kürt die besten Nobelherbergen für Wellnessferien in der...

RSS abonnieren

ANZEIGE

Werden Sie angemessen bezahlt?

Unser Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss darüber, ob Sie genügend entlöhnt werden
Das Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss.
Zum Tool

ANZEIGE