MARTIN HELLWEG
Von:
Interview: Roberto Stefano
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«Mit Solartiles rennen wir offene Türen ein»

Swissmetal-CEO Martin Hellweg ist zuversichtlich, dass die Solartiles mit anderen alternativen Energiequellen konkurrieren können. Der steigende Metallpreis beunruhigt ihn nicht. Im laufenden Jahr will sein Unternehmen nochmals 2000 bis 3000 Tonnen Kupfer verkaufen.

Ein entscheidender Faktor bei der Vermarktung der Solartiles [Kupferziegel zur Energieerzeugung] ist der Preis. Was wird der Kupferziegel kosten?

Hellweg: Wir haben bereits ca. 70 Vorbestellungen, dies vor der eigentlichen Markteinführung. Bei den Interessenten handelt es sich um Pioniere, die Häuser im Wert von 1,5 bis 20 Mio Fr. bauen, umweltbewusst denken und die Solartiles als Gegenstück zu anderen alternativen Energiequellen prüfen. Aber auch bei denkmalgeschützten historischen Gebäuden stösst unser System dank der Möglichkeit einer sanften und optisch ansprechenden Nachrüstung auf sehr hohen Zuspruch. Für das Wärmesystem eines höherwertigen Einfamilienhauses wird um die 100000 Fr. investiert. Unsere Ziegel machen nur einen kleinen Teil der Gesamtinvestitionen aus. Ich schätze, dass unser Anteil zwischen 10000 und 20000 Fr. am ganzen System ausmacht. Bei den Gesamtkosten Solartiles und dem dazu gehörenden System sind die Energiekosten über die Nutzungsdauer der Anlage im Vergleich zu fossilen Brennstoffen konkurrenzfähig, je länger umso mehr.

Der Metallpreis steigt allerdings laufend. Dann wird die ganze Sache unbezahlbar.

Hellweg: Das hat einen geringeren Einfluss als Sie jetzt annehmen und gilt für alle unsere Produkte. In einem Energiegenerator sind auch mehrere Tonnen Kupferprofile verarbeitet. Höhere Kupferpreise ändern wohl den Preis, sind aber immer noch ein geringer Teil des Wertes des Endprodukt und darum vernachlässigbar. Es geht bei den Solartiles um ein paar Tausend Franken, in einem Haus, das am Ende 2 Mio Fr. kostet, kein Match entscheidender Faktor also.

Wo sehen Sie das Potenzial der Solartiles, resp. den Umsatzanteil im Unternehmen?

Hellweg: Wenn ich sehe, wie der Zuspruch zurzeit ist und voraussetze, dass die Serienfertigung kein Problem darstellt, dann glaube ich, rennen wir mit diesem Produkt viele offene Türen ein. Für uns ist eine Blockbuster-Innovation, wenn wir ohne Metallpreis einen Umsatz von mehr als 5 Mio Fr. erzielen. Dass es ein Blockbuster wird, davon sind wir fest überzeugt. Aber ob es 5, 50 oder 500 Mio Fr. Umsatz werden, ist für uns vor der eigentlichen Markteinführung sehr schwer abzuschätzen.

Gibt es schon Partnerfirmen, mit denen Sie das System anbieten wollen?

Hellweg: Das Distributionsmodell sieht vor, uns in erster Linie mit eigenen Kompetenzzentren und ausgesuchten Systempartnern direkt an die Bauherren und Architekten zu wenden. Wir haben ja aus unseren Buntmetall-Fensterfassaden, zuletzt für das Peninsula Hotel in Tokyo, entsprechende Erfahrung im Projektgeschäft.

Welche Rolle spielt die Metallpreisentwicklung für Swissmetal?

Hellweg: Im täglichen Business gibt es manchmal kurzfristige Reaktionen der Kunden in ihrem Bestellverhalten aufgrund der Metallpreisschwankungen, die aber schnell wieder ausgeglichen werden. Dabei handelt es sich meist um Tage, vielleicht mal Wochen. Bei einem niedrigen Metallpreis ist es für uns aber einfacher, insbesondere Produkte mit vergleichsweise geringerer Wertschöpfung zu verkaufen, weil hier der Metallpreis deutlich mehr als die Hälfte des Verkaufspreises ausmacht. Einen positiven Einfluss hat der hohe Metallpreis wie in den Vorjahren auf unser Lagerabbauprogramm. Die Effizienzgewinne aus der Restrukturierung ermöglichen uns, dass wir 2008 nochmals rund 2000-3000 Tonnen abbauen können sollten. Schliesslich spielt der Metallpreis bei der Bewertung der Bestände eine wichtige Rolle, insbesondere, da wir unseren Abschluss dieses Jahr von Swiss Gap Fer auf IFRS umstellen. Bisher haben wir die Bestände sehr konservativ nach dem «Last in first out»-Prinzip bewertet. Unter IFRS ist dies nicht mehr möglich sondern man setzt dort z.B. auf einen gleitenden Durchschnitt, wofür wir uns entschieden haben. Das heisst, die Metallpreisveränderungen schlagen auf die Bestandsbewertungen voll durch. Es wird unsere Aufgabe sein dem Markt darzustellen, welches nur buchhalterische Bestandesveränderungen sind und welches die wirkliche und cashwirksame Leistung des Unternehmens ist.

Die Metallverarbeitung ist sehr Energieintensiv. Wie wirken sich die steigenden Energiepreise bei Swissmetal aus?

Hellweg: Bei uns macht die Energie rund 10% der Kosten aus. Wenn dieser Anteil auf 11 oder 12% steigt, spüren wir dies, aber nicht dramatisch. Des Weiteren haben wir Verständnis bei unseren Kunden gefunden und im letzten Jahr einen Energiezuschlag festgelegt. Per Saldo konnten wir damit vielfach die höheren Energiekosten weitergeben. Und selbst wenn die Energiekosten nochmals um 20 bis 30% steigen würden, wäre der Kostennteil doch immer noch nur bei 12-13%. Das ist zwar nicht schön, aber wir haben genug Pfeile im Köcher, welche dies ausgleichen können. Die Energiepreise sind also nicht ein besonders prioritäres Thema für uns. Ausserdem sitzen wir und unsere Wettbewerber diesbezüglich langfristig ja mehr oder weniger im gleichen Boot.

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S&P 5001.263,013,4plus1,1%
NASDAQ Composite Index2.648,4-0,4minus-0,0%
Nikkei 2259.015,698,1plus1,1%
EUR/CHF1,21010,0minus-0,0%
USD/CHF0,91400,0plus0,1%
Ölpreis (WTI)98,70,6plus0,6%
Goldpreis1.731,3-14,0minus-0,8%

Top und Flops

NameKurs+/-+/- %
25,230,230,92
162,301,300,81
36,100,280,78
13,100,080,61
230,400,900,39
46,50-0,55-1,17
394,20-4,10-1,03
53,40-0,50-0,93
291,80-2,10-0,71
51,30-0,35-0,68
NameKurs+/-+/- %
2,100,157,58
22,840,441,96
34,470,521,53
29,850,210,71
32,520,160,48
7,51-0,11-1,47
56,71-0,84-1,46
77,03-1,02-1,31
54,25-0,67-1,22
17,00-0,20-1,13
NameKurs+/-+/- %
3,320,206,56
1,620,053,33
17,250,553,29
34,660,982,89
37,911,052,83
55,65-0,81-1,44
7,28-0,09-1,18
54,45-0,55-1,00
123,94-1,23-0,98
25,12-0,24-0,95

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